Kommentar zu Thomas Middelhoff Das große Drama

Topmanager stürzt ab und muss kurz vor dem Rentenalter als Hilfskraft in einem Betrieb für Behinderte arbeiten: Das ist der Stoff, aus dem ganz große Dramen geschrieben werden. Und wirklich gibt es schon mehrere Romane und Biographien über Thomas Middelhoff. Aktuell plant TV-Produzent Michael Souvignier sogar den ersten Spielfilm.

Von Bernhard Hertlein
Thomas Middelhoff tritt seinen Dienst an.
Thomas Middelhoff tritt seinen Dienst an. Foto: Oliver Schwabe

Doch anders, als zu erwarten, hält sich das Mitleid in der Öffentlichkeit in Grenzen. Den Grund liefert Middelhoff selbst. Zu viele haben bei Karstadt trotz Verzichts auf tarifliche Leistungen später ihren Job verloren. Zu sehr hat er sich in der Zeit, als er Verantwortung trug, von der Basis entfernt. D

ie teuren Flüge von Essen nach Bielefeld, die Luxusvilla an der Côte d’Azur, die Milliardenspekulationen nicht nur mit eigenem, sondern auch fremder Leute Geld: Das Alles ist nicht vergessen.

Dass Middelhoff, offenbar genesen, nicht (nur) aus sozialem Antrieb den Job in einer Behindertenwerkstätte antritt, darf man vermuten. Er will von Anfang an als Freigänger eingestuft werden. Das ist legitim. Das tun andere verurteilte Straftäter auch. Ob er aber Erfolg hat, ist keineswegs sicher.

Denn bei der Justiz, die das entscheidet, ist er mit seinen Mätzchen schon böse aufgefallen. Das relativ harte Urteil könnte auch durch solche Uneinsichtigkeit begründet sein.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.