Paderborns Trainer Baumgart will wieder um den Aufstieg spielen und zögert mit der Vertragsverlängerung
„Platz zehn nervt mich“

Paderborn -

Dass Steffen Baumgart erst im März Gespräche über seine weitere Zukunft beim SC Paderborn 07 führen will, ist bekannt. Beim digitalen SCP07-Stammtisch begründete Paderborns Trainer zum ersten Mal sehr ausführlich sein Zögern.

Freitag, 19.02.2021, 03:00 Uhr
Digitaler SCP-Stammtisch mit Moderator Jürgen Lutter: Steffen Baumgart wurde bei Fragen nach seiner Zukunft gewohnt deutlich. Foto: AFV-Medienproduktion Weihrauch

„Platz zehn ärgert mich. Platz zehn nervt mich. Ich will wieder um den Aufstieg spielen.“

Wird Steffen Baumgart der neue Christian Streich von Paderborn? Diese Frage beschäftigt die Fans des Fußball-Zweitligisten seit Monaten. Freiburgs Trainer hatte erst vergangene Woche seinen Vertrag verlängert und geht mit den Breisgauern im August in seine elfte (!) Saison. Baumgart kam zwar erst im April 2017 zum SCP, seit dem sich dieser Verein aber im Profifußball etabliert hat, blieb noch kein Chefcoach länger. „Ich will erkennen, was mit dieser Mannschaft passiert. Wo stehen wir? Welche Möglichkeiten haben wir? Wie stellt sich der Verein für die Zukunft auf?“, reagierte Baumgart am Mittwochabend mit einer ganzen Reihe von Gegenfragen und stellte im Gespräch mit Moderator Jürgen Lutter dann aber auch klar: „Ich bin noch nicht weg, habe auch noch nichts geplant und werde daher sehr offen in die Gespräche gehen. Aber Treueschwüre wird es von mir im Vorfeld mit Sicherheit auch nicht geben.“

Die Verhandlungen mit dem Trainer wird Fabian Wohlgemuth führen. Der Sportchef verlängerte in den vergangenen Wochen bereits die Verträge mit Leistungsträgern wie Leopold Zingerle (bis 2023) , Jamilu Collins (2022) und Ron Schallenberg (2024). Auch Wackelkandidat Johannes Dörfler (2024) darf bleiben. Aber auf den 41-Jährigen warten noch viel höhere Hürden. Insgesamt 13 weitere Verträge laufen in vier Monaten aus, mit Sebastian Vasiliadis (Arminia Bielefeld) ist der Abgang von einem Leistungsträger schon sicher. Kapitän Sebastian Schonlau, Außenstürmer Christopher Antwi-Adjei, Routinier Uwe Hünemeier oder die Leihspieler wie Chris Führich, Svante Ingelsson (bei beiden hat der SCP eine Kaufoption) sowie Chima Okoroj könnten folgen. „Zur Entwicklung einer Mannschaft gehört auch, dass wir alles dafür tun müssen, diese Jungs zu halten“, forderte Baumgart und sprach, ohne einen Namen zu nennen, damit auch Manager Wohlgemuth direkt an: „Ich brauche diese Jungs, wenn wir wieder um den Aufstieg mitspielen wollen. Deshalb muss man sich noch einen Schritt mehr bemühen.“

Wobei Baumgart durchaus nachvollziehen kann, dass einige seiner Profis bislang nicht verlängerten und sehr offensiv den Markt sondieren: „Ich verstehe jeden, der sich umschaut und Gedanken macht. Aber wenn wir peu à peu wieder dahin wollen, wo wir einmal waren, brauche ich sie.“

Baumgarts Forderungen sind ganz klar mit dem Fernziel „Rückkehr in die 1. Liga“ verbunden – zumindest dem neuen SCP-Aufsichtsrat Tomas Pfänder werden die Visionen des Fußballlehrers gefallen haben. „Der Aufstieg muss immer das Ziel sein“, hatte der 51-Jährige am Mittwoch den Ball zuerst verbal ins Feld gespielt. Der Nachfolger von Ralf Hämmerling im SCP-Führungsteam ist mit den Gremien nun allerdings auch gefordert, die wirtschaftlichen Voraussetzungen zu schaffen.

Denn die finanzielle Situation bleibt coronabedingt sehr angespannt. Diese Saison wird der SC Paderborn, wie alle Profiklubs, wohl wieder ohne Zuschauer beenden. Wann und wie viele Fans in der kommenden Serie in die Stadien dürfen, bleibt ungewiss. Genauso kann niemand mit Überzeugung sagen, wie im Sommer, nach dann schon 18 Monaten Corona-Pandemie, die Sponsoren reagieren. Verlässlich planen kann der Verein nur mit den TV-Einnahmen. Doch auch die sinken. Der SC Paderborn muss in der neuen Serie ein Minus in Höhe von 2,4 Millionen Euro einkalkulieren.

 

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