Kommentar zu Gabriels Bündnis-Phantasien Phantom-Diskussion

Miese Umfragewerte und ein Parteichef, der auch in eigenen Reihen nicht gerade als Lichtgestalt gilt. Die Not ist groß bei der SPD. So groß, dass Sigmar Gabriel vehement für ein Mitte-Links-Bündnis kämpft. Ob er der Partei damit auf die Beine helfen kann, steht dahin.

Von Stefan Vetter
Sigmar Gabriel (SPD).
Sigmar Gabriel (SPD). Foto: dpa

Zweifellos hat die Große Koalition den Sozialdemokraten kein Glück gebracht. Was immer die Genossen dort durchsetzen, der Wähler dankt es nicht, und so bleibt man im Schatten der Union. Vor diesem Hintergrund wäre es seltsam, sich weiter auf die Merkel-Partei als Koalitionspartner zu konzentrieren. Bleibt nach jetzigem Stand also nur eine rot-rot-grüne Regierungsoption.

Doch passt das wirklich politisch? Nein. SPD, Linke und Grüne haben sich eher auseinander gelebt. Das gilt vor allem für die Grünen, die in weiten Teil mit der Union liebäugeln. Die Linken haben sich ebenfalls verändert, seit Gregor Gysi seiner Widersacherin Sahra Wagenknecht das Feld überließ. Soll sich Gabriel mit ihr in linken Forderungen überbieten? Kurzum, Rot-Rot-Grün ist derzeit kaum mehr als eine Phantom-Diskussion.

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