Botschaft zum 1. Mai
Merkel lobt schwierigen Einsatz der Beschäftigten

«Berufe, die sonst nicht solche Aufmerksamkeit bekommen, haben das Land am Laufen gehalten», würdigt die Kanzlerin am Tag der Arbeit. Zugleich appelliert Merkel, sich am Arbeitsplatz zu testen.

Samstag, 01.05.2021, 11:16 Uhr aktualisiert: 01.05.2021, 11:37 Uhr
Kanzlerin Angela Merkel äußert in einer Botschaft zum 1. Mai Verständnis für die Situation vieler Menschen in der Pandemie: «Mir ist bewusst, wie anstrengend es sein kann, wenn über Monate der Esstisch gleichzeitig Schreibtisch und Hausaufgabenplatz für die Kinder ist.». Foto: Michael Kappeler

Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zum Tag der Arbeit den Einsatz vieler Beschäftigter unter schwierigen Corona-Bedingungen gewürdigt und zum Nutzen von Testmöglichkeiten aufgerufen.

«Gerade Berufe, die sonst nicht solche Aufmerksamkeit bekommen, haben das Land am Laufen gehalten», sagte sie in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Ohne die Beschäftigten in Supermärkten und die Menschen am Steuer von Lkws «könnten wir uns beispielsweise auf die gewohnte Versorgung mit Lebensmitteln nicht verlassen».

Wenn Arbeitnehmer nicht von zu Hause arbeiten könnten, gebe es nun auch die Pflicht für Arbeitgeber, zwei Corona-Tests pro Woche anzubieten. «Ich bitte Sie dringend, dieses Angebot nun auch zu nutzen - zur eigenen Sicherheit und weil es in unser aller Interesse ist, dass Infektionen früh erkannt werden», sagte Merkel.

Mit Blick auf viele Menschen im Homeoffice betonte sie: «Mir ist bewusst, wie anstrengend es sein kann, wenn über Monate der Esstisch gleichzeitig Schreibtisch und Hausaufgabenplatz für die Kinder ist.» Homeoffice sei aber «eine riesige Hilfe» gegen die Ausbreitung des Virus. «Es vermeidet täglich U-Bahn- oder Busfahrten zur Arbeit, es reduziert Kontakte und damit Gelegenheiten zur Ansteckung.»

Merkel dankte zum 1. Mai auch Betriebsräten und Gewerkschaftern, die sich für gute Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung einsetzen. Wie schon in der Finanzkrise habe sich die Sozialpartnerschaft auch in dieser schweren Zeit bewährt.

Angesichts des Wirtschaftseinbruchs in der Pandemie habe die Bundesregierung Milliarden eingesetzt, um das Kurzarbeitergeld zu erhöhen und die Bezugsdauer zu verlängern. «Das war gut investiertes Geld.» So hätten Betriebe ihr Personal halten können. «Und so können sie schneller wieder durchstarten, wenn die Wirtschaft wieder anzieht - und damit rechnen wir noch in diesem Jahr.»

Der Chef der IG Metall forderte zum Tag der Arbeit von der Politik eine faire Lastverteilung bei den Kosten der Corona-Pandemie. Einerseits boomten die Börsen und es habe noch nie so einen rasanten Zuwachs an Milliardären gegeben, sagte Jörg Hofmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Gleichzeitig seien Hunderttausende Arbeitsplätze verloren gegangen und mehr Menschen auf Hartz IV angewiesen.

«Die Risiken der Pandemie und der Transformation können nicht von den Beschäftigten allein geschultert werden, während andere ihre Chancen nutzen», warnte der Gewerkschafter. Die Pandemie hinterlasse nicht nur Opfer und Verlierer, es gebe auch Profiteure. «Diese massive Unwucht kann auch den politischen Raum ins Wanken bringen.»

Am Tag der Arbeit ist die Polizei nicht nur auf der traditionellen DGB-Hauptkundgebung - diesmal in Hamburg -, sondern vielerorts durch zahlreiche weitere Demonstrationen gefordert. Ein Schwerpunkt ist dabei erneut Berlin, wo rund um den 1. Mai voraussichtlich etwa 5000 Beamte im Einsatz sein werden.

© dpa-infocom, dpa:210501-99-426953/2

 

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