Kommentar zu Dr. Oetker Nachfolger gesucht

Hätte Richard Oetker ein Zeichen setzen und einen versteckten Hinweis geben wollen, wen er sich Ende des Jahres als seinen Nachfolger vorstellen kann: Eine kleine Erkrankung, die Finanzchef Albert Christmann die Möglichkeit gibt, sich vor der Öffentlichkeit als möglicher Nachfolger zu präsentieren, wäre »diplomatisch« ein guter Schachzug. Allerdings ist Richard Oetker bekanntermaßen für diplomatische »Spielchen« nicht zu haben. Der Sturz ist echt – und wird leider auch echt wehtun.

Von Bernhard Hertlein
Dr. Albert Christmann bei der Vorstellung der Bilanz 2015.
Dr. Albert Christmann bei der Vorstellung der Bilanz 2015. Foto: Oliver Schwabe

Allerdings brachte der kleine Unfall ins Bewusstsein, dass in dem Bielefelder Familienunternehmen 2016 eine wichtige Personalentscheidung ansteht. Sie sollte nicht zu lange hinausgeschoben werden.

In der Politik werden Präsidenten im letzten Jahr ihrer Amtszeit oft als »lame duck« bezeichnet, als lahme Ente. In der Wirtschaft ist das anders. Insbesondere in Familienunternehmen haben die Mitarbeiter, Manager, Geschäftspartner und Kunden ein Anrecht darauf, zu wissen, wie es weiter gehen wird. Nicht die Präsentation eines Nachfolgers, sondern ein zu langes Abwarten wirkt lähmend.

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