Vor dem Heimspiel gegen Aue: Paderborns 13. Tabellenplatz ärgert Trainer Steffen Baumgart
„Da gehören wir nicht hin“

Paderborn (WB/MR) -

Mit den 18 Punkten nach 14 Spieltagen kann Paderborns Trainer Steffen Baumgart leben, mit Rang 13 nicht. Am Sonntag ist nun Aue zu Gast.

Freitag, 08.01.2021, 15:37 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 17:12 Uhr
Paderborns Trainer Steffen Baumgart. Foto: Andreas Gora/dpa

 „Ich sehe uns nicht im unteren Tabellendrittel der 2. Liga. Aber stehen wir im Moment, und dieser Platz hat auch etwas mit unserer Leistung zu tun.“ Einen ersten Schritt raus aus der unteren Region will der SCP am Sonntag (13.30 Uhr, Sky) im Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue machen. Personell nimmt der Coach zumindest einen Wechsel vor: Der zuletzt gesperrte Ron Schallenberg (Gelb-Rot) kehrt in die Startelf zurück. Wer dafür auf die Bank muss, ließ Baumgart offen.

Seine Mannschaft verglich er am Freitag mit einem Team, das sich auf dem Weg zu Gipfel immer wieder selbst ein Bein stellt. „Wir belohnen uns nicht. Wir spielen zwar noch keinen sehr guten, phasenweise aber einen guten Fußball. Gute Ansätze reichen in der 2. Liga aber nicht.“ Mit Blick auf den verpatzten Jahresauftakt beim 1:2 gegen Fortuna Düsseldorf sagte der 49-Jährige: „Wir wollen Aue schlagen. Aber das muss von Beginn an zu sehen sein. Nicht erst nach 60 Minuten.“

Wobei der Respekt vor den Gästen groß ist. Das Sturmduo der Sachsen mit Florian Krüger (sieben Tore, fünf Assists) und Pascal Testroet (neun Treffer, fünf Vorlagen) hält er für das aktuell beste Gespann der 2. Bundesliga. Ähnlich sieht er Aues Schlussmann Martin Männel: „Der geht seit Jahren fast fehlerlos durch jede Saison und ist für mich der beste Torhüter dieser Liga.“

Erfahren, sehr geschlossen und mit einem Trainer Dirk Schuster, der einen klaren Plan verfolgt – so sieht Baumgart das gesamte Team der Gäste. Die 22 Zähler, belohnt mit Rang sechs, kommen für ihn daher auch nicht überraschend: „Viele Tore, viele gute Spiele – der FC Erzgebirge Aue steht jetzt genau da, wo er auch hingehört.“

Streli Mamba, der zuletzt ohnehin nicht zum Kader zählte, ist krank und steht wegen eines grippalen Infekts am Sonntag nicht zur Verfügung. Ansonsten hat Baumgart alle Spieler an Bord und damit einmal mehr die Qual der Wahl. Deshalb ließ sich der Fußballlehrer auch nicht in die Karten schauen. Ob nun Sebastian Vasiliadis oder Jamilu Collins zurückkehren („Beide haben gut trainiert“) ließ er offen, auch über Angebote für die beiden wechselwilligen SCP-Profis sagte er nicht viel: „Ich beschäftige mich mit meiner Mannschaft. Über mögliche Transfers denke ich erst nach, wenn unser Sportlicher Leiter mir sagt, dass da Angebote vorliegen.“ Einzig bei der Rückkehr von Ron Schallenberg legte sich der SCP-Trainer fest: „Ron spielt. Er gibt unserer Mannschaft auf der zentralen Position mehr Sicherheit.“

Mit einem „dicken Dankeschön“ verabschiedete Baumgart noch seinen langjährigen Kapitän Christian Strohdiek. Der 32-Jährige schloss sich – wie berichtet – am Donnerstag den Würzburger Kickers an und unterschrieb beim Zweitliga-Schlusslicht einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022. „Danke für die tolle Zusammenarbeit. Wir waren nicht immer einer Meinung, aber wir haben immer einen offenen und fairen Umgang gepflegt.“

Er sei überzeugt, dass sich Strohdiek bei den Kickers durchsetzt: „Tucker ist topfit, er wird diese Herausforderung annehmen und der Mannschaft Stabilität geben.“ Ob Baumgart die Position im Kader neu besetzen will, ließ er ebenfalls offen. Strohdieks Platz im Mannschaftsrat wird auf jeden Fall frei bleiben: „Da sind jetzt noch fünf Spieler vertreten, das reicht.“

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