Trotz Coronafall: Fußball-Zweitligist reist nach Darmstadt
Paderborns Spiel ist nicht gefährdet

Paderborn/Darmstadt -

Der Ablauf beim Fußball-Zweitligisten SC Paderborn 07 war am Samstag wie gewohnt: Um 11 Uhr bat Trainer Steffen Baumgart zur Mannschaftssitzung, eine halbe Stunde später begann das Abschlusstraining und nach dem Mittagessen fuhr der Mannschaftsbus mit dem Ziel Darmstadt ab.

Samstag, 07.11.2020, 13:14 Uhr aktualisiert: 07.11.2020, 13:22 Uhr
SCP-Trainer Steffen Baumgart im Heimspiel gegen Regensburg. Foto: Wilfried Hiegemann

Dort trifft der SCP am Sonntag (Anstoß: 13.30 Uhr) auf die „Lilien“. „Meine Jungs sind negativ getestet, aber positiv eingestellt. Wir wollen am Sonntag punkten, auf alles andere sind wir seit Wochen gut vorbereitet“, sagte Baumgart dem WESTFALEN-BLATT. Auch Manager Fabian Wohlgemuth gab Entwarnung: „Das Spiel ist Stand jetzt nicht gefährdet.“

Für Unruhe hatte – wie berichtet – die Meldung des SCP am späten Freitagabend gesorgt. Im Rahmen der turnusmäßigen Corona-Testungen hatte der Paderborner Proficlub ein positives Ergebnis erhalten. Co-Trainer Maniyel Nergiz hatte sich demnach mit dem Coronavirus infiziert. Nergiz zeige zwar keine Symptome, habe sich aber unverzüglich in häusliche Quarantäne begeben.

Nergiz ist bei dem Zweitligisten in erster Linie für die Videoanalyse verantwortlich und hat so kaum direkten Kontakt zur Mannschaft. Außerdem greift beim SCP seit März das medizinisch-hygienische Arbeitsschutz-Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL). Die Regeln wurden vor Beginn der laufenden Saison 2020/2021 noch einmal modifiziert und sehen strenge Hygiene-Maßnahmen, regelmäßige Testungen, permanentes Monitoring und angepasste organisatorische Abläufe im Spiel- und Trainingsbetrieb vor.

„Wir bewegen uns im Gebäude nie ohne Maskenschutz, wir halten die Abstandsregeln ein und trainieren in bestimmten Gruppen. Deshalb konnten wir auf die Nachricht auch so professionell reagieren“, sagte Baumgart. Auch Wohlgemuth blieb am Samstag gelassen: „Es war klar, dass wir irgendwann auch wieder einen Coronafall melden müssen. Wir wissen, wie wir damit umgehen müssen und stehen im engen Austausch mit der DFL und dem Gesundheitsamt in Paderborn. Aber es gibt keine Anzeichen, dass sich weitere Mitglieder des Trainer- und Funktionsteams oder Spieler angesteckt haben.“

Das war beim SC Paderborn auch schon einmal anders. Luca Kilian sorgte am 13. März als erster positiv getesteter Bundesliga-Profi bundesweit für Schlagzeilen. Der Innenverteidiger des SCP, der mittlerweile beim FSV Mainz 05 spielt, hatte sich später gegenüber dem WESTFALEN-BLATT sehr detailliert über den Krankheitsverlauf geäußert und schon damals appelliert: „Nehmt die Anweisungen der Politiker und Ärzte ernst. Haltet Abstand, haltet die Hygienevorschriften ein.“ Zu seinem eigenen Krankheitsverlauf sagte der damals 20-Jährige: „Ich bekam Fieber, Schüttelfrost und Zitterattacken. In dieser Phase hatte ich dann auch zum ersten Mal Angst.“

An diesem 13. März bestand zunächst bei Baumgart der Verdacht auf eine Infektion mit dem Corona-Virus. Am Nachmittag folgte dann beim Trainer die Entwarnung: der Test fiel negativ aus. Am Abend sollte dann noch das Erstligaspiel der Paderborner bei Fortuna Düsseldorf angepfiffen werden. Doch dann entschied sich die DFL am späten Nachmittag wegen der grassierenden Corona-Pandemie den kompletten Spieltag auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

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