Beim ersten virtuellen SCP-Stammtisch bestätigt Finanzchef Huschen die Millionen-Verluste im TV-Bereich
Baumgart will noch nicht verlängern

Paderborn -

„Unsere Fans lieben ihn, er war bei den sportlichen Erfolgen federführend und er genießt das volle Vertrauen des Vereins.“ Paderborns Manager Fabian Wohlgemuth ließ beim ersten virtuellen Stammtisch des SC Paderborn 07 keine Zweifel an Steffen Baumgart zu. Allerdings läuft Baumgarts Vertrag in einem halben Jahr aus, wie es beim Zweitligisten weitergeht, ist offen.

Freitag, 11.12.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 11.12.2020, 18:20 Uhr
Die Stammtischrunde im TV-Studio (von links): die Geschäftsführer Fabian Wohlgemuth, Martin Hornberger und Ralf Huschen sowie der Moderator Jürgen Lutter. Foto: AFV Medienproduktion

 „Ich habe auf Wunsch von Steffen Baumgart den Zeitpunkt der konkreten Gespräche auf das neue Jahr verlegt“, sagte Wohlgemuth. Er habe damit kein Problem, der Manager zeigte sogar Verständnis: „Steffen will erst die weitere Entwicklung der Mannschaft und des Vereins abwarten. Das spricht für seine Professionalität.“

Zur wirtschaftlichen Lage äußerte sich Ralf Huschen. Der Finanz-Geschäftsführer des SCP bestätigte den Exklusiv-Bericht im WESTFALEN-BLATT (10. Dezember). Demnach plane der Verein die komplette Saison ohne Zuschauereinnahmen, ebenso kalkuliere Huschen bei der Neuverteilung der TV-Gelder ab der Saison 2021/22 mit Mindereinnahmen in Höhe von bis zu zwei Millionen Euro. Dennoch blickte er am Donnerstagabend zuversichtlich in die Zukunft: „Wir konnten uns in der Bundesliga ein kleines Polster aufbauen, von dem wir im Moment leben.“ Da helfen auch die Einnahmen aus dem Bereich Merchandising. Nach neun Monaten Fußball fast ohne Fans verbuchte der SCP hier im Vergleich zur Zweitligasaison 18/19 nur ein Minus in Höhe von knapp 20 Prozent. „Der Anteil unserer Online-Verkäufe ist von 25 auf 50 Prozent gestiegen“, sagte Geschäftsführer Martin Hornberger.

Wie klug es war, die laufende Spielzeit ohne Ticketeinnahmen zu planen, machte Vize-Präsident Dr. Carsten Linnemann deutlich. Der CDU-Bundestagsabgeordnete, der aus seinem Berliner Büro zugeschaltet wurde, mahnte zur Vorsicht: „Jetzt eine Debatte zu führen, wann die Stadien geöffnet werden, wäre der völlig falsche Zeitpunkt. Die Bundesliga ist im Umgang mit dem Corona-Virus ein Vorbild, aber dieses Vertrauen darf man nicht verspielen.“ So wichtig der Fußball für die Gesellschaft auch sei, müsse jetzt jeder froh sein, wenn zunächst so weitergespielt werden könne.

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie auch für den Fußball kann auch Linnemann nur erahnen. Wie schnell Vereine aber in finanzielle Bedrängnis kommen können, machte er am Beispiel Schalke 04 fest: „Die verbuchten vor zwei Jahren noch den dritthöchsten Umsatz aller Erstligisten und brauchen jetzt eine Bürgschaft der NRW-Bank.“

Am Freitagabend spielt der SCP beim VfL Bochum.

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