Warum der Neuzugang vom SC Paderborn überzeugt ist
Heller mag‘s gern schneller

Paderborn -

Vereinslos, 34 Jahre alt, Außenstürmer: Als der SC Paderborn Mitte Oktober den zwölften Zugang präsentierte, war die Skepsis groß: Am Sonntag (13.30 Uhr, Sky) kehrt Marcel Heller zu dem Verein zurück, für den er am längsten am Ball war: „Der SV Darmstadt 98 steht für meine erfolgreichste Zeit als Profi.“

Freitag, 06.11.2020, 23:16 Uhr aktualisiert: 06.11.2020, 23:20 Uhr
Den Ball im Blick: Paderborns neuer Außenstürmer Marcel Heller drückt aufs Tempo. Foto: Wilfried Hiegemann

Durchmarsch von Liga drei bis eins, Klassenerhalt, Abstieg – langweilig war es bei den Lilien nie, im Sommer trennten sich trotzdem die Wege. „Der Verein wollte einen Umbruch, ich noch einmal etwas Neues wagen, meine Qualitäten woanders beweisen“, sagt Heller. Wobei sich der frühere Junioren-Nationalspieler den Neuanfang einfacher vorgestellt hatte. „Ich habe einen guten Namen, aber bei uns in Deutschland geht es immer mehr um das Alter. Deshalb bin ich nur noch schwer vermittelbar.“ Wobei auch die Corona-Pandemie mit ihren wirtschaftlichen Folgen Wirkung zeigt. Ein paar Angebote gab es trotzdem, Heller griff aber erst bei der Offerte aus Ostwestfalen zu: Schnelle Läufe, tiefe Sprints, kurze Ballkontakte, mutiges Vertikalspiel – diesen Fußball liebt Heller und ist deshalb überzeugt: „Paderborn passt perfekt.“

Die Bedenken sind dennoch da. Hat Heller noch das Tempo? Hat er noch den Punch? Paderborns Trainer Steffen Baumgart versteht die Vorbehalte, begründet seine Wahl aber eindeutig: „Marcel bringt die gleiche Geschwindigkeit auf den Platz wie vor zehn Jahren.“ Nach einer kleinen Pause fügt er noch an: „Mit seinem Profil passt er genau nach Paderborn.“ Da scheinen sich zwei gesucht und gefunden zu haben. Und beim Hochgeschwindigkeitsfußball der Marke SCP sieht Heller auch sportlich kein Problem: „In der 2. Liga gehöre ich immer noch zu den schnellsten Zehn.“ Heller ist schneller – das Motto gilt also immer noch, ebenso eine Zeile in einem ihm gewidmeten Song der Darmstädter Punk-Band Decubitus: „Es ist kein Flugzeug und auch kein ICE – es ist der blaue Blitz vom Bölle.“

Junge Talente führen

Wobei Paderborns Coach bei seiner Auswahl nicht nur auf das Können schaut, sondern auch auf die inneren Werte achtet. Mit der Erfahrung von 249 Einsätzen in der 1. und 2. Liga soll Heller daher nicht nur den Konkurrenzdruck erhöhen, sondern die jungen Talente im Team auch (an)führen. Eine Aufgabe, die „Helle“ annimmt: „In dieser unberechenbaren Liga braucht man den Spielermix aus Erfahrung und Talent.“ Außerdem gilt er als einer der Profis, die den ehrlichen, offenen Umgang pflegen und trotzdem als Musterprofi gelten. Nichts gefallen lassen und nie wegducken sind zwei Wesenszüge, aufgrund seiner Lebensführung lobt ihn die Ball-Branche auch gerne als beispielhaft. Kein Alkohol und eine gute Ernährung sind hier seine Eckpfeiler: „Ich liebe diesen Sport, deshalb verhalte ich mich so und werde mal länger spielen als viele meiner Berufskollegen.“ Das ist sein Wunsch, die Wirklichkeit unterstreicht das: Seit acht Jahren rast er verletzungsfrei über den Rasen.

Wie lange Heller das SCP-Trikot trägt, hängt neben der Gesundheit vor allem vom sportlichen Erfolg ab. Sein Vertrag läuft nur bis zum 30. Juni 2021, eine weitere Zusammenarbeit ist nicht ausgeschlossen. Bislang gab‘s jedoch nur zwei Kurzeinsätze. „Mir fehlt die Vorbereitung“, sagt Heller, bleibt aber optimistisch: „Ich arbeite mich gerade in die Abläufe rein. Bei meiner Erfahrung wird es nicht mehr lange dauern, bis ich aufgeholt habe.“ Bis Sonntag wird es nicht reichen. Warum auch? Paderborn punktet und Kai Pröger macht es auf der rechten Außenbahn gut. Vielleicht auch deshalb, weil er den Druck eines Ü30-Profis spürt.

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