Paderborns Ex-Profi Sebastian Schuppan kehrt als Sportvorstand der Kickers zurück
„Der SCP kann jede Mannschaft schlagen“

Paderborn -

Zwei Jahre war Sebastian Schuppan für den SC Paderborn 07 am Ball. Den Durchbruch schaffte er beim SCP aber nie.

Freitag, 22.01.2021, 02:00 Uhr aktualisiert: 22.01.2021, 06:48 Uhr
Sakko statt Trikot: Seit November 2020 arbeitet Sebastian Schuppan im Vorstand. Foto: Silvia Gralla/FWK

Über die Stationen Dynamo Dresden und Arminia Bielefeld landete der heute 34-Jährige schließlich 2017 bei den Würzburger Kickers. Als Kapitän führte der den Verein in die 2. Liga, seit November 2020 arbeitet er als Sportvorstand. Am Samstag (13 Uhr, Sky) kehrt er in die Benteler-Arena zurück. Zuvor sprach er über die neuen Aufgaben, die sportliche Situation und über seine Zeit in Paderborn.

Herr Schuppan, seit November 2020 heißt Ihre Funktion in Würzburg „Sportvorstand“. Die wurde bei den Kickers neu geschaffen, was ist Ihr Aufgabengebiet?

Sebastian Schuppan: Das umfasst alles rund um die Profi-Mannschaft des FC Würzburger Kickers. Ich kümmere mich um die Transfers, die Kaderplanung, die Organisation und die Abläufe auf und neben dem Fußballplatz.

Als Chef des Bereichs „Global Soccer“ bei Hauptsponsor „Flyeralarm“ mischt auch Felix Magath bei den Kickers mit. Wie muss man sich hier die Zusammenarbeit vorstellen?

Schuppan: Die Zusammenarbeit ist sehr gut. Wir pflegen einen engen Austausch und ich bin sehr froh, dass ich mich mit allen Fragen an ihn wenden kann, weil er im Fußball eine sehr große Expertise besitzt. Er hat in seiner Karriere, ob als Spieler, als Trainer oder Manager, jede erdenkliche Situation schon erlebt und kann mir daher immer mit Ratschlägen zur Seite stehen.

Mit nur einem Sieg und vier Punkten nach zwölf Spieltagen haben die Kickers das Jahr 2020 beendet. Was ist im Rückblick bei den Planungen im Sommer besonders schief gelaufen?

Schuppan: Zu dem, was im Sommer passiert ist, möchte ich mich nicht äußern, da ich erst seit Mitte November in der Verantwortung stehe. Ich konzentriere mich auf das Hier und Jetzt und versuche, zusammen mit allen Beteiligten, die Basis zu legen, dass wir den Klassenerhalt schaffen.

Eine personelle Korrektur bildet auch Christian Strohdiek. Warum fiel Ihre Wahl auf Paderborns langjährigen Kapitän?

Schuppan: Christian ist ein Typ. Bereits im ersten Gespräch wurde deutlich, dass er anpacken will, mit uns die Aufgabe, in der 2. Bundesliga zu bleiben, meisten will. Er hat eine Meinung und vertritt diese auch, was ich sehr wichtig finde. Seine positive Art war ganz wichtig für uns. Darüber hinaus bringt er fußballerische Qualitäten mit, die uns sehr gut zu Gesicht steht. Das hat er gleich in seinen ersten beiden Partien unter Beweis gestellt. Er strahlt Zuversicht aus, gibt der Mannschaft mit seiner Ruhe, die er ausstrahlt, Sicherheit und kommuniziert auf dem Feld sehr viel.

Von 2008 bis 2010 haben Sie für den SC Paderborn gespielt. Für den SCP verlief die Zeit mit dem Zweitliga-Aufstieg und dem anschließenden Klassenerhalt gut, für Sie persönlich weniger. Warum?

Schuppan: Das war meine erste Station fernab der Heimat. Das war natürlich nicht leicht. Ich habe einige Zeit gebraucht, um mich zu akklimatisieren. Die Mannschaft hat es in dieser Phase sehr gut gemacht, weshalb es schwer war, ins Team zu rücken. Nach dem Trainerwechsel zu Andre Schubert habe ich kaum mehr Spielzeit bekommen. Dennoch habe ich für mich sehr viel mitgenommen. Ich habe dort sehr viele Freundschaften geschlossen, habe meine Frau kennengelernt. Daher habe ich die Zeit in Paderborn nie bereut, im Gegenteil. Ich habe mich immer sehr wohl gefühlt.

Sie sind als Profi mit vier verschiedenen Klubs in die 2. Liga aufgestiegen. Täuscht der Eindruck, oder sind Sie tatsächlich erst bei den Würzburger Kickers so richtig glücklich geworden?

Schuppan: Dieser Eindruck täuscht gewaltig. Ich war auf all meinen Stationen glücklich. Nach Paderborn bin ich nach Dresden gewechselt, habe dort die längste Zeit meiner Karriere verbracht. Dort haben wir zweimal den Ligaverbleib geschafft, sind ein Mal aufgestiegen in die 2. Bundesliga. Leider hat der Abstieg die Zeit etwas getrübt. In Bielefeld hatte ich meine wohl erfolgreichste Zeit in meiner Laufbahn. Auch dort habe ich mich mit meiner Familie zu Hause gefühlt und habe noch immer eine gute Verbindung zur Arminia, wie auch zu meinen anderen Ex-Vereinen. Das ist etwas, worauf ich sehr stolz bin, dass ich zu allen noch einen guten Kontakt habe und mir nicht die Tür verschlossen wird, wenn ich vor ihr stehe. Das ist etwas, was mir immer sehr wichtig war. Würzburg war dann natürlich im Herbst meiner Karriere ein absolutes Happy End mit dem in der Nachspielzeit verwandelten Strafstoß und dem Aufstieg.

Welche kurzfristigen und auch welche langfristigen Ziele verfolgen Sie mit den Kickers?

Schuppan: Kurzfristig natürlich der Klassenerhalt, dem wir alles unterordnen. Sollte uns der Ligaverbleib gelingen, möchten wir uns längerfristig in der 2. Bundesliga etablieren und ein fester Bestandteil werden.

Was trauen Sie dem SC Paderborn in dieser Saison noch zu?

Schuppan: Ich traue den Paderbornern immer sehr viel zu. Sie sind brandgefährlich in der Offensive. Die Mannschaft ist eine Mannschaft, der sich sehr gerne zuschaue aufgrund ihres Spielstils, der aus meiner Sicht sehr attraktiv ist. Es käme für mich nicht überraschend, wenn sie eine Siegesserie starten würden. Aber natürlich erst nach unserem Spiel. Sie haben alle Waffen dazu und können zu jeder Zeit jeden Gegner in der 2. Bundesliga schlagen.

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