Startelfpremiere: Neuzugang freut sich auf den SCP und den HSV
Justvan hat „richtig Bock“

Paderborn (WB). Das ist nicht selbstverständlich. Erst am Dienstag vorvergangener Woche wurde Julian Justvan vom VfL Wolfsburg zum SC Paderborn transferiert, fünf Tage später gehörte er zum Saisonauftakt bei Holstein Kiel bereits zum Aufgebot und kam sogar zum Einsatz. In der 78. Minute für Sven Michel eingewechselt, absolvierte Justvan seine ersten Minuten beim SCP und als Zweitligafußballer. An diesem Montag, im ersten Saisonheimspiel gegen den Hamburger SV (20.30 Uhr, Benteler-Arena), steht er sogar erstmals in der Startformation.

Montag, 28.09.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 28.09.2020, 09:48 Uhr
Volle Konzentration auf den Ball: Julian Justvan will beim SC Paderborn den nächsten Schritt machen. Foto: SC Paderborn 07/Kim Liebeck

Auch wenn er die 0:1-Niederlage an der Förde nicht mehr verhindern konnte, fühlt sich der gebürtige Landshuter in Ostwestfalen schon pudelwohl. „Obwohl die ersten Tage in einem neuen Verein nie einfach sind, bin ich super empfangen worden und als ich nach dem Abschlusstraining erfahren habe, dass ich in Kiel mit dabei bin, habe ich mich super gefreut“, sagt er. Die ersten Tage haben ihn in dem positiven Eindruck, den er vom ersten Gespräch an mit den Paderborner Verantwortllichen hatte, bestätigt. „Ich hatte sofort ein richtig gutes Gefühl, dass sie den Weg mit mir gehen wollen“, sagt Justvan und entschied sich nach drei Jahren in Niedersachsen schließlich für einen Wechsel. In Wolfsburg hatte er zwar nach Corona immer im Kader gestanden, zum Bundesliga-Debüt reichte es aber nicht: „Auch wenn ich die komplette Vorbereitung bei den Profis absolviert habe, war es klar, dass es für mich schwierig wird, auf Einsätze zu kommen. In Paderborn bekomme ich die Unterstützung und ich habe richtig Bock auf diese Aufgabe. Die Jungs sind voll fokussiert, der Trainer hilft, wo er kann und spricht sehr viel mit uns.“

Ich hatte sofort ein richtig gutes Gefühl.

Julian Justvan

Die Eingewöhnung beim SCP wurde ihm durch seine bayrischen Landsleute Maxi Thalhammer und Leopold Zingerle erleichtert, Neuzugang Pascal Steinwender kannte er aus Begegnungen mit der Wolfsburger U23 gegen den VfB Oldenburg in der Regionalliga Nord. Dort traf er für die Wölfe in der abgelaufenen Spielzeit siebenmal und bereitete neun Tore vor. In Paderborn will er demnächst in einer eigenen Wohnung heimisch werden, nach ihrer Ausbildung zur Zahnarzthelferin soll dann im nächsten Jahr Freundin Ayse-Sophie aus München nachkommen.

Dann passt es auch privat, sportlich hält Paderborns Trainer Steffen Baumgart von Justvan schon jetzt eine Menge: „Julian hat auf hohem Niveau trainiert, aber noch nicht gespielt. Das ist unsere Philosophie. So kann er bei uns den nächsten Schritt gehen und wenn ihm das gelingt, bringt er auch uns weiter.“ Baumgart weiß schon genau wo: „Wir haben offensiv nicht so viele Alternativen und erhoffen uns, die Lücke zu schließen, die ein gewisser Abgang hinterlassen hat.“

Justvan greift sich die 10

Mit dem gewissen Abgang meint der Coach den einstigen Mittelfeldregisseur Philipp Klement (inzwischen VfB Stuttgart). Zumindest was die Trikotnummer betrifft, gibt es Hoffnung. Da griff Justvan ganz nach oben. „Die Nummer zehn war frei, da habe ich nachgefragt. Das ist meine Lieblingsposition, aber ich weiß auch, dass mit dieser Nummer ein hoher Stellenwert verbunden ist“, sagt der Neue.

Trotz der missglückten Premiere zweifelt Justvan nicht an seiner Wahl. „Die Mannschaft hat den Abstieg abgehakt und vergessen. In Kiel haben wir ein ordentliches Spiel gemacht, leider hat die Effizienz gefehlt. Wir haben die Fehler analysiert und werden es am Montag besser machen“, verspricht er, obwohl er vor dem Gegner großen Respekt hat: „Hamburg hat eine super Mannschaft und es wird schwer. Da müssen wir uns reinkämpfen. Aber wenn wir das auf den Platz bekommen, zu was wir in der Lage sind, können wir den HSV ärgern und auch etwas mitnehmen.“

Er macht es immer besser.

Steffen Baumgart

Sein eigenes Befinden stellt er bescheiden hintenan: „Ich bin noch nicht einmal zwei Wochen hier, daher habe ich auch keine großen Erwartungen. Ich gebe im Training alles, aber ob und wie viel ich spiele, entscheidet der Trainer.“ Das wird Steffen Baumgart gerne hören, doch der Ausfall von Michel macht den Weg für Justvan sofort frei, wie er betont: „Wir werden auf Julian anstelle von Sven zurückgreifen. Er macht es immer besser und immer mehr so, wie wir uns das vorstellen. Julian will zeigen, dass er in die Mannschaft gehört.“ Jetzt ist er schneller drin als gedacht.

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