Kommentar zur Cameron-Nachfolge Elitäre Feiglinge

Was für elitäre Feiglinge! Der eine (Cameron) führt sein Land zum Zweck des innerparteilichen Machterhalts aus der EU und macht sich aus dem Staub, und der andere (Johnson) zieht sich nach dem Rücktritt seines Widersachers aus der Verantwortung.

Von Andreas Schnadwinkel
Boris Johnson will nicht Camerons nachfolger werden.
Boris Johnson will nicht Camerons nachfolger werden. Foto: dpa

Boris Johnson hat das Privatduell gegen David Cameron gewonnen. Ging es dem irrlichternden Exzentriker etwa nur darum? Nein, Johnson wollte Premier und damit Camerons Nachmieter in Downing Street 10 werden. Aber er hat eingesehen, dass er weder dem Volk noch der Partei vermittelbar ist.

Die Wut auf den Trickser und Lügner, der seine Versprechen aus dem Brexit-Wahlkampf schon am Tag nach dem knappen Sieg kassieren musste, ist groß und hält. Dieser fragwürdige Erfolg kann für Johnson unmöglich folgenlos bleiben.

Eines hat man ihm auch im Ausland nicht abgenommen: den Wandel vom polyglotten Bürgermeister einer europäischen Weltstadt, der Olympia 2012 in London zu einem Fest machte, zum Befürworter von anti-europäischer Kleinstaaterei.

Ist Boris Johnsons politische Karriere vorbei? Hoffentlich!

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