Der SCP gegen Aue: deftige Klatsche und kleine Aufstiegsparty der Fans
Paderborner Jubel und Jammer

Paderborn/Aue (WB/MR) -

Die Bilanz spricht ganz knapp für den FC Erzgebirge Aue: Seit 2001 trafen die beiden Klubs bereits 22-mal aufeinander, zehnmal siegten die Sachsen, neunmal der SC Paderborn 07.

Freitag, 08.01.2021, 02:00 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 07:34 Uhr
So war es im Mai 2014: Elias Kachunga und Mario Vrancic (ganz vorn) feiern in Aue mit den Fans schon mal den fast sicheren Aufstieg. Foto: Oliver Schwabe

Drei Spiele werden bei den SCP-Anhängern noch in besonderer Erinnerung sein: Die bislang letzte Begegnung im März 2019, das torreichste Duell im Februar 2008 und natürlich der fast perfekte erste Bundesliga-Aufstieg nach dem Treffen im Mai 2014. Am Sonntag (13.30 Uhr, Sky) stehen sie die beiden Klubs erneut gegenüber.

„Raus aus dem Aufstiegsrennen“ titelte das WESTFALEN-BLATT am 11. März 2019. Das 1:2 in Aue war das dritte sieglose Spiel in Folge und die zweite Niederlage hintereinander. Den Ostwestfalen schien neun Spieltage vor Schluss bei bereits zwölf Punkten Rückstand auf Aufstiegsplatz zwei die Luft auszugehen. „Wer klarste Möglichkeiten nicht nutzt, gewinnt nicht. In den drei vergangenen Spielen war mehr drin, aber im Moment kommen wir nicht mehr so konsequent zum Abschluss,“ war Trainer Steffen Baumgart enttäuscht. Manager Markus Krösche rechnete mit den Verlierern sogar verbal richtig heftig ab: »Mit dem, was diese Mannschaft kann und was wir wollen, hatten diese 90 Minuten nichts zu tun.«

Paderborn verlor damals nicht nur alle Punkte, sondern nach der Roten Karte mit Uwe Hünemeier auch noch den Abwehrchef. Das Ende dieser Saison ist bekannt: Der SCP unterlag in der Liga nur noch einmal und stieg neun Wochen später zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte in die 1. Bundesliga auf.

Beim ersten Rutsch rauf in Liga eins spielte Aue auch eine besondere Rolle. Es war der vorletzte Spieltag der Saison 2013/2014, als der SCP am 4. Mai im Erzgebirge mit 2:0 gewann, damit schon ganz viel klar machte und sich den Matchball sicherte: Noch nie hatte der Verein eine Zweitligasaison als Dritter abgeschlossen. Noch nie hatte der Sportclub eine Relegation um den Bundesligaaufstieg gespielt. Das alles war nach dem Dreier in Sachsen sicher. Eine Woche später machte der SCP mit dem 2:1-Erfolg gegen VfR Aalen das Fußball-Märchen wahr. Trainer André Breitenreiter schrieb Geschichte, führte den Verein zum ersten Mal in die 1. Liga und verwandelte Paderborn in Partyborn.

Besonders torreich waren die Duelle zwischen den beiden Klubs eigentlich nie. Wahlweise trennten sich die Vereine am liebsten 1:0 oder 0:1 – je nach Sicht der Dinge. Das war am 24. Februar 2008 völlig anders. Der SCP hatte gerade Holger Fach als Trainer entlassen, als sein Nachfolger Pavel Dotchev eine historisch hohe Klatsche kassierte. Der SCP wurde vor zwölf Jahren in alle Einzelteile zerlegt, verlor mit 0:6 und musste als neues Liga-Schlusslicht das Erzgebirge verlassen. „Dotchev steht vor einer Ruine“ schrieb das WESTFALEN-BLATT damals. Daran änderte sich bis Saisonende nicht mehr viel: Der SCP stieg drei Jahre nach dem Aufstieg wieder in die 3. Liga ab.

Und diesmal? Richtungsweisend werden die 90 Minuten am Sonntag nicht sein. Dafür ist es coronabedingt noch zu früh in dieser Saison. Der 15. Spieltag könnte aber ein wenig die Richtung vorgeben. Der SCP könnte mit einem Dreier seine mäßige Heimbilanz (sechs Spiele, zehn Punkte) etwas aufpolieren. Die Gäste stehen nach dem 3:1-Erfolg zum Start ins neue Jahr gegen Eintracht Braunschweig mit 22 Zählern ohnehin schon gut da und kämen dem Saisonziel 40 Punkte sehr früh einen weiteren Schritt näher.

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