Käufer suchen laut Umfrage vor allem gute Qualität und Design Möbelindustrie: Preis »gar nicht so wichtig«

Köln (WB). Die Möbelindustrie fordert zum Start der IMM Cologne den Fachhandel auf, sich stärker für die Vermarktung von Einrichtungen aus deutscher Produktion einzusetzen.

Von Bernhard Hertlein
VDM-Präsident Axel Schramm.
VDM-Präsident Axel Schramm. Foto: dpa

Hintergrund ist eine Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Kantar, wonach Qualität (75,4 Prozent) und Design (64,3) aus Verbrauchersicht die wichtigsten Kriterien für den Möbelkauf sind. Der Preis landet mit 50,5 Prozent erst auf Platz 3. »Für uns als deutsche Möbelindustrie ist die repräsentative Studie ein Beleg dafür, dass Möbel made in Germany ein viel höheres Vermarktungspotenzial haben, als wir es gemeinsam mit dem Handel derzeit ausschöpfen«, erklärt Axel Schramm, der Präsident des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM).

Heimvorteil schwindet

Während die deutschen Hersteller im Ausland sehr erfolgreich sind, verlieren sie seit einiger Zeit Anteile in ihrem Heimatmarkt. Stammten im Jahr 2000 nur 33 Prozent der in Deutschland verkauften Möbel aus ausländischer Produktion, so waren es im vergangenen Jahr nach Angaben des Handels 65 Prozent.

Die ersten drei Plätze belegen Hersteller aus Polen, China und Tschechien – Länder, die eher für preiswerte Produktionen bekannt sind. Sie stehen zusammen für 55 Prozent der Möbelimporte.

Design-Land Italien folgt erst auf Platz vier, gefolgt von den Lieferländern Ungarn, Rumänien und der Türkei. Die Ausfuhren deutscher Möbel erreichten von Januar bis Oktober 2017 mit einem Anteil von 32,5 Prozent einen Rekordwert. Dabei stieg zuletzt vor allem in den billig produzierenden Ländern die Nachfrage nach deutschen Möbeln – in den ersten zehn Monaten 2017 in China um 21 Prozent und in Polen um gut zehn Prozent.

Neue Konzepte gefordert

Vier von fünf Befragten verbinden der Umfrage zufolge Qualität und mehr als die Hälfte gutes Design speziell mit Möbeln aus deutscher Produktion. Dass sie am Ende dann oft doch nach Preis entscheiden, lieg nach Ansicht der Hersteller vor allem an der Art der Werbung, die sich zu sehr an Niedrigpreisen orientiere. Konkret fordert Schramm die Möbelhändler auf, gemeinsam mit der Industrie neue Vermarktungskonzepte zu erarbeiten.

Im Gegensatz zu Design spielen Neuartigkeit und Innovationen mit 20,9 Prozent beim deutschen Möbelkäufer nur eine untergeordnete Rolle. Offenbar wird mehr Wert auf das Altbewährte gelegt. Sogar die umweltverträgliche Produktion, von der 44,1 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahre angeben, sie sei ihnen wichtig, rangiert davor – und mit Abstand.

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