Deutscher Wetterdienst warnt vor Hagelschlag und starkem Regen Weitere Unwetter erwartet

Lienen (dpa). Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und Zugverspätungen: Wieder hat ein lokales Unwetter in Nordrhein- Westfalen seine Spuren hinterlassen. Die Polizei spricht von mehr als 1500 Einsätzen durch überflutete Straßen, umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller. Und es sieht nicht so aus, als ändere sich der Wetter-Mix aus heißen Temperaturen und nasser Abkühlung in den kommenden Tagen wesentlich.

Blitze waren in der Nacht fast überall am Himmel über OWL zu sehen.
Blitze waren in der Nacht fast überall am Himmel über OWL zu sehen. Foto: dpa

Kreis Steinfurt

Vom jüngsten Unwetter am Donnerstagabend war vor allem der Kreis Steinfurt betroffen. Gleich zwei Mal innerhalb weniger Stunden regnete es heftig, die Gemeinde Lienen traf es am schwersten. Ein Polizeisprecher berichtete von Straßen, die unter Wasser standen, von hochschießenden Gullydeckeln und von entwurzelten Bäumen. Ein Baum stürzte auf ein vorbeifahrendes Auto, der Fahrer kam ins Krankenhaus.

Rheine

Zwei Stunden später brachen die Regenmassen über Rheine herein und setzten die Kernstadt unter Wasser. Hunderte Keller wurden überflutet, Bäume entwurzelt und Bahngleise überschwemmt, wie die Polizei berichtete. Auch der Nachbarkreis Borken wurde von Starkregen getroffen - allerdings wurden zunächst keine nennenswerten Schäden verzeichnet.

Zwei Autos waren zwar in überflutete Unterführungen gefahren, die Fahrer konnten sich jedoch selbst befreien. Ein Blitz schlug in ein Haus ein, ein weiterer traf einen Baum, der auf ein Gebäude stürzte. Auch im Kreis Borken ging Starkregen herunter - laut Polizei gab es dort aber keine größeren Schäden.

Bahn

Bahnreisende bekamen die Auswirkungen von Gewittern im Nordosten von NRW ebenfalls zu spüren. Im Bereich des Stellwerkes Lengerich (Kreis Steinfurt) wurde ein Signal gestört, Züge verspäteten sich. Betroffen war nach Angaben der Deutschen Bahn die Strecke zwischen Osnabrück und Münster. Auch am Hauptbahnhof Münster schlug ein Blitz im Bereich des Bahnhofs ein. Die Lokführer konnten nur nach Rücksprache einfahren, weil das Lichtsignal nicht mehr funktionierte. Betroffen waren der Nah- und Fernverkehr - es gab Schienenersatzverkehr, eine Fernstrecke wurde umgeleitet.

Nach nächtlichen Störungen läuft der Bahnverkehr am Hauptbahnhof in Münster wieder störungsfrei, sagte ein Sprecher am Freitagmorgen. Lediglich im Westen NRWs, zwischen Linden und Gelsenkirchen, müsse mit Ausfällen und Verspätungen gerechnet werden. Wegen umgestürzter Bäume waren hier Oberleitungen gestört.

Freitag

Die Meteorologen machen wenig Hoffnungen auf sorgenfreies Sommerwetter: Nach dem bisher heißesten Tag des Jahres drohen im Westen Deutschlands wieder Unwetter. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte für diesen Freitag vor erneutem Hagelschlag und heftigem Regen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

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