Vier Spiele ohne Niederlage: Warum es beim SC Paderborn jetzt läuft
Baumgart sieht, was er möchte

Paderborn (WB). 0:0 in Heidenheim, 1:0 gegen Hannover, 1:1 in Sandhausen, 3:1 gegen Regensburg: Der SC Paderborn ist seit vier Spielen ungeschlagen.

Dienstag, 03.11.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 03.11.2020, 11:45 Uhr
Paderborns Trainer Steffen Baumgart hat wieder Freude an seiner Mannschaft. Foto: Hiegemann

Gründe für die im Gegensatz zu den zuvor 18 sieglosen Spielen am Stück noch relativ kleine Erfolgsserie gibt es viele, die für Trainer Steffen Baumgart zu diesem Gesamteindruck führen: „Ich sehe jetzt das, was ich erwarte.“

Soll heißen, die Mannschaft hat sich nach dem Fehlstart (zwei Spiele, zwei Niederlagen) entwickelt und gefunden. Ein Prozess, der nach Abstieg und personellem Umbruch naturgemäß etwas länger dauerte. Doch Baumgart hat seine erste Krise in Paderborn gemeistert, nachdem es unter ihm zuvor mit dem Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga nur nach oben gegangen war.

Mit Rückschlägen umzugehen, ist auch eine Qualität und die zeigt der SCP aktuell. „Fehler gehören zu unserem Spiel, die Jungs dürfen Fehler machen. Entscheidend ist, dass sie bei sich bleiben, dranbleiben, dagegenhalten und sich wehren. Das tun sie.“ Zum ersten Mal in dieser Saison konnte das Team in Hälfte zwei zulegen.

Neue Gefahr bei Standards

Die wiedererlangte Geschlossenheit ist unübersehbar, dazu kommt eine neue Gefährlichkeit bei Standards. Regensburgs Trainer Mersad Selimbegovic ärgerte sich über „teure Fehler“ bei zwei Gegentoren nach Freistößen und Ecken. Vorlage Julian Justvan, Kopfball Uwe Hünemeier, das passte gleich doppelt, und Baumgart war es recht so. „In Sandhausen sind wir bei keinem Standard zum Abschluss gekommen“, erinnerte er und verteilte für die beiden Protagonisten beim 1:0 und 3:1 ein Sonderlob: „Julian kommt immer besser in die Abläufe, damit meine ich nicht nur die ruhenden Bälle. Und Uwe ist das beste Beispiel dafür, dass Alter nicht vor Leistung schützt. Er ist immer hellwach, pusht seine Mitspieler und hat die Mannschaft mit Bascho (Kapitän Sebastian Schonlau, Anmerkung der Redaktion) auch heute sehr gut geführt.“

Hünemeier („Heute haben wir im Unterschied zur Vorwoche die Tore gemacht“) war der Matchwinner, für einen anderen Routinier war es ein trauriger Samstag. Vize-Kapitän Christian Strohdiek, der vor der Saison die Binde an Schonlau abtreten musste, schaffte es nicht einmal ins Aufgebot. Das zeugt von der neuen Konkurrenz im Kader.

Etwa durch Marco Terrazzino, der nach seiner Hereinnahme erneut sehr auffällig agierte und diesmal sogar zum wichtigen 2:1 traf. Der eigentliche Torjäger Dennis Srbeny glänzte uneigennützig als genialer Vorbereiter. „Es geht nicht ums Alter und und um die einzelnen Jungs. Es geht darum, was alle auf den Platz bringen“, sagte Baumgart über den 29-Jährigen Ex-Freiburger, der deutlich weiter ist als Marcel Heller. Trotzdem sind die beiden nach Ende der Wechselfrist getätigten Transfers mit ein Garant für den Erfolg.

Kein Zurücklehnen

Denn auch für Heller gilt das, was für alle gilt, die momentan nicht erste Wahl sind. Sie machen Druck und senden ein Signal, dass es kein Ausruhen mehr gibt. Das zeigte der nach Verletzung zurückgekehrte Christopher Antwi-Adjei, der nach seiner Einwechslung zwar die dicke Chance zum 3:1 liegen ließ, aber sehr engagiert war. Doch der Weg in die Startelf, die zuletzt dreimal unverändert war, ist kein leichter.

Zurücklehnen ist nicht. Das trifft, laut Geschäftsführer Sport Fabian Wohlgemuth, auf jeden zu. „Herzlichen Glückwunsch an Trainerstab und Mannschaft, aber wir müssen in der Analyse in allererster Linie bei uns selbst sehr genau bleiben und dürfen über das, was noch ausbaufähig ist, nicht mit dem dicken Pinsel hinweggehen.“

Natürlich ist noch nicht alles optimal. Momentan, das empfindet auch Wohlgemuth so, zählen aber erst einmal nur Punkte. Acht aus den vergangenen vier Partien sind ordentlich, für alles andere hat der SCP noch 28 Spieltage Zeit. Die nächste Aufgabe am kommenden Sonntag heißt SV Darmstadt 98.

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