Paderborns Routinier Uwe Hünemeier traf gegen Regensburg schon doppelt – Vertragsverlängerung steht bevor
„50 Punkte sind unser Anspruch“

Paderborn -

So ganz sicher war auch Steffen Baumgart nicht. Als Paderborns Trainer vor der Saison gefragt wurde, in welcher Rolle er Uwe Hünemeier sieht, antwortete er ausweichend: „Uwe hilft der Mannschaft auf allen Ebenen. Egal ob er spielt oder nicht.“

Freitag, 26.02.2021, 08:29 Uhr aktualisiert: 26.02.2021, 08:32 Uhr
Augen zu und durch: Uwe Hünemeier trifft per Kopf gegen Regensburg. Jahn-Keeper Alexander Meyer kommt zu spät. Foto: Wilfried Hiegemann

Der Routinier hilft tatsächlich. Allerdings mit größter Regelmäßigkeit auf dem Rasen. Wenn heute Abend (18.30 Uhr/Sky) in Regensburg der 23. Spieltag angepfiffen wird, steht der 35-Jährige zum 23. Mal auf dem Platz. „Hohes Fußballalter schützt nicht vor Leistung“, sagte Baumgart am Donnerstag und da schwang viel Hochachtung mit: „Uwe liegt kämpferisch immer bei 100 Prozent und bringt immer seine Leistung. Mit seiner Erfahrung gibt er der Mannschaft zusätzlich noch die nötige Ruhe.“

Hohes Fußballalter schützt nicht vor Leistung.

Steffen Baumgart

Im Sommer zögerte Manager Fabian Wohlgemuth zunächst, den Vertrag mit Hünemeier zu verlängern. Die beiden kannten sich noch nicht. Alter und Tempo ließen einige Zweifel zu, mit dem 31-Jährigen Marcel Correia aus dem Kader des heutigen Gegners war die Nachfolge eigentlich auch schon geregelt. Doch dann kam alles anders. Und damit verschiebt sich das Ende der Laufbahn des zentralen Abwehrspielers weiter nach hinten. In Kürze wird der Verein bekanntgeben, was eigentlich schon feststeht: Uwe Hünemeier wird seinen Vertrag wieder um ein Jahr verlängern. „Ich habe gezeigt, welchen Wert ich noch für diese Mannschaft habe. Jetzt würde es mich sehr überraschen, wenn wir uns nicht einigen würden“, sagt Hünemeier und ergänzt: „Ich bin über jedes Jahr glücklich, in dem ich noch auf diesem Niveau spielen kann. Das ist in meinem Alter nicht selbstverständlich.“

Lieber draußen statt drinnen – so ist der gebürtige Rietberger gestrickt und so stellt er sich auch seine Laufbahn abseits des Spielfeldes vor. Eher Trainer als Manager, lieber am Ball als am Schreibtisch. Wie es nach der Kicker-Karriere beim SCP weitergehen könnte, ist locker besprochen worden, doch mehr möchte „Hüne“ dazu noch nicht sagen. Ein Start im Nachwuchsbereich, wie sie der Klub auch den Identifikationsfiguren wie Thomas Bertels und Lukas Kruse ermöglichte, ist denkbar.

Wir Spieler würden es in so einer Situation nicht anders machen.

Uwe Hünemeier

Im Moment zählt aber nur das Hier und Jetzt. „Regensburg ist unangenehm zu spielen. Sie stören früh, sind aggressiv und noch nicht gesichert“, beschreibt der Innenverteidiger den Gegner. Ganz anders sieht er den SC Paderborn. Nur noch nach „unten absichern“ ist ihm zu wenig: „Unser Anspruch sollten schon 50 Punkte sein. Je früher wir die haben, desto größer ist die Chance, auch noch mal über andere Plätze nachzudenken.“

Wobei der Abstand auf das Führungs-Quartett mit elf Punkten bereits sehr groß ist und auch Hünemeier zugibt: „Gegen Hamburg, Fürth, Bochum und Kiel haben wir auch nicht gerade mit Punktgewinnen geglänzt.“ Diese vier Teams sieht Hünemeier leistungsmäßig daher vor dem SCP, den Rest nicht: „Platz fünf ist noch in Reichweite.“

Das wäre ein schöner Saisonabschluss, ob es auch für den Trainer der passende Abschied wäre? Es sei auch für ihn schwer einzuschätzen, was im Sommer passiert. Baumgart sei durch gute Arbeit deutschlandweit aufgefallen, sondiere nun den Markt und das sei absolut legitim: „Wir Spieler würden es in so einer Situation nicht anders machen.“

In der Hinrunde mit zwei Toren der Matchwinner

Platz fünf, 50 Punkte oder ein neuer Vertrag – diese Themen beschäftigen den Routinier, heute Abend geht es aber zunächst nur um Spieltag 23. In der Hinrunde gewann Paderborn mit 3:1 und hatte einen Matchwinner im Team, mit dem zuvor niemand gerechnet hatte: Uwe Hünemeier. Nach zwei Standards von Julian Justvan war er jeweils per Kopf zum 1:0 und 3:1 zur Stelle.

Torschütze statt Torverhinderer – auch dass passt zu seiner Saison voller Überraschungen. Wie die 2013 Pflichtspielminuten. Kein anderer Paderborner Feldspieler stand in dieser Saison länger auf dem Platz.

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