Mit Hünemeier in der Startelf läuft’s beim SC Paderborn
Der Stabilisator

Paderborn (WB). Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Ohne Uwe Hünemeier in der Startelf kassierte der SC Paderborn an ersten beiden Spieltagen dieser Zweitliga-Saison fünf Gegentore und holte null Punkte. Danach war der Innenverteidiger erste Wahl und seitdem läuft es für den Absteiger: drei Spiele, fünf Punkte, nur ein Gegentreffer.

Samstag, 31.10.2020, 03:00 Uhr
Motivator und Antreiber: Uwe Hünemeier geht beim SC Paderborn voran. Foto: Wilfried Hiegemann

Da ist es kein Wunder, dass „Hüne“ auch am Samstag im Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg (13 Uhr, Sky) gesetzt ist.

Damit war nicht unbedingt zu rechnen, schon die Vertragsverlängerung (bis 2021) einen Tag vor dem letzten Bundesliga-Spieltag Ende Juni kam ein wenig überraschend. Hünemeier war und ist mit 34 Jahren ältester Spieler im Kader (einen Monat und drei Tage älter als Nachverpflichtung Marcel Heller) und da Christian Strohdiek (32) noch einen Vertrag besaß, galt ein Abschied Hünemeiers als wahrscheinlich. Doch es kam anders und die Entwicklung der vergangenen Wochen gibt den Entscheidern recht. „Er ist auch sehr wichtig für die Hierarchie im Team“, begründete Geschäftsführer Fabian Wohlgemuth damals die Weiterbeschäftigung von Hünemeier. Trainer Steffen Baumgart wurde noch sehr viel deutlicher: „Typen wie Hüne wünscht sich jeder Trainer. Sie geben immer Gas und gehen immer ans Limit. Im Fußball wird ganz viel über den Charakter entschieden, Uwe ist deshalb für mich ein Musterprofi und wird der Mannschaft auf allen Ebenen immer helfen können. Dabei ist es völlig egal, ober er spielt oder nicht.“

Momentan spielt er und gibt der Mannschaft das, was er hat und was seinen zumeist jungen Nebenleuten noch fehlt „Auch wenn die Jungs jetzt fast zwölf Monate in der Bundesliga gespielt haben, sind ganz viele bei uns im Kader auf diesem Level erst seit ein, zwei Jahren unterwegs. Da kann ein bisschen mehr Erfahrung nicht schaden, und die kann ich beisteuern“, sagt er.

Fakt ist, mit Hünemeier kehrte die Stabilität ins Paderborner Spiel zurück. So gibt es für Baumgart aktuell keinen Grund, an seiner defensiven Formation etwas zu verändern. „Ich habe selbst nicht damit gerechnet, dass ich so viel spiele. Aber ich habe das Recht dazu, auch wenn ich vielleicht nicht mehr der Schnellste bin. Ich bin topfit, motiviert, gierig und habe richtig Bock auf die Saison“, sagt Hünemeier.

„Uwe macht das sensationell.“

Trainer Steffen Baumgart

Das ist auch seinem Trainer nicht entgangen. In Heidenheim warf er Hünemeier, gezwungen durch personelle Ausfälle, rein und stellte auf eine Dreierkette um. Eine Woche später gegen Hannover wechselte er zurück in den Viererverbund und gab ihm den Vorzug vor Neuzugang Marcel Correia. „Marcel hatte kaum eine Vorbereitung und muss sich auch erst an unser intensives Training und unsere Spielweise gewöhnen“, begründete Baumgart diesen Schritt. Für Hünemeier war das 1:0 gegen 96 „ganz wichtig“. Der Dreier beendete nicht nur die Negativserie von 18 Partien ohne Sieg, es war für ihn auch ein Ankommen in der neuen Spielklasse: „Die Jungs wissen jetzt, wie sich die 2. Liga anfühlt und worauf es ankommt. Du musst dich wehren, Zweikämpfe sind die Basis.“

Nicht nur da geht Hünemeier voran. „Ich komme aus der Gegend und bin jetzt im fünften Jahr hier. Mir liegt sehr viel an diesem Verein und dich weiß um meine Aufgabe. Ich mache mir nicht mehr so einen Kopf, denke pragmatischer und kann die Jungs in der Kabine auch pushen, wenn ich nicht spiele“, sagt er. Lieber ist es ihm natürlich, wenn er auf dem Platz steht. Wie gerade und das wird sich, auch wenn es nach seinem Trainer geht, vorerst nicht ändern. Baumgart lobt: „Uwes Einstellung ist auch in jedem Training absolut professionell. Auch wenn ihm die Knochen vielleicht etwas mehr weh tun, aber er macht das, was er kann und bringt seine optimale Leistung. Er macht das sensationell.“

„Unser Trend ist positiv.“

Uwe Hünemeier

Damit hilft Hünemeier auch der Mannschaft. „Unser Trend ist positiv, aber Regensburg ist in dieser Saison noch ungeschlagen und hat sich in den vergangenen Jahren super entwickelt. Die Liga ist unfassbar eng und auch am Samstag werden Nuancen entscheiden“, schaut der gebürtige Rietberger voraus auf die bevorstehenden 90 Minuten. Einen Blick über das Saisonende hinaus wagt er aber noch nicht: „Ich lasse mir das völlig offen. Solange ich mich körperlich so gut fühle, sehe ich keinen Grund aufzuhören.“

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