Rechtsstreit zwischen dem SC Paderborn und Ex-Manager Przondziono geht mit einer Güteverhandlung weiter
Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Paderborn -

Der Rechtsstreit zwischen Fußball-Zweitligist SC Paderborn 07 und Ex-Manager Martin Przondziono geht in eine neue Runde. Beide Parteien sehen sich am 15. Dezember vor dem Landgericht Paderborn wieder.

Mittwoch, 02.12.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 12:40 Uhr
Sie trafen sich schon vor dem Paderborner Arbeitsgericht: Przondzionos Anwalt Dr. André Soldner (links) und der Sportrechtsexperte Professor Christoph Schickhardt. Foto: Oliver Schwabe

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wird zunächst versucht, in einer so genannten Güteverhandlung den Konflikt beizulegen. Vorsitzende Richterin ist Anna Müller-Rolf.

Diese richterliche Mediation ist freiwillig, der Ludwigsburger Sportrechtsexperte Professor Christoph Schickhardt, der die Interessen des SCP vertritt, nimmt den Termin aber sehr ernst: „Die Chance, die Sache noch einmal mit einem unabhängigen Richter zu erörtern, wird von unserer Seite gerne wahrgenommen. Jeder Hinweis oder jede neue Überlegung kann im Moment hilfreich sein“, sagte Schickhardt. Przondzionos Anwalt Dr. André Soldner aus Frankfurt/Main war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Przondziono, der sich seit seiner Entlassung am 20. April gar nicht mehr öffentlich äußerte, blieb auch am Dienstag seiner Linie treu. Auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage antwortete er nur: „Ich habe immer sehr gerne für den SC Paderborn gearbeitet. Aber im Sinne der Sache werde ich zu dem Rechtsstreit nichts sagen.“

Die Möglichkeit am Landgericht, die Konflikte mit allen Beteiligten gemeinsam zu lösen, scheint allerdings bitter nötig zu sein. Denn seit dem Gütetermin vor dem Paderborner Arbeitsgericht am 28. Juli gab es zwischen beiden Parteien keinen Kontakt. „Herr Dr. Soldner hatte zwar damals angekündigt, sich bei mir melden zu wollen, bis heute gab es aber keinen Anruf“, sagte Schickhardt. Ob der 65-Jährige in zwei Wochen selbst anreist, ist nicht klar. In seiner Kanzlei beschäftigt sich mit Dr. Thomas Himmer mittlerweile ein weiterer Sportrechtsexperte mit dem Fall. Auch Przondziono hat noch nicht entschieden, ob er den Gütetermin persönlich wahrnimmt, oder sich – wie beim erwähnten Gütetermin vor dem Arbeitsgericht – von seinem Rechtsbeistand Dr. Soldner vertreten lässt.

Martin Przondziono war vom SC Paderborn am 20. April zunächst freigestellt worden, am 4. Mai folgte dann die fristlose Entlassung. Begründet wurde die mit „vereinsschädigenden Äußerungen bei der Verabschiedung vor der Mannschaft“. Nach unbestätigten Berichten soll sich Przondziono damals auch mit Blick auf die Lohnreduzierung wegen der Corona-Pandemie so geäußert haben: „Ihr musstet auch auf ein Teil des Gehaltes verzichten, um den neuen Manager zu bezahlen.“ Seitdem bekommt der 51-Jährige auch kein Gehalt (angeblich 20.000 Euro im Monat) mehr. Deshalb wurde die Klage von Przondziono erweitertet. Hatte sich der Ex-Sportchef zunächst ausschließlich gegen die fristlose Kündigung gewehrt, versucht er seit Oktober auch die Fortsetzung der Gehaltszahlungen bis zum offiziellen Vertragsende am 30. Juni 2021 zu erzwingen.

Ein Urteil wird am 15. Dezember aber nicht gefällt. Der Güterichter ist in der Sache nicht entscheidungsbefugt und darf nur alle Methoden der Konfliktbeilegung einschließlich der Mediation einsetzen.

Der für den 10. Dezember angesetzte Kammertermin vor dem Paderborner Arbeitsgericht wurde zunächst ausgesetzt. „Beide Verfahren überschneiden sich an einigen Stellen, deshalb wird zunächst die Entscheidung des Landgerichts abgewartet“, erklärte SCP-Präsident Elmar Volkmann.

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