Kommentar zum Buchmarkt Marktmacht ist relativ

Wenn es um Streit geht, waren Literaten immer schon gern vorn dabei. Ihre spitze Feder hat gerade auch Bertelsmann in der Vergangenheit manches Mal zu spüren bekommen.

Von Bernhard Hertlein
Eine Hostess bereitet Informationsmaterialien für die Jahresbilanzpressekonferenz des Medienkonzerns Bertelsmann vor.
Eine Hostess bereitet Informationsmaterialien für die Jahresbilanzpressekonferenz des Medienkonzerns Bertelsmann vor. Foto: dpa

Im Zentrum der Kritik stand oft die Marktmacht der Gütersloher – etwa wenn ein vorher selbstständiger Buchverlag übernommen wurde oder gleich eine ganze Verlagsgruppe wie 1998 im Fall von Random House. An der Autoren-Protestwand erschien mitunter sogar das Bild einer Krake, die mit ihrer Marktmacht bestimmt, was die Menschen zu lesen bekommen und was nicht.

Ausgerechnet seit dem größten Coup, der Fusion von Random House und Penguin, ist die Kritik leiser geworden. Das wird jetzt nicht anders sein, da die Gütersloher ihren Anteil auf 75 Prozent erhöhen. Grund ist natürlich die digitale Herausforderung, die der Buchmarkt gerade wegen der starken Stellung eines Konzerns bislang relativ gut gemeistert hat.

Darüber hinaus liegt es aber auch an der Geschäftspolitik von Bertelsmann, die kleineren Einheiten wie Verlagen so lange großen Spielraum einräumt, so lange unterm Strich die Zahlen stimmen.

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