Kommentar zur Kritik an Sprachkursen Mehr Kontrolle wagen

Dass im Jahr 2015 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise vieles nicht gut lief, ist keine Neuigkeit. Gleiches gilt für das verbreitete Vorurteil, dass die Deutschkurse für Zuwanderer den Anbietern oft mehr nützen als den Teilnehmern.

Von Andreas Schnadwinkel
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Die Kritik des Rechnungshofs ist berechtigt, aber 2015 stellt eben eine Ausnahmesituation dar. Der Aktionismus auf allen Ebenen war dem Flüchtlingsdruck geschuldet. Manche nannten das Kontrollverlust des Staates. Und das ist der entscheidende Punkt: Haben die Behörden nach der heißen Phase Ende 2015/Anfang 2016 die Kontrolle in den vergangenen zwölf Monaten zurückerlangt? Zweifel sind zumindest angebracht.

Bei Deutschkursen muss die Arbeitsagentur mehr Kontrolle ausüben: Wer hat eine Bleibeperspektive? Wer nimmt tatsächlich an den Kursen teil? Wer sitzt nur seine Zeit ab? Diese Fragen können wohl kaum die gewerblichen Weiterbildungseinrichtungen beantworten.

Und noch etwas: Das Jahr 2015 taugt bei Vergleichen nicht als Referenzgröße, schon gar nicht bei der Anzahl der Flüchtlinge (offiziell 890.000). Sonst wäre der Ausnahmezustand der Normalfall.

Kommentare

migrare oder fugere

Wenn alles gleich waere, gaebe es keine unterschiedlichen Begriffe.

Latein:
migrare - wandern
fugere - fluechten

Wobei aus einem Fluechtenden durchaus ein Migrant werden kann.

Es heisst z.B. BAMF (Bundesamt fuer Migration und Flüchtlinge). Wenn es da keinen Unterschied gaebe, brauchte man nicht 2 Begriffe.

Dieses staendige Vermengen und nicht Unterscheiden ist Teil der Krise (gewollt?).

Ich habe weder etwas gegen Flüchtlinge noch gegen Migranten, noch gegen Menschen mit Migrationshintergrund (den haben wir bei Lichte betrachtet wohl alle), noch gegen...

...und finde es ziemlich daneben, dass man das immer wieder dazu sagen muss.

1 Kommentare

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