Sahra Wagenknecht Linke am rechten Rand

Von Bernhard Hertlein

Die designierte Fraktionschefin der Linken, Sahra Wagenknecht, stellt den Euro als europäische Gemeinschaftswährung generell infrage.
Die designierte Fraktionschefin der Linken, Sahra Wagenknecht, stellt den Euro als europäische Gemeinschaftswährung generell infrage. Foto: Gregor Fischer/dpa

Man kennt den Mechanismus: Wer sich politisch nur weit genug nach links bewegt, landet irgendwann wieder rechts. Sicher, die designierte künftige Fraktionsvorsitzende der Linken, Sahra Wagenknecht, erweckte bisher den Eindruck, vor solchen Irrungen gefeit zu sein. Doch offensichtlich ist sie den Einflüsterungen ihres Ehemanns und Parteifreunds, des selbsternannten Großökonomen Oskar Lafontaine erlegen. Der Saarländer hatte schon immer wenig Skrupel, vernünftige Positionen für ein paar Wählerstimmen aufzugeben.

Nun also sollen wir den Euro aufgeben, wieder mit D-Mark bezahlen, vor jeder Auslandsreise den besten Zeitpunkt für den Umtausch abwarten, danach das Restgeld zur Seite legen – für die nächste Reise. Die Unternehmen brauchen wieder mehr Zeit, auch im innereuropäischen Handel die Währungsrisiken einzuschätzen, müssen eventuell Mitarbeiter entlassen, weil Paris oder Rom die Währung abwertet.

Fröhliche Zeiten, die genug Stoff bieten werden, sich in Europa wieder ordentlich zu zoffen. Schluss mit der Einheit! Zurück zu den Nationalstaaten – auch wenn diese international nur in der dritten oder vierten Reihe spielen werden. Wer eine sozialere Politik will, soll sie politisch durchsetzen, nicht durch Aufgabe der Währung.

Kommentare

Warum die Empörung?

Der Euro ist doch schon gescheitert, zu besichtigen in Griechenland. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis unsere Politiker es wohl oder übel auch eingestehen müssen.

unerträglich...

Unerträglich, dieser Beitrag! Sie sollten sich schämen eine Politikerin die nicht vom US-amerikanischen Bazillus befallen ist, so zu difamieren!

Na, war ja klar, dass die Wagenknecht die alten DDR-Alu-Chips wiederhaben will. Die sind so leicht, da kann man mehr in der Geldbörse mit sich tragen. Auch wenn ich dafür nichts kaufen kann.

Die Frau hats gut

Egal was sie sagt oder tut, für Manche (n) spielt das keine Rolle. Hat aber auch seine Vorteile. Für andere irgendwem macht sie es immer richtig, egal ist egal. Hut ab vor der Frau.

Oh mein Gott ... die unwichtigsten Folgen einer Rückkehr zu nationalen Währungen werden zu den sofortigen und wichtigsten Folgen aufgeblasen. Solche unwichtigen Sachen wie Außenhandelsbilanz und Binnenkonjunktur kann man ja mal weglassen. Man kann auch mal weglassen, dass die Wirtschaften der europäischen Länder viel zu unterschiedlich stark sind um mit einer gemeinsamen Währung zu hantieren. Man kann einfach mal weglassen WARUM viele europäische Staaten nahezu pleite sind. Nämlich weil sie mehr importieren als exportieren. Damit "exportieren" sie zwangsläufig ihr GELD. Zu Zeiten von nationalen Währungen konnte sowas immer mit dem Wechselkurs ausgeglichen werden und die Wirtschaften ALLER europäischen Länder waren stabil. Nun geht das nicht mehr, und die einzige Möglichkeit wären Ausgleichstransfere, Schuldenschnitte oder eben eine Rückkehr zu nationalen Währungen. Aber es ist ja klar, dass der kleine Michel vor dem Urlaub seine paar Urlaubskröten wechseln muss, ist ja DAS ARGUMENT schlechthin ... da spielen solche nebensächlichen Fragen wie europäische, stabile Wirtschaften doch eher eine Nebenrolle. Sollen doch die Spanier, Portugiesen und Griechen den Kitt aus den Fenstern fressen, hauptsache wir müssen vor dem Urlaub nicht umtauschen ... Herr, bitte schmeiß Hirn vom Himmel und nimm den Bedürftigen den Schirm weg.

Selten so einen unsinnigen Artikel gelesen. Der Euro schadet dem deutschen Volk mehr als er hilft. Der Wirtschaft wird das nicht gefallen. Ich tausche gern mein Geld vorm Urlaub um, wenn es noch etwas wert ist.

Demokratie ist nicht, wenn die Regierungen eines Landes Schulden auf Schulden anhäufen und die Bevölkerungsmehrheit dann beschließt, die Kredite nicht zurückzuzahlen. Der Euro an sich ist weder demokratisch noch undemokratisch, sondern Zahlungsmttel und Sicherung vor Diebstahl durch Inflation..

Ach so, wer begriffen hat, dass der Euro kein Mittel der Solidarität, sondern lediglich Machtinstrument ist, der ist gleich am rechten Rand ? Wer nach der Abschmetterung des Griechischen Referendums immer noch glaubt, der Euro sei wichtig für europäische Werte (wie zB Demokratie und Humanismus) und würde die "Einheit" Europas fördern, der muss sich die Frage gefallen lassen: "haben Sie Augen, um zu sehen - oder Ohren, um zu hören?"

8 Kommentare

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