Sieg ohne Sechs: Paderborns Trainer Baumgart freut sich über mehr Konkurrenz
Gesetzt ist keiner mehr

Paderborn (WB). Es war eine lange Zeit. Eine sehr lange Zeit. So ist es kein Wunder, dass Steffen Baumgart seinen Worten in der Pressekonferenz nach dem 1:0 des SC Paderborn gegen Hannover 96 am Sonntag („Ich werde jetzt versuchen, diesen Sieg zumindest für einen Tag zu genießen“) Taten folgen ließ. „Ich glaube schon, dass mir das im Kreis meiner Familie gelungen ist“, sagte Baumgart am Mittwochmorgen, kurz nach seiner Rückkehr nach Paderborn, richtete den Blick aber sofort wieder nach vorne: „Es geht weiter.“

Donnerstag, 22.10.2020, 02:05 Uhr aktualisiert: 22.10.2020, 02:20 Uhr
Paderborns Trainer Steffen Baumgart freut sich über die neue Konkurrenzsituation im Kader, der sich auch Sebastian Vasiliadis (rechts) stellen muss. Foto: Wilfried Hiegemann

Die Erleichterung beim SCP-Trainer über das Ende der Negativserie mit 18 Punktspielen ohne Sieg, sie war aber auch drei Tage nach dem Spiel noch deutlich hörbar, wenngleich er erklärte: „Wir haben ja nicht angefangen, die Monate aufzuzählen, in denen wir nicht gewonnen haben. Das waren andere. Ich bewerte nicht nur das Ergebnis, sondern schaue immer darauf, was gut war und was nicht.“ Ballgewinne und Spielanlage gefielen Baumgart gegen Hannover, doch er weiß auch: „Wir haben gerade gegen Ende des Spiels eklatante Fehler gemacht, mit denen wir uns beinahe selbst ein Bein gestellt hätten. Hätte der Gegner das ausgenutzt, wäre das Resultat anders ausgefallen.“

Eine Wohltat für die Stimmung

96 tat das nicht und der Sieg dem SCP gleich in mehrfacher Hinsicht gut: für die Tabelle, das Selbstbewusstsein, die Stimmung in der Mannschaft und im gesamten Verein. Und er brachte für den Trainer noch eine andere ganz wichtige Erkenntnis.

Es sind nicht unbedingt mehr Spieler gekommen als gegangen, aber es herrscht mehr Konkurrenz im Kader. So war die Mannschaft in der Lage, gleich ein halbes Dutzend Ausfälle (Maxi Thalhammer, Sven Michel, Streli Mamba, Sebastian Vasiliadis, Christopher Antwi-Adjei, Chima Okoroji) zu kompensieren. „Das ist ein gutes Zeichen, für uns Trainer und auch für die Spieler. Sie wissen, dass es auch ohne sie funktioniert und sie sich nicht ausruhen können.“

Wir können auf jeder Position reagieren.

Steffen Baumgart

Dabei geht es nicht nur darum, verletzte Spieler zu ersetzen, sondern es kann auch auf Formschwächen oder Müdigkeit reagiert werden. „Wir können auf jeder Position reagieren“, sagt Baumgart. Das bedeutet zugleich: Gesetzt ist keiner mehr. So ist es keinesfalls sicher, dass Sebastian Vasiliadis und Christopher Antwi-Adjei am Sonntag in Sandhausen in die Startelf zurückkehren, auch wenn sie am Mittwoch wieder ins Training eingestiegen sind. Aber sowohl Svante Ingelsson und Ron Schallenberg in der Zentrale als auch Kai Pröger und Chris Führich auf den Außen machten es gegen Hannover gut. „Ein Vasi in Topform ist einer unserer besten Spieler“, sagt Baumgart, gibt Vasiliadis aber keinen Garantieschein: „Ob er der Beste für Sandhausen ist, entscheidet die Leistung im Training. Ich lasse mir das offen.“

Auch Stammkraft Pröger musste sich hinten anstellen, bevor er gegen Hannover wieder in der Startelf stand. Umgekehrt erging es Frederic Ananou und Marcel Correia, die von Johannes Dörfler und Uwe Hünemeier verdrängt wurden. Man darf gespannt sein, welche personellen Wechsel Baumgart diesmal bereithält.

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