Paderborns verletzter Routinier Uwe Hünemeier erlebte das willenlose 1:2 in Nürnberg als Fan vor dem Fernseher
„Das war gar nichts“

Paderborn (WB) -

Paderborns verletzter Routinier Uwe Hünemeier erlebte den willenlosen Auftritt seiner Teamkollegen wie ein Fan vor dem Fernseher und war nach der 1:2-Niederlage in Nürnberg genauso bedient.

Mittwoch, 07.04.2021, 03:00 Uhr aktualisiert: 07.04.2021, 07:58 Uhr
Uwe Hünemeier musste beim 1:2 gegen Nürnberg tatenlos zusehen. Der 35-Jährige hofft gegen den VfL Bochum auf sein Comeback. Foto: Wilfried Hiegemann

„Das war gar nichts. Da dürfen wir auch nichts schönreden. Nürnberg war zwar auch nicht gut, aber williger und gieriger. Deshalb war der Leistungsunterschied sogar noch deutlicher, als es das Ergebnis aussagt.“

Der 35-Jährige spricht Klartext. Aber nicht, um seine Teamkollegen anzuklagen. Als Mitglied des Spielerrats will er vielmehr wachrütteln: „Am liebsten wäre ich schon am Ostersonntag in meinen Fernseher gesprungen und hätte unsere Jungs durchgeschüttelt. Mir hat auch die Körpersprache nicht gefallen. So darf man sich nicht präsentieren, so darf man die Punkte nicht herschenken und so werden wir auch kein Spiel mehr gewinnen.“

Bei der Ursachenforschung tut sich aber auch Hünemeier schwer. Überzeugt ist er aber davon, dass dieser Auftritt nichts mit der ungeklärten Trainerfrage zu tun hat. Wenn das ein Grund sei, hätte die Mannschaft schon beim FC St. Pauli (2:0) oder gegen den Karlsruher SC (2:2) ihre Leistung nicht so abrufen können. Wobei sich auch der Abwehrspieler in diesem Punkt mehr Klarheit wünschen würde.

In welche Richtung der Trainer tendiert? Da hat aber auch Hünemeier kein Bauchgefühl, er könnte aber jede Entscheidung nachvollziehen: „Steffen fühlt sich bei uns sehr wohl. Das merkt man jeden Tag. Aber er hat mit dem SCP auch alles erreicht. Ich bin mir in einem Punkt aber sicher: Wenn er gehen würde, wäre es nie eine Entscheidung gegen den SC Paderborn, sondern für eine neue Herausforderung.“

Die Ostwestfalen stehen am Samstag (13 Uhr/Sky) vor der aktuell sportlich größten Aufgabe. Mit dem VfL Bochum kommt der Tabellenführer. Nur sechs Tage nach dem schwachen Auftritt bei den Franken könnte daher Paderborns Prüfung auf dem Platz kaum schwieriger sein. Pro Partie holt der VfL im Durchschnitt zwei Punkte, kommt mit dem drittbesten Angriff (50 Tore) und der zweitbesten Abwehr (27 Gegentreffer) in die Benteler-Arena.

Und gerade jetzt plagen Paderborn auch noch massive Probleme im Abwehrzentrum. Kapitän Sebastian Schonlau ist gesperrt und Uwe Hünemeier noch immer angeschlagen. Vor dem Heimspiel gegen den Karlsruher SC (19. März) hatte er sich im Training verletzt. Nach einer Kernspintomographie wurde bei „Hüne“ eine Einblutung in der Wadenmuskulatur diagnostiziert. Gestern Nachmittag folgte noch eine Ultraschalluntersuchung. Die neuen Bilder bestätigten Hünemeiers Gefühl, der Heilungsverlauf ist gut.

27. Spieltag: 1. FC Nürnberg - SC Paderborn 07 2:1

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  • Der Nürnberger Manuel Schäffler (rechts) gegen Paderborns Sebastian Schonlau.

    Der Nürnberger Manuel Schäffler (rechts) gegen Paderborns Sebastian Schonlau.

    Foto: Timm Schamberger/dpa
  • Paderborns Trainer Steffen Baumgart gestikuliert.

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  • Johannes Geis (l) gegen den Paderborner Dennis Srbeny.

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  • Nürnbergs Tom Krauß.

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  • Der Nürnberger Tom Krauß (l) gegen Paderborns Maximilian Thalhammer.

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  • Paderborns Marcel Correia im Kopfballduell mit Manuel Schäffler (l).

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  • Der Nürnberger Lukas Mühl (rechts) im Zweikampf gegen den Paderborner Christopher Antwi-Adjei.

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  • Manuel Schäffler (l) köpft das Tor zum 1:0 gegen den SC Paderborn.

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  • Der Nürnberger Manuel Schäffler jubelt nach seinem Tor zum 1:0.

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  • Enrico Valentini (links) und Tom Krauß (rechts) freuen sich mit Torschütze Manuel Schäffler.

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  • Die Paderborner jubeln über das Tor zum 1:1.

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  • Nürnbergs Tim Handwerker (oben) und der Paderborner Frederic Ananou.

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  • Der Paderborner Marcel Correia und der Nürnberger Lukas Mühl (rechts).

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  • Der Paderborner Torwart Leopold Zingerle pariert den Elfmeter von Manuel Schäffler (verdeckt).

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  • Fabian Nürnberger (rechts) im Duell mit Paderborns Frederic Ananou.

    Foto: Timm Schamberger/dpa
  • Die Nürnberger Spieler jubeln über das Tor zum 2:1.

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  • Der Nürnberger Trainer Robert Klauß gestikuliert.

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  • Der Nürnberger Johannes Geis geht verletzt vom Platz.

    Foto: Timm Schamberger/dpa

Hünemeier fühlt sich auch schon besser, will sich aber nicht unter Druck setzen lassen: „Auch ich stelle mich der Verantwortung. Aber ich kann nur machen, was mein Körper hergibt.“ Das heißt, dass der Innenverteidiger nicht alles riskieren will: „Nach Bochum haben wir noch sechs Spiele. Wenn ich zu früh anfange und dann für den Rest der Saison ausfalle, hilft das auch keinem.“

Zumal auch Uwe Hünemeier noch nach unten schaut, solange sein Team die 40-Punkte-Marke nicht geknackt hat: „Wir haben im April noch vier Spiele, darunter Gegner wie Eintracht Braunschweig und den VfL Osnabrück, für die es noch um alles geht. Da müssen wir gewappnet sein.“

Sollte Hünemeier nicht spielfähig werden, wäre Baumgart gezwungen, seine Abwehr erneut umzubauen. Wobei auch die Winterverpflichtung Nicolas Bürgy (Halswirbelverletzung) weiter ausfällt. So wären Arsitote Nkaka und Sebastian Vasiliadis die Kandidaten für den Part im Zentrum neben Marcel Correia. Die beiden haben allerdings auf dieser Position keine Erfahrung. „Jeder hat aber den Anspruch zu spielen, jetzt könnten sich andere zeigen“, sagt dagegen Hünemeier und ist überzeugt: „Es ist egal, wer auf dem Rasen steht. Am Samstag werden wir anders auftreten.“

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