Paderborns Ex-Manager bekommt seit Mai kein Geld
Przondziono will Gehalt einklagen

Paderborn (WB). Die Klage des fristlos entlassenen Managers Martin Przondziono gegen den SC Paderborn 07 wurde von seinem Anwalt Dr. André Soldner jetzt erweitert. Hatte sich sein Mandant bisher gegen die Kündigung gewehrt, will der 51-Jährige nun auch die Fortsetzung der Gehaltszahlungen erzwingen. Nach der Freistellung am 20. April hatte der SCP alle Vergütungen eingestellt.

Donnerstag, 22.10.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 23.10.2020, 06:27 Uhr
Will eine Fortsetzung der Gehaltszahlungen erzwingen: Martin Przondziono wurde beim SC Paderborn im Mai fristlos entlassen. Foto: Jörn Hannemann

Teil des Verfahrens abgetrennt

Der Rechtsstreit beschäftigt künftig aber nicht nur das Arbeitsgericht. Ein Teil des Verfahrens wurde abgetrennt und an das Paderborner Landgericht verwiesen. Zuständig ist hier die Kammer für Handelsrecht.

Zwei Gerichte wegen einer Kündigung? Die fristlose Trennung des SCP von seinem Geschäftsführer Sport könnte an einer Stelle noch spannend werden: Der Ex-Profi steht bei den Ostwestfalen bereits seit September 2018 unter Vertrag, damals noch als „Leiter Sport Lizenzbereich“. Sein Arbeitgeber war die SC Paderborn 07 GmbH und Co. KGaA, als rechte Hand des früheren Managers Markus Krösche war Przondziono hier Angestellter. Das änderte sich mit Krösches Abgang in Richtung RB Leipzig. Sein Nachfolger wurde im Juni 2019 bekanntermaßen Przondziono, der damit in die SCP-Führungsriege aufstieg.

Neuer Arbeitgeber

Der Verein blieb mit dem SC Paderborn gleich, sein neuer Arbeitgeber wurde aber mit der SC Paderborn 07 Management GmbH eine andere Gesellschaft. Und genau hier gibt es auch Streit. Während der SCP, vertreten durch den Sportrechtsexperten Christoph Schickhardt, der Auffassung ist, dass mit Przondzionos Beförderung, verbunden mit dem neuen Grundgehalt (angeblich 20.000 Euro im Monat), der alte Arbeitsvertrag (läuft bis zum 30. Juni 2021) aufgehoben wurde, ist Przondzionos Frankfurter Rechtsanwalt Soldner anderer Meinung. 

Das Arbeitsgericht muss deshalb zunächst klären, ob mit der Bestellung Przondzionos zum Geschäftsführer Sport der bestehende Arbeitsvertrag automatisch aufgehoben wurde. Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen soll die Beendigung des alten Angestellten-Verhältnisses zumindest nie schriftlich fixiert worden sein. Der SC Paderborn hat zwar inzwischen auch Przondzionos altes Angestellten-Arbeitsverhältnis gekündigt, doch auch damit hat der Klub aus juristischer Sicht noch nicht alle Probleme gelöst. So liegt der Kammer beispielsweise noch immer kein Kündigungsgrund vor.

Treffen am 10. Dezember erneut aufeinander: Rechtsanwalt Dr. André Soldner (links) vertritt Paderborns fristlos entlassenen Manager Martin Przondziono, Christoph Schickhardt die Interessen des Fußball-Zweitligisten.

Treffen am 10. Dezember erneut aufeinander: Rechtsanwalt Dr. André Soldner (links) vertritt Paderborns fristlos entlassenen Manager Martin Przondziono, Christoph Schickhardt die Interessen des Fußball-Zweitligisten. Foto: Oliver Schwabe

Vereinsschädigende Äußerungen

Die Handelskammer befasst sich dagegen mit Przondzionos fristloser Entlassung als Geschäftsführer. Die erfolgte am 4. Mai 2020, zwei Wochen nach seiner Freistellung. Hier lieferte der Verein mit „vereinsschädigenden Äußerungen bei der Verabschiedung vor der Mannschaft“ auch eine Begründung. Mit Blick auf die Lohnreduzierung wegen der Corona-Pandemie soll Przondziono damals auch gesagt haben: „Ihr musstet auf einen Teil eurer Gehälter verzichten, um den neuen Manager zu bezahlen.“

Während es vor dem Arbeitsgericht am 10. Dezember weiterverhandelt wird, gibt es beim Landgericht noch keinen Termin.

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