NSU-Ausschuss Dramatischer Fehler

Von Wolfgang Schäffer

Die Angeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe (links) und ihr neuer, vierter Anwalt, Mathias Grasel.
Die Angeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe (links) und ihr neuer, vierter Anwalt, Mathias Grasel. Foto: dpa

Die Weisheit ist ebenso alt wie richtig: Nachher ist man meistens schlauer. Doch Fehler wie sie die Ermittler in NRW  bei den Verbrechen der NSU-Terrorzelle in den 90ern gleich zuhauf gemacht haben, sind mehr als nur fahrlässig.

Nein, von politischen  Anschlägen  musste man damals nicht unbedingt ausgehen. Auch  ein Zusammenhang zwischen einer versteckten Bombe in einer Christstollendose und dem Nagelbombenattentat fast drei Jahre später war von den  Behörden so nicht zu erkennen – zu unterschiedlich die Art der Taten. Absolut unprofessionell hingegen war es jedoch, die Ermittlungen beim Anschlag auf das deutsch-iranische Ladenlokal derart schnell einzustellen, die Tat  als Racheakt oder Aus­ein­andersetzung unter ausländischen Konkurrenten abzutun.

Vernichtung von Beweismitteln dramatisch

Weitaus dramatischer aber ist  die Vernichtung aller sichergestellten Beweismittel gerade einmal fünf Jahre nach dem Anschlag einzuordnen. Ohne die geringste Spur auf  Täter oder Motiv zu haben, wurden damit sehenden Auges so gut wie alle Wege zur Aufklärung zunichte gemacht. So, als habe es die schwer verletzte 19-Jährige nicht gegeben. Respektlos dem Opfer gegenüber. Zudem  grobe Fehler, die die ermittelnde Behörde in einem ganz schlechten Licht erscheinen lässt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.