Der SC Paderborn 07 zwischen Abstiegsfrust und Neuanfang
„Eine besondere Hypothek“

Paderborn (WB). Tiefe Läufe, robust im Zweikampf und ein gutes Positionsspiel: Auffällig ist Neuzugang Svante Ingelsson. Der 22-Jährige steht aber auch für ein aktuelles Paderborner Problem: fehlende Effizienz.

Dienstag, 20.10.2020, 02:27 Uhr aktualisiert: 20.10.2020, 02:30 Uhr
Paderborns Schwede Svante Ingelsson hatte gegen Hannover 96 viele gute Szenen, nur im Abschluss zeigte er Schwächen. Foto: Wilfried Hiegemann

Der erste Schwede im Trikot des SCP hätte schon beim torlosen Remis in Heidenheim zum Matchwinner werden können. Am Sonntag beim 1:0-Erfolg gegen Hannover 96 ließ Ingelsson noch einmal drei Möglichkeiten von hoher Qualität aus. „Wenn man nach unserem ersten Saisonsieg etwas kritisieren möchte, dann ist das ein möglicher Ansatzpunkt“, sagt Manager Fabian Wohlgemuth.

Gegen Hannover stand einiges auf dem Spiel.

Fabian Wohlgemuth

Aus der Antwort kann jeder ablesen, dass der 41-Jährige am Tag nach dem ersten Saisonsieg lieber über positive Dinge reden wollte. Verständlich. Denn auch wenn der Verein äußerlich Ruhe ausstrahlte, war nach 18 sieglosen Spielen in Folge intern der Druck da. Wohlgemuth beschrieb die Situation am Montag gegenüber dem WESTFALEN-BLATT so: „Gegen Hannover stand einiges auf dem Spiel und wir waren in besonderer Weise gefordert. Aber der Teamgeist war spürbar, wir waren von Beginn an griffig und willens, bis an die Grenze zu gehen.“

Enttäuschte Hoffnungen

Paderborns Geschäftsführer Sport ärgert sich zumindest intern darüber, dass in der öffentlichen Wahrnehmung Siege in der 2. Liga für einen Verein wie Paderborn als selbstverständlich erachtet werden. Dagegen spricht, dass der SCP mit seinem 10-Millionen-Euro-Etat für die Profis zum unteren Drittel der 2. Liga zählt. Wohlgemuth selbst nennt noch eine andere Schwierigkeit: „Wir befinden uns nach wie vor in der Auftaktphase einer Saison, in die insbesondere wir als Absteiger mit einer besonderen Hypothek gehen.“ Er spielt damit auch auf persönliche Enttäuschungen nach dem verfehlten Klassenziel im Juni an. Einige SCP-Spieler wie Sebastian Vasiliadis, Christopher Antwi-Adjei, Jamilu Collins oder Streli Mamba hatten außerdem auf lukrative Erstliga-Angebote gehofft. Die kamen aus unterschiedlichen Gründen nicht.

Diese Unzufriedenheit musste das Trainerteam zunächst beiseiteschieben. „Das war und ist auch noch der schwerste Weg“, bestätigt Steffen Baumgart. Gleichzeitig gilt es die verletzungsbedingten Probleme (Vasiliadis, Thalhammer, Antwi-Adjei, Okoroji, Michel, Mamba) zu lösen. Das gelang gegen Hannover nicht nur aus Wohlgemuths Sicht gut: „Das, was die Jungs in spielerischer Hinsicht auf den Platz gebracht haben, ist dann eben auch ein Hinweis auf das Potenzial des Teams.“

Das kann nicht auf Knopfdruck gelingen.

Fabian Wohlgemuth

Wohin die angesprochene Leistungsfähigkeit führen kann? Wohlgemuth will darauf noch nicht konkret antworten. Für ihn gehe es nach wie vor darum, dass das Team in der neuen Liga auf Betriebstemperatur komme. „Das kann und wird nicht auf Knopfdruck gelingen. Wir müssen effektiver und stabiler in unseren Abläufen werden. Am Sonntag haben wir einen guten Schritt gemacht – nicht weniger, aber auch nicht mehr.“ Und dieser eine Schritt wäre fast noch zu kurz geraten. Ingelssons Fehlschüsse blieben aber folgenlos. Vorwürfe von Baumgart gab es dafür nicht. „Soll ich den Jungen jetzt noch zusätzlich verunsichern? Oder soll er deshalb mit dem Fußball aufhören?“ Der Fußballlehrer bittet wie immer um mehr Geduld. Die braucht man, wenn man junge Spieler entwickeln will. Die gibt es aber nur, wenn am Ende auch das Ergebnis stimmt. Wie gegen Hannover.

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