Heute Abend wird Paderborns Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim nachgeholt
Eine Absage mit Ansage: Arena versank im Schnee

Paderborn -

Die Entscheidung fiel am 7. Februar um 12 Uhr Mittags: Nach der zweiten Platzbesichtigung setzte Schiri Guido Winkmann (Kerken) die Partie zwischen den SC Paderborn 07 und dem 1. FC Heidenheim ab.

Dienstag, 23.02.2021, 02:00 Uhr aktualisiert: 23.02.2021, 15:27 Uhr
So war es noch am 7. Februar: Freiwillige Helfer versuchten die Paderborner Benteler-Arena von den Schneemassen zu befreien. Am Ende war die Mühe vergeblich, das Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim wurde abgesagt.

Damit musste zum ersten Mal ein Zweitligaheimspiel des SCP witterungsbedingt abgesetzt werden. Das droht heute Abend (Anstoß: 18.30 Uhr, Sky) nicht. Das Nachholspiel kann stattfinden.

Heftige Schneefälle hatten Paderborn vor gut zwei Wochen in nicht einmal 20 Stunden in eine Winter-Wunderlandschaft verwandelt. Die waren zwar für Deutschland vorausgesagt worden, doch am Ende erwischte es Ostwestfalen besonders hart. Und so kam es, wie es am Ende kommen musste: Die einzigen Bundesligaspiele, die am 8. Februar abgesagt wurden, hätten in Bielefeld (gegen Werder Bremen) und eben in Paderborn stattfinden sollen.

Für Paderborns Trainer war es am Ende eine Absage mit Ansage, entsprechend reagierte Steffen Baumgart auch darauf: „Wir schicken eine Mannschaft wie Heidenheim zweimal fast durch ganz Deutschland. Das ist bei diesen Straßenverhältnissen nicht ungefährlich. Dabei war schon am Samstag mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit klar, dass in Ostwestfalen nichts gehen wird.“

In Paderborn war der Untergrund das größte Problem. Die bereits seit einer Woche laufende Rasenheizung hatte den Boden entsprechend erwärmt, darauf fiel unentwegt der kalte Schnee. „Dadurch bildeten sich am Sonntagmorgen auf dem bereits geräumten Platz Eisschollen. Außerdem waren die Linien schon nach wenigen Minuten nicht mehr zu erkennen“, erklärte Paderborns Geschäftsführer Martin Hornberger die Situation damals so. Ein anderes Problem war das Dach der Benteler-Arena, auch dort wurden Eisplatten vermutet. „Schon beim Aufbau der LED-Werbebanden waren am Spielfeldrand Eisstücke heruntergekommen. Hier wollten wir auch als Stadionbetreiber weder die Schiedsrichterassistenten noch unsere Balljungen oder die Fotografen gefährden“, erläuterte Hornberger. Eine Absetzung war daher unumgänglich und damit hatte auch Baumgart kein Problem: „Es wäre kein Fußballspiel möglich gewesen, höchstens eine Schlacht auf Schnee. Dabei wäre nichts Vernünftiges herausgekommen. Wenn der Schiri angepfiffen hätte, wären wir aber auch angetreten.“

So, wie am 5. Februar 2006. Fast auf den Tag genau 15 Jahre zuvor gab es zwar den Trainer Baumgart in Paderborn noch nicht, auch die Benteler-Arena stand noch nicht. Der Zweitliga-Aufsteiger erwartete damals Energie Cottbus und gut 4000 frierende Zuschauer sahen am Ende ein torlose 90 Minuten. Viel wichtiger als der eine Punkte war aber, dass sich kein Spieler verletzte. Denn gespielt wurde noch im alten Hermann-Löns-Stadion, eine Rasenheizung gab es nicht und entsprechend sauer waren Spieler und Trainer. »Dass dieses Spiel angepfiffen wurde, ist für mich ein Skandal«wetterte der damalige Kapitän René Müller. Ähnlich sahen es auch die Trainer. »Als ich den Platz betrat, war ich über den Zustand erschrocken«, sagte Jos Luhukay.

Das Problem war damals wie heute weniger der Schnee, sondern mehr die Eisplatte darunter. »Am Ende können wir froh sein, dass sich keiner verletzt hat«, war Luhukay erleichtert, was den Frust seines Spielführers aber nur etwas milderte: »Wir Spieler müssen bei diesen Platzverhältnissen die Knochen hinhalten und riskieren unsere Gesundheit. Das ist eine Riesensauerei, das ist eine Frechheit.«

Das ist lange her, ein denkwürdiges Schneespiel gab es aber auch schon in der Benteler-Arena. Am 20. Dezember 2009 glich das Stadion an der Alme-Aue einer Kältekammer. Die Temperaturen waren gefühlt arktisch, als der FC St. Pauli zum Punktspiel anreiste. Im dichten Schneetreiben gab es am Ende mit dem 2:1 aber wenigstens einen Heimsieg.

Den wünscht sich der SC Paderborn 07 auch heute Abend gegen den 1. FC Heidenheim. Wobei sicher sein dürfte, dass beide Teams nur mit dem Gegner zu kämpfen haben werden, nicht mit Eis und Schnee.

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