SC Paderborn 07 erwartet Schlusslicht Würzburger Kickers und Ex-Kapitän Christian Strohdiek
Baumgart mahnt und warnt

Paderborn -

Die Aufgabe ist für Trainer Steffen Baumgart knifflig: Mit den Würzburger Kickers kommt am Samstag (13 Uhr, Sky) nicht nur das Schlusslicht, sondern auch die Schießbude der 2. Liga.

Freitag, 22.01.2021, 03:00 Uhr aktualisiert: 22.01.2021, 06:46 Uhr
Steffen Baumgart und Christian Strohdiek waren vier Jahre ein Team, jetzt kommt der Abwehrchef als Gegner in die Arena Foto: Oliver Schwabe

Erstliga-Absteiger SC Paderborn 07 ist daher klarer Favorit. Das will der SCP-Coach auch gar nicht wegdiskutieren, warnt aber: „In dieser Liga kann jede Mannschaft der anderen ein Bein stellen.“

Baumgart findet auch, dass der Liga-Neuling schlechter gesehen wird, als er tatsächlich ist. Neun Punkte und 35 Gegentore nach 16 Spieltagen sagen zwar etwas anderes aus, der 49-Jährige mahnt dennoch: „Das wird kein Selbstläufer. Die größte Gefahr liegt darin, dass wir den Gegner unterschätzen.“

Zumindest scheint sich das Team von Trainer Bernhard Trares etwas zu festigen. In den vergangenen drei Spielen blieben die Gäste ungeschlagen, sammelten fünf Punkte und kassierten sogar einmal kein Gegentor. Eine Bilanz, die dafür sorgte, dass der Ligaerhalt wieder ein kleines Stück realistischer wird. Wobei sich für Christian Strohdiek die Frage ohnehin nicht stellt. Paderborns langjähriger Kapitän sah beim SCP keine Perspektive mehr und wechselte vor zwei Wochen mit dem Ziel „Klassenerhalt“ in Richtung Unterfranken. „Er hat schon jetzt einen hohen Stellenwert in der Mannschaft und ist schnell zum Stabilisator im Team geworden“, sagt Baumgart. Paderborns Fußballlehrer hatte Strohdiek knapp vier Jahre lang trainiert und freut sich auf das Wiedersehen, auch wenn „Tucker“ nun auf der anderen Seite steht: „Für mich war er als Spieler und Persönlichkeit wichtig. Er liebt den SCP, er gehört hier hin und wird eines Tages zurückkommen.“

Wie Sebastian Schuppan. Auch wenn der nur auf der Durchreise ist. Von 2008 bis 2010 beim SCP unter Vertrag, hat er mittlerweile seine aktive Laufbahn beendet trägt statt Trikot in der Regel Sakko. Als Sportvorstand verantwortet der 34-Jährige an der Seite von Felix Magath seit November 2020 den Profikader der Kickers, die Ostwestfalen hat er aber noch immer besonders im Blick. „Brandgefährlich in der Offensive“, urteilt Schuppan über den SCP und gibt zu: „Ich schaue der Mannschaft gerne zu. Ihr Spielstil ist attraktiv und deshalb käme es für mich nicht überraschend, wenn sie noch Siegesserie starten und oben angreifen. Sie haben alle Waffen dazu.“

Wobei der Ex-Profi, der übrigens auch sein privates Glück an der Pader fand und seine Ehefrau Maria in Paderborn kennenlernte, die „Siegesserie“ verständlicherweise gerne noch etwas aufschieben würde. Den Kampf um die Klasse hat auch Schuppan verständlicherweise noch lange nicht aufgegeben, langfristig will er die Würzburger mit einem neuen Stadion in der 2. Liga etablieren. Das ist der ehrgeizige Plan, wobei Schuppan eigentlich ein Aufstiegsexperte ist. Neben dem SCP (2009) ging es für ihn auch bei Dynamo Dresden (2011), Arminia Bielefeld (2015) und den Würzburger Kickers (2020) immer rauf in Liga zwei.

Von „Aufstieg“ redet in Paderborn niemand. Baumgart wollte gestern auch nicht von einer „erfolgreichen Hinrunde“ sprechen und plauderte nur über einen „normalen“ ersten Saisonteil. Eine andere Bewertung würde er auch nicht abgeben, wenn zu den 22 Punkten am Samstag noch drei dazukämen.

Das ist für den Coach schon jetzt klar, mit welchem Personal er in die Partie gehen wird, ließ er gewohnt offen. Viel wird sich an der Startelf aber nicht ändern, innerhalb des Kaders deutete er aber Korrekturen an: Sebastian Vasiliadis, Jamilu Collins und Kai Pröger stellte er ein gutes Trainings-)Zeugnis aus. Das Trio darf sich zumindest Hoffnungen machen. Den Kickers aus Würzburg machte Baumgart dagegen keine: „Wir wollen, müssen und werden gewinnen.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7777820?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F
Am Limit? Ortega: „Nein“
DSC-Keeper Stefan Ortega Moreno klärt in höchster Not gegen BVB-Stürmer Erling Haaland.
Nachrichten-Ticker