Paderborner Mittelfeldspieler nach fast dreimonatiger Verletzungspause auf Anhieb wieder in der Startelf
Thalhammers Kaltstart

Paderborn -

Steffen Baumgart ist bekannt dafür, dass er mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hält.

Samstag, 02.01.2021, 02:45 Uhr aktualisiert: 02.01.2021, 02:50 Uhr
Enge Ballführung: Das ist eine der Stärken von Maxi Thalhammer. Nach langer Verletzungspause ist der Paderborner Neuzugang zurück.

Als der Trainer in der Pressekonferenz nach dem 1:0-Sieg des SC Paderborn kurz vor Weihnachten beim VfL Osnabrück auf Torschütze Sven Michel angesprochen wurde, entgegnete er etwas ungehalten: „Ich werde immer nach Sven Michel gefragt. Warum fragt mich niemand nach Maximilian Thalhammer? Er war ein großer Faktor für uns.“

Wie Michel hatte auch Thalhammer zum ersten Mal nach mehrmonatiger Verletzungspause zum ersten Mal in der Startelf gestanden. Auch am kommenden Montag zum Jahresauftakt bei Fortuna Düsseldorf (20.30 Uhr, Sky) ist der 23-Jährige, nicht zuletzt durch die Sperre von Ron Schallenberg, gesetzt. Daran lässt auch Baumgart keine Zweifel und sagt: „Man muss sehen, wie Maxi die Belastungen verkraftet hat, aber es müsste schon viel passieren, dass das nicht passiert.“

Thalhammer als feste Größe im defensiven Mittelfeld, so war der Neuzugang vom Drittligisten FC Ingolstadt eingeplant. Doch nach seinem Debüt am ersten Spieltag bei Holstein Kiel war erst mal Schluss. Auf den zweiten Blick. „Ich hatte nach einem Schlag nur leichte Schmerzen, aber da ich 2017 an fast der gleichen Stelle schon einmal den Fuß gebrochen hatte, bin ich zum Röntgen. Die Bilder waren unauffällig, doch die Schmerzen wurden einige Tage später so stark, dass ich das Training nach dem Aufwärmen abbrechen musste. Dann stellte sich heraus, dass der Fuß gebrochen war. Das ist unglücklich und blöd gelaufen“, sagt er im Rückblick.

Von außen beobachtete er „turbulente Wochen“, die auch er nicht so richtig nachvollziehen konnte. „Wir mussten uns erst finden und hatten ein schweres Auftaktprogramm. Danach waren wir im Flow und plötzlich wieder einem negativen Strudel. Zum Glück gab es vor Weihnachten wieder eine positive Mini-Serie“, kommentiert er die Paderborner Achterbahnfahrt.

Eine Mini-Serie, an der Thalhammer wieder seinen Anteil hatte. Dass er in 2020 überhaupt noch mal eine Rolle spielen könnte, war zum Zeitpunkt der Verletzung eher unwahrscheinlich. Doch er kämpfte sich zurück, nach 90 Minuten in Osnabrück folgte nur drei Tage später noch mehr als eine Stunde im Pokal bei Union Berlin. Das war viel nach so langer Pause und eigentlich mehr, als sein Trainer wollte. „Ich hätte Thali in Osnabrück gerne rausgenommen, aber nach der Gelb-Roten Karte von Ron war das schwierig. In Berlin war er körperlich komplett durch“, sagte Baumgart. Thalhammer widerspricht da nicht: „Ich habe schon gemerkt, dass ich elf Wochen nicht gespielt habe, aber ich bin froh, dass der Trainer mich ins kalte Wasser geschmissen hat. Klar ist es nicht normal, von der Tribüne gleich in die Startelf zu rutschen, aber ich tue mich leichter, wenn ich von Anfang an spiele.“

So wie am Montag in Düsseldorf. Der Coach ist froh, dass Thalhammer zurück ist: „Er hat vor seiner Verletzung sehr gut gespielt und danach sofort auch wieder. Wenn er so auftritt, wissen wir, warum wir ihn geholt haben. Er hat eine hohe Fußballintelligenz und findet immer wieder sehr gute Lösungen auf engem Raum. Durch ihn hat auch Ron die Stabilität zurückbekommen, die er in den zwei Spielen vorher nicht mehr so hatte.“ Doch Thalhammer lobt Schallenberg ausdrücklich: „Ron spielt bislang eine sehr gute Hinrunde, gibt der Mannschaft Entlastung und Hilfe.“

Auch Thalhammer kann der Mannschaft wieder helfen und der Bayer hat nach erholsamen Weihnachtstagen bei seiner Familie in Freising in dieser Saison noch viel vor: „Ich bin noch nicht auf meinem alten Level, aber ich fühle mich sicher und habe wieder Vertrauen in meinen linken Fuß. Ich möchte richtig fit werden und mit der Mannschaft Anschluss nach oben halten. Es ist in der Tabelle noch alles möglich.“

Mit einem Sieg in Düsseldorf noch mehr. „Das wird wieder ein knappes Spiel gegen ein Team mit sehr guten Einzelspielern. Aber nach zwei Siegen in Folge fahren wir mit einem guten Gefühl dorthin und wollen gewinnen“, sagt er.

Neben drei Punkten wäre es Thalhammer sicher recht, wenn sein Trainer auch nach diesem Spiel gerne über ihn reden würde.

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