Aus der JVA Hövelhof entflohener Häftling überfällt Tankstelle in Oelde Räuber mit Bierdosen beworfen

Oelde (dpa). Mit drastischen Mitteln haben sich Mitarbeiter einer Tankstelle in Oelde am Donnerstagabend gegen einen Überfall durch einen mutmaßlich entflohenen Häftling gewehrt. Als der Maskierte eine Angestellte mit einem Messer bedrohte und Geld verlangte, beschimpfte sie ihn laut und fing an, den Mann mit Bierdosen zu bewerfen, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Vom Kampfgetöse alarmiert, kam auch der Tankstellenbesitzer hinzu und warf ebenfalls Bierdosen sowie eine Bierkiste auf den Bewaffneten. Eine Kundin und ihre fünfjährige Tochter nutzten das Durcheinander, um zu fliehen.

Als der Tankstellenbesitzer dem Räuber kurzzeitig die Maske vom Gesicht zog, setzte dieser sie wieder auf, drohte nochmals mit dem Messer und flüchtete zu Fuß.

Als Tatverdächtige nahm die Polizei einen 21-Jährigen fest, der bereits am 1. September aus dem Jugendgefängnis in Hövelhof geflohen war, sowie einen 20-jährigen mutmaßlichen Komplizen. Beide seien betrunken gewesen. Verletzt wurde demnach niemand. »Auch nicht der Räuber«, sagte der Sprecher.

Nach Angaben der JVA in Hövelhof war nach dem 21-Jährigen nach seiner Flucht gefahndet worden. »Wir sind eine offene Jugendstrafanstalt. Die Gefangenen können sich hier auf dem Gelände frei bewegen. Er wird den Schutzzaun rund um das Gelände mit einfachen Mitteln überwunden haben«, sagte Klaus Geismann, stellvertretender Gefängnisleiter am Freitag. Zwischen dem Tatort in Oelde und dem Jugendgefängnis in Hövelhof liegen rund 40 Kilometer.

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