Viele Lebensumstände von Afroamerikanern haben sich bis heute nicht verändert Ungleichheit

Memphis (WB). Die Lebensumstände von Afroamerikanern und Weißen in den USA sind auch 50 Jahre nach dem Tod von Bürgerrechtler Martin Luther King noch ungleich. Beispiele dafür:

Tariq Thompson hält nach der jährlichen Parade zum Martin Luther King Day ein Plakat mit der Aufschrift »Black Lives Matter« vor dem National Civil Rights Museum.
Tariq Thompson hält nach der jährlichen Parade zum Martin Luther King Day ein Plakat mit der Aufschrift »Black Lives Matter« vor dem National Civil Rights Museum. Foto: dpa

Arbeit: Die Arbeitslosigkeit bei Afroamerikanern ist seit langem deutlich höher als bei der weißen Bevölkerungsmehrheit, obwohl sich die Lücke zuletzt etwas geschlossen hat. Einer Quote von 4,1 Prozent bei Weißen stehen 6,7 Prozent bei Schwarzen gegenüber. Auffällig sind große Unterschiede unter den Geschlechtern. Während der Prozentsatz der Beschäftigung bei schwarzen Frauen 2016 erstmals über den von weißen Frauen stieg, liegen schwarze Männer seit 2000 durchweg elf bis 15 Prozentpunkte unter der von weißen Männern. Schwarze Männer verdienten 2016 rund 30 Prozent weniger als weiße.

Wohlstand: Während im Jahr 2015 jeder vierte Schwarze in den USA unterhalb der Armutsgrenze lebte, war es bei Weißen nur jeder Zehnte. Ein wesentlicher Faktor ist das Immobilieneigentum. Während im Jahr 2014 gut 70 Prozent der weißen Familien ein Eigenheim besaßen, waren es bei schwarzen Familien nur gut 40 Prozent.

Bildung und soziale Mobilität: Die Bildung Schwarzer hat sich in den vergangenen Jahrzehnten schrittweise verbessert. Mehr als 75 Prozent machen derzeit einen High-School-Abschluss – weiße Mitschüler zu 83 Prozent. Bei der sozialen Mobilität haben sich die Chancen für schwarze Bürger verbessert: Schwarze, die in den 40ern geboren wurden, schafften mit rund 50 Prozent Wahrscheinlichkeit einen sozialen Aufstieg, gemessen am Realeinkommen. Für in den späten 70ern Geborene lag der Anteil bei rund 70 Prozent.

Strafverfolgung: 2015 waren gut neun Prozent der schwarzen Männer zwischen 20 und 34 Jahren inhaftiert – aber nur 1,6 Prozent der weißen Männer in dieser Altersgruppe. Einem landesweiten Register zufolge sind erwiesenermaßen falsche Mordurteile bei Schwarzen siebenmal häufiger als bei Weißen. Für Drogendelikte werden Schwarze zwölfmal häufiger unschuldig verurteilt.

Gesundheit: Afroamerikaner erkranken etwa zwei- bis dreimal so häufig an Diabetes und Bluthochdruck wie Weiße. Gründe könnten der schlechtere Zugang zu Medikamenten und Krankenversicherungen, aber auch eine schlechtere Ernährung sein – was wiederum auf höhere Armutsraten zurückzuführen ist. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC ist die Lebenserwartung Neugeborener bei Schwarzen im Durchschnitt um dreieinhalb Jahre geringer als die Weißer.

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