Mit dem Hamburger SV zu Gast beim Ex-Verein SC Paderborn
Gjasulas Rückkehr

Paderborn (WB). Aufgestiegen in die 1. Bundesliga, albanischer Nationalspieler und Vater einer Tochter geworden. Die Bilanz von Klaus Gjasula in zwei Jahren beim SC Paderborn ist außergewöhnlich. Mehr geht nicht. Am Montag (Anstoß 20.30 Uhr, Benteler-Arena) kehrt Gjasula mit seinem neuen Verein Hamburger SV an seine alte Wirkungsstätte zurück.

Freitag, 25.09.2020, 03:00 Uhr
Kopf an Kopf im DFB-Pokal: Der Neu-Hamburger Klaus Gjasula und der Dresdner Paul Will. Der HSV flog schon in Runde eins raus. Foto: dpa

„Das ist kein gewöhnliches Spiel für mich, da ist ein gewisses Extra mit dabei. Ich freue mich sehr darauf. Das wird ein aufregendes Match gegen einen sehr starken Gegner”, sagte Gjasula am Donnerstag während einer Medienrunde im Hamburg.

Ginge es nach den Paderborner Verantwortlichen, würde Gjasula weiter auf der anderen Seite stehen. „Wir haben unsere Möglichkeiten grenzwertig strapaziert“, kommentierte Paderborns Geschäftsführer Sport Fabian Wohlgemuth den Wechsel Gjasulas von der Pader an die Elbe im Juli. Der Vertrag des 30-Jährigen beim SCP war ausgelaufen und der HSV lockte ihn ablösefrei in den Norden. Darüber war der Mann mit dem Helm, den er seit einem Jochbeinbruch 2013 als Schutz trägt, so erfreut, dass er vorpreschte und seinen Abschied aus Paderborn höchst selbst verkündete. „Danke für zwei unglaubliche Jahre. Danke, dass ich Teil dieses Vereins und dieser Mannschaft sein durfte“, postete er via Instragram.

Steffen ist ein super Trainer und ein super Typ.

Klaus Gjasula

Das hinterließ durchaus einen bitteren Beigeschmack. „Dass Klaus seinen Weggang über die sozialen Netzwerke verbreitet hat, ohne sich mit dem Verein abzustimmen, war so nicht geplant“, sagte Wohlgemuth damals, zeigte aber für die Entscheidung an sich Verständnis: „Wenn ein Profi am Zenit seiner Karriere angelangt ist, muss er seine wirtschaftlichen Möglichkeiten genau ausloten.“ Dass Gjasula in Hamburg wesentlich mehr verdient als in Paderborn, ist kein Geheimnis. Wohl auch deshalb schickte Trainer Steffen Baumgart sofort Glückwünsche in Richtung seines Schützlings: „Das wird eine schöne Herausforderung für Klaus, dazu kann man ihm nur gratulieren.“ Insgesamt war Gjasula für Baumgart ein wichtiger Eckpfeiler. „Auf Klaus halte ich große Stücke. Ein Musterprofi, als Spieler und Mensch herausragend“, sagte der Paderborner Coach erst in der Mittwochsausgabe der „Sport Bild“. Gjasula gibt die Komplimente gerne zurück: „Steffen ist ein super Trainer und ein super Typ. Ich hätte ihn gerne behalten, aber wenn ein Verein wie der HSV ruft, überlegt man nicht lange.“

Klaus Gjasula im SCP-Trikot. in zwei Jahren absolvierte er 53 Meisterschaftsspiele für Paderborn und erzielte drei Tore.

Klaus Gjasula im SCP-Trikot. in zwei Jahren absolvierte er 53 Meisterschaftsspiele für Paderborn und erzielte drei Tore. Foto: dpa

In Hamburg konnte Gjasula seine Qualitäten auf Anhieb einbringen. Im Laufe der Vorbereitung trug er sogar mal die Kapitänsbinde, bevor der neue Trainer Daniel Thioune sich letztendlich für Tim Leibold als neuen Mannschaftsführer und Nachfolger von Aaron Hunt entschied. Sowohl beim DFB-Pokal-Aus beim Drittligisten Dynamo Dresden (1:4) als auch beim Auftaktsieg in der 2. Liga gegen Absteiger Fortuna Düsseldorf (2:1) stand er 90 Minuten auf dem Platz. Was dabei bemerkenswert war: Gjasula kassierte keine einzige Gelbe Karte. In der Vorsaison hatte er mit 17 Verwarnungen den mehr als 20 Jahre alten Rekord des Duisburgers Tomasz Hajto geknackt. Das brachte ihm den Spitznamen Karten-Klaus ein, doch damit soll jetzt Schluss sein. „Auch da will ich mich verbessern und weiterentwickeln. Mein neuer Trainer Daniel Thioune hat gesagt, dass ich mein Spiel nicht verstellen, aber mich in der einen oder anderen Situation klüger verhalten soll. Mein Ziel in dieser Saison ist es, einstellig zu bleiben“, verspricht Gjasula.

Ich weiß, wie die Paderborner ticken.

Klaus Gjasula

Seinen Ex-Kameraden müsste vor seinen Grätschen nicht bange sein, versichert er und hält eine Steigerung seiner Mannschaft gegenüber dem Auftaktspiel für nötig, um den zweiten Dreier einzufahren: „Ich weiß, wie die Paderborner ticken. In der Mannschaft steckt viel Potenzial und Steffen Baumgart wird die Jungs richtig heiß machen. Das wird auf jeden Fall schwieriger als gegen Düsseldorf, aber für uns ist es der richtige Gegner zum richtigen Zeitpunkt.“ Kontakte nach Ostwestfalen gibt es noch genug, aber die ruhen vor dem direkten Duell. „Da sollte jeder bei sich und seinem Team bleiben”, sagt Gjasula.

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