Die Abkühlung nach dem bisher heißesten Tag des Tages kommt turbulent daher Blitz und Donner über Deutschland – Regionalbahn entgleist

Berlin (dpa). Blitz und Donner vertreiben die Tropenhitze aus Deutschland. Der abrupte Wetterwechsel mit schweren Gewittern und heftigen Regenfällen richtete dabei bis zum Samstagmorgen erhebliche Schäden an. Besonders betroffen waren der Südwesten sowie Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Ein Bahnmitarbeiter telefoniert neben dem entgleisten Regionalexpress RE 4251 am Samstag, 25. Juni, in Oberwesel
Ein Bahnmitarbeiter telefoniert neben dem entgleisten Regionalexpress RE 4251 am Samstag, 25. Juni, in Oberwesel Foto: Andreas Arnold/dpa

In Rheinland-Pfalz entgleiste am Samstagmorgen nach einem Erdrutsch eine Regionalbahn. Zehn Menschen wurden verletzt. Beim »Southside Festival« in Baden-Württemberg mit Zehntausenden Besuchern wurden am Freitagabend 25 Musikfans verletzt. Daraufhin wurde die Veranstaltung abgesagt. In vielen kleineren Städten traten Bäche über die Ufer, überschwemmten Straßen und Keller, Deiche mussten gesichert werden.

Am Samstagmorgen hob der Deutschen Wetterdienst alle seine Unwetterwarnungen auf. Dennoch werde es nach der großen Schwüle weitere Gewitter geben, vor allem in Berlin und anderswo im Osten. Am Freitag schwitzten die Berliner sogar bei 36,4 Grad. Laut DWD war es der bislang heißeste Tag des Jahres in Deutschland. Am Sonntag sollen die Temperaturen dann zwischen 19 und 25 Grad liegen.

Nach starkem Regen war Geröll auf die Bahnstrecke von Koblenz nach Frankfurt gerutscht. Daraufhin entgleiste gegen 5.30 Uhr zwischen Bacherach und Oberwesel der vordere Teil eines Zuges, wie eine Polizeisprecher sagte. Die linksrheinische Strecke wurde für die Bergungsarbeiten gesperrt. Unter den Verletzten sei der Lokführer. Neun Passagiere seien mit leichten Verletzungen davon gekommen.

Zuvor war es am Freitag auf derselben Bahnstrecke nach einem heftigen Gewitter im Mittelrheintal zu Beeinträchtigungen gekommen. Beiderseits des Rheins wurden die Gleise unterspült.

Bei »Southside Festival« im Kreis Tuttlingen kamen fünf der 25 verletzten Musikfans ins Krankenhaus, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Die Sicherheit auf dem Gelände könne nicht mehr gewährleistet werden, hatten die Veranstalter mitgeteilt. Die Besucher wurden aufgefordert, die Heimreise anzutreten.

Das »Southside Festival« findet traditionell gleichzeitig mit dem »Hurricane Festival« in Niedersachsen statt. Dort wurde die Veranstaltung am Freitagabend wegen eines Unwetters unterbrochen.

In Pfullingen südlich von Stuttgart goss es wie aus Kübeln. Zwei kleine Bäche traten über die Ufer und trieben hilflose Bewohner in die Enge. Ähnliche Szenen spielten sich in Städten und Ortschaften in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ab.

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