Als Kind vom weißen Freund getrennt – »I have a dream«-Rede in Washington Wie King zur Ikone wurde

Memphis (dpa). Es dämmerte, als Martin Luther King am Abend des 4. April 1968 auf den Balkon des Lorraine Motels in Memphis trat. Nur ein Schuss fiel – das war um 18.01 Uhr. Eine Stunde später war King tot. Mit nur 39 Jahren starb der Kämpfer, dessen oberstes Ziel Gewaltlosigkeit war, der Hoffnungsträger für Millionen Schwarze. James Earl Ray, ein Rassist, wurde als Mörder verurteilt.

Ein Teilnehmer der jährlichen Parade zum Martin Luther King Day in Memphis trägt ein Bild des Bürgerrechtlers. Der nationale Gedenktag wird jeweils am dritten Montag im Januar begangen, also nahe oder EXAKT am Geburtstag Kings, dem 15. Januar.
Ein Teilnehmer der jährlichen Parade zum Martin Luther King Day in Memphis trägt ein Bild des Bürgerrechtlers. Der nationale Gedenktag wird jeweils am dritten Montag im Januar begangen, also nahe oder EXAKT am Geburtstag Kings, dem 15. Januar. Foto: dpa

Martin Luther King jr. kam am 15. Januar 1929 in Atlanta/Georgia zur Welt. Seine Mutter war Lehrerin, der Vater Prediger. Seine erste Erfahrung mit der damaligen Rassentrennung war ein Schock und sollte prägend sein: Seit King drei Jahre alt war, hatte er einen Freund – der Junge war weiß. Mit sechs wurden sie eingeschult. In getrennte Schulen – und der Vater des Freundes verbat den Kontakt.

Redekunst half, die Proteste zu tragen

Als junger Mann studierte King, wurde Pfarrer in Montgomery/Alabama und heiratete Coretta Scott Williams. Sie bekamen vier Kinder. Sein Aufstieg zur Ikone der Bürgerrechtsbewegung begann 1955, als sich die schwarze Rosa Parks in Montgomery weigerte, ihren Platz im Bus für einen Weißen freizumachen. Sie wurde festgenommen. Es kam zu Protesten, King führte die Aktion an. Sie endete 1956 mit einem Erfolg: Der Oberste Gerichtshof erklärte die Trennung der Sitzzonen im Bus nach Hautfarbe in der Stadt für verfassungswidrig.

King wurde landesweit bekannt. Seine Redekunst half, die Proteste durch die USA zu tragen. Höhepunkt im August 1963: der Marsch auf Washington mit 250.000 Teilnehmern. »I have a dream – ich habe einen Traum«, rief King der Menge zu, in der er die Vision der Gleichheit von Schwarz und Weiß entwarf. Eine Rede, die in die Geschichte einging.

Rassengleichheit existierte nur auf dem Papier

Präsident John F. Kennedy hatte bereits im Juni einen Gesetzentwurf zur Gleichberechtigung vorgelegt – im November 1963 wurde er ermordet. Präsident Lyndon B. Johnson führte den Plan zu Ende. Am 2. Juli 1964 wurde der Civil Rights Act verabschiedet. Doch der Kampf war nicht beendet, denn die Rassengleichheit existierte nur auf dem Papier.

Im März 1965 kam es in Selma/Alabama zu Protestmärschen. King, inzwischen Friedensnobelpreisträger, organisierte eine Demonstration, die bis Montgomery führen sollte. Bei zwei Versuchen hielten Polizisten den Zug auf. Im dritten Anlauf kamen die De­mon­stranten ans Ziel. Im selben Jahr wurde der Voting Rights Act verabschiedet, nach dem Minderheiten bei Wahlen nicht mehr benachteiligt werden dürfen.

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