Paderborns Angreifer soll verkauft werden, spielt aber nicht
Das Mamba-Dilemma

Paderborn (WB). Dass Streli Mamba weg möchte und der SC Paderborn 07 auch gewillt ist zu verkaufen, ist spätestens seit dem geplatzten Wechsel zum 1. FC Köln bekannt. Dass die Ablöse für den Stürmer bei etwa zwei Millionen Euro liegt, ist ebenfalls kein Geheimnis. Das Problem ist nur, dass mal wieder die Zeit drängt: In gut acht Wochen öffnet das Winter-Transferfenster, und der Deutsch-Kongolese hat noch kein Pflichtspiel absolviert.

Mittwoch, 28.10.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 08:48 Uhr
Paderborns Sturmspitze im Wartestand: Streli Mamba trainiert seit Ende September wieder, spielt nur nicht. Sein letztes Pflichtspiel für den SCP absolvierte er im Juni. Foto: Jörn Hannemann

Ob sich daran in absehbarer Zeit etwas ändert, ist zumindest zweifelhaft. Paderborns Trainer Steffen Baumgart reagiert bei Fragen nach seinem lange verletzten Angreifer, der noch bis zum 30. Juni 2022 beim Zweitligisten unter Vertrag steht, tiefenentspannt: „Wenn Streli den Fußball spielt, den wir uns im Trainerteam vorstellen, wird er zu Einsätzen kommen. Die Qualität hat er. Eine Woche trainieren und dann sagen: ‚Hier bin ich‘, reicht aber nicht.“

Und reinreden lässt sich Baumgart in seine Aufstellung sowieso nicht. Zumindest nicht von außen. „Meine Aufgabe ist es nicht, Spieler für angedachte Transfers auf den Rasen zu bringen. Meine Aufgabe ist es, die beste Mannschaft spielen zu lassen.“ Das sieht übrigens Manager Fabian Wohlgemuth nicht anders. Der 41-Jährige würde zwar gerne dieses Transferziel erreichen, sagt aber: „Steffen Baumgart schickt die elf auf den Platz, von denen er überzeugt ist, mit ihnen am erfolgreichsten sein zu können.“

Nicht im Kader

Seitdem Mamba am 4. September in Köln den obligatorischen Medizincheck nicht bestand, stecken der Spieler und der ostwestfälische Klub in einem Dilemma. Das Interesse am gebürtigen Göppinger, der mit seiner Schnelligkeit und seiner hohen Qualität in den Eins-gegen-Eins-Duellen viele Fähigkeiten mitbringt, ist auch in Zeiten der Corona-Pandemie da. Er hatte bislang aber noch keine neue Möglichkeit, sich durch gute Leistungen ins (Transfer-) Fenster zu stellen. Am vergangenen Sonntag beim 1:1 in Sandhausen stand der 26-Jährige noch nicht einmal im Kader. „Warum sollte er mitfahren? Streli hat von den vergangenen zehn Trainingswochen nur drei mitgemacht. Das ist bei unserer Leistungsdichte im Kader zu wenig“, sagte Steffen Baumgart.

Wobei sich die personelle Situation aus Mambas Sicht weiter verschärfen wird. Wenn Baumgart am Mittwoch mit der Vorbereitung auf das Heimspiel am Samstag gegen Jahn Regensburg beginnt, rechnet er neben Sebastian Vasiliadis auch mit der Rückkehr von Außenstürmer Christopher Antwi-Adjei. In absehbarer Zeit wird ebenfalls Sven Michel zurückerwartet. Der Angreifer hatte sich Ende September im Training einen Innenbandanriss im linken Knie zugezogen und drohte für den Rest des Jahres auszufallen. Im Moment steigert der 30-Jährige täglich sein Pensum und könnte bereits nach der zweiten Länderspielpause Mitte November eine Alternative sein.

Außerdem verpflichtete der SCP mit Marco Terrazzino und Marcel Heller zwei weitere Offensivkräfte. „Der Kampf um die Plätze wird an Schärfe zunehmen. Aber genau diese Konkurrenzsituation wollten wir auch“, sagt Baumgart. Eine Sonderrolle für Mamba sieht Wohlgemuth nicht: „Er war verletzt und wie alle anderen Spieler, die aus der 1. Liga abgestiegen sind, steht er jetzt vor der Herausforderung, unter den Bedingungen der 2. Liga zu überzeugen.“

Mamba wurde Vater

Die Probleme von Streli Mamba, dessen Stern vor einem Jahr beim spektakulären 3:3 (nach 3:0-Führung) beim BVB aufging , begannen am 19. August im Testspiel beim österreichischen Zweitligisten SK Austria Klagenfurt (1:1). Bei einem Sprint zog sich der Doppeltorschütze von Dortmund ohne Gegnereinwirkung eine Oberschenkelverletzung zu. Die ist mittlerweile auskuriert, Trainingsrückstand hat er aber noch immer – und keine Spielpraxis.

Ungeachtet aller sportlicher Probleme, begann für Streli Mamba diese Woche mit einem freudigen Ereignis: Am Montag wurde er Vater einer Tochter. Das war übrigens noch ein Grund, warum Baumgart den Profi am Wochenende nicht nominierte.

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