Paderborns Stürmer und die Folgen seines Fast-Wechsels
Mambas Makel

Paderborn (WB). Am Sonntag, bei der Auftaktniederlage in Kiel, hätte der SC Paderborn 07 einen geradlinigen Stürmer gut gebrauchen können. Einer, der diese anspruchsvolle Aufgabe selbst in der ersten Liga schon mehrmals zur allgemeinen Begeisterung zu verrichten vermochte, ist seit Montag wieder zurück auf dem Trainingsplatz: Streli Mamba hat den Muskelfaserriss im linken Oberschenkel auskuriert und mit den ersten Laufeinheiten begonnen.

Dienstag, 22.09.2020, 09:12 Uhr aktualisiert: 22.09.2020, 13:06 Uhr
Paderborns Stürmer Streli Mamba, hier begleitet von Physiotherapeut Jörg Liebeck, ist nach überstandener Oberschenkelverletzung zurück im Lauftraining Foto: SC Paderborn 07/Kim Liebeck

„Ich bin total erleichtert dass Dr. Müller-Wohlfahrt mit seiner Behandlung dafür gesorgt hat, dass ich heute schon wieder auf dem Platz stehe. Dafür geht mein großer Dank nach München und unsere Physios in Paderborn. Jetzt brenne ich auf die nächsten Schritte und bin davon überzeugt, dass ich schon bald wieder Tore schießen werde“, sagt der 26-Jährige. Um die Physis des gebürtigen Göppingers sollte es in absehbarer Zeit bestens bestellt sein. Wie es um die Psyche des unvergleichlich schnellen Angreifers steht, ist aber eine andere Frage. Schließlich ist für Mamba vor zweieinhalb Wochen eine keinesfalls kleine Welt zusammengebrochen.

Die neue und alte Situation

Der Dreijahresvertrag (plus Option auf eine vierte Saison) mit dem 1. FC Köln war unterschriftsreif ausgehandelt, die Verantwortlichen des FC und des SC Paderborn 07 waren sich über eine stattliche Ablösesumme von letztendlich zwei Millionen Euro (1,8 Millionen zuzüglich 200.000 Euro Bonuszahlungen) einig. Zuvor hatte sich der Deutsch-Kongolese bereits unmissverständlich positioniert: „Ich möchte unbedingt zum FC. Ich habe alle anderen Anfragen abgesagt. Wenn ich gehe, dann nach Köln.“ Doch bevor die bereits ausformulierte Pressemitteilung hätte verschickt werden können, stand für den Stürmer noch der Medizincheck an und den bestand er bekanntlich nicht.

Die Kölner sahen in Mamba ob der besagten Oberschenkelverletzung nicht die kurzfristige Hilfe, die sie suchten, entschieden sich gegen die Verpflichtung und verpassten ihrem Beinahe-Neuzugang damit unweigerlich den in diesem Geschäft nirgendwo geschätzten Stempel des im Medizincheck Durchgefallenen. Ein Makel, dessen nachrichtliche Verbreitung im Jahr 2020 keinerlei Landesgrenzen Einhalt gebieten können. Von Köln oder nichts ist nichts geblieben und die Zahl der Anfragen, die der Mann, der in der vergangenen Saison in 24 Erstligaeinsätzen fünf eigene Tore feiern durfte, ablehnen könnte, hat sich radikal reduziert. Beim SCP, so heißt es, ist man bereit, ihm den über die Medien voreilig vollzogenen Abschied zu verzeihen. Jetzt ist es an Mamba zu beweisen, dass er bereit ist, sich auf die neue und alte Situation einzulassen.

Monza, Köln, Monaco

Sein Vertrag beim Erstligaabsteiger läuft noch bis zum 30. Juni 2022. Nach Italien, wo die SCP-Verantwortlichen mit dem Berlusconi-Klub und Zweitligaaufsteiger AC Monza ebenfalls schon einig gewesen sein sollen, wollte der ehemalige Cottbuser trotz der Aussicht auf ein über die Maßen lukratives Gehalt wohl nicht. Nach Köln wollte er unbedingt, durfte aber nicht. Nun wird in Paderborn davon ausgegangen, dass ein neuerliches, nennenswertes Millionen-Angebot vor dem Ablauf der Transferperiode am 5. Oktober einer durchaus großen Überraschung gleichkäme. Das jüngst kolportierte Interesse von Niko Kovac und dessen neuen Arbeitgeber, der AS Monaco, scheint nicht von nachhaltiger Natur zu sein. Vielmehr dürfte Streli Mamba zumindest in der Hinrunde wieder eine Alternative für Cheftrainer Steffen Baumgart darstellen. Kiel hat gezeigt: Der Coach könnte den abwanderungswilligen Rechtsfuß gut gebrauchen – wenn dieser nach der Fast-Trennung in Paderborn nicht nur körperlich zurück auf dem Platz ist.

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