Zweitligist hat seine Planungen für die kommende Saison noch nicht abgeschlossen
Die Mischung macht’s: SCP baut den Kader um

Paderborn (WB/MR). Die Kaderplanungen des SC Paderborn sind zwar noch nicht abgeschlossen, doch bei der Auswahl der Zugänge deckt der Zweitligist ein großes Spektrum ab: Ein sehr erfahrener (Marcel Correia), vier top ausgebildete aber noch entwicklungsfähige Profis (Frederic Ananou, Chima Okoroji, Maximilian Thalhammer, Chris Führich, Julian Justvan), dazu die Rückkehrer Ron Schallenberg (SC Verl) und Johannes Dörfler (Zwickau) sowie mit Moritz Schulze und Pascal Steinwender ein Duo für die Abteilung „Perspektive“.

Donnerstag, 17.09.2020, 05:15 Uhr aktualisiert: 17.09.2020, 14:44 Uhr
Die Faust statt Handschlag: Mit Rückkehrer Ron Schallenberg ist Trainer Steffen Baumgart bislang zufrieden. Foto: Friso Gentsch/dpa

Ob es bei diesen Zugängen bleibt? Abwarten. Transferschluss ist erst am 5. Oktober.

Das Tor

Moritz Schulze wäre auch ohne Nasenbeinbruch noch kein Herausforderer für Leopold Zingerle gewesen. Aber der 19-Jährige ist ein Keeper mit Perspektive. Schulze wechselte im Januar 2018 von der U17 des FC Grimma zu RB Leipzig und spielte zuletzt für die U19 des Champions-League-Teilnehmers in der A-Junioren-Bundesliga Nord/Nordost. „Ein sehr guter Perspektivspieler“, urteilt Manager Fabian Wohlgemuth.

Die Abwehr

Die Leihspieler Laurent Jans (FC Metz) und „Mo“ Dräger (SC Freiburg) sind weg, die Lücke auf der rechten Abwehrseite sollte ein robuster Abwehrspieler schließen, und die Wahl fiel auf Frederic Ananou. Der 22-Jährige wurde beim 1. FC Köln ausgebildet, kam vom FC Ingolstadt und unterschrieb einen Zweijahresvertrag. „Paderborn hat Power. Die Philosophie und der neue Trainer passen zu mir“, sagte der Diplomatensohn dem WESTFALEN-BLATT.

Ananou spielte seit Januar 2018 beim FC Ingolstadt, wurde dort zum Stammspieler, ehe er sich schwer verletzte (Schulter) und ein Jahr ausfiel. Der FCI stieg ab, Ananou auf, als der Anruf von Paderborns Manager Wohlgemuth kam: „Ich wollte unbedingt wieder zurück in die 2. Liga.“ Warum auch Wohlgemuth diese Personalie wichtig war: „Er hat seine Leistungsfähigkeit in der 2. Liga nachgewiesen und kann in unserer neuen Mannschaft ein wichtiger Baustein werden.”

Mit Luca Kilian (20) ging für drei Millionen Ablöse ein junger Spieler zum FSV Mainz, seine Lücke soll ein routinierter Profi schließen: Marcel Correia kam ablösefrei vom SSV Jahn Regensburg und ist bereits 31 Jahre alt. „In jedem Team muss auch die Balance passen“, begründete Trainer Steffen Baumgart den Transfer und dachte dabei auch an seine ehemaligen Leitwölfe Klaus Gjasula und Michael Ratajczak. Die sind weg, Correia bringt aber viel Erfahrung mit, spielte bereits für den 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Braunschweig und SSV Jahn Regensburg und kommt auf 19 Erstliga-Einsätze sowie 165 Partien in der 2. Liga.

Eines wurde ganz schnell klar: Leihspieler Chima Okoroji (SC Freiburg) macht auf der linken Abwehrseite so richtig Druck. Der 23-jährige Linksfuß kam über die Stationen Bayern München und FC Augsburg 2017 zu den Breisgauern. Der Durchbruch gelang ihm in der vergangenen Spielzeit beim Zweitligisten SSV Jahn Regensburg, bei dem er in allen 34 Ligaspielen in der Startelf stand und einen Treffer erzielte. „Chima ist ein schneller und robuster Außenbahnspieler, der unter anderem mit seinem Offensivdrang und seiner hohen Laufleistung überzeugt“, beschreibt Wohlgemuth den Zugang. Okoroji entschied sich ganz bewusst für die Ostwestfalen: „Ich hatte zahlreiche Gespräche mit interessierten Vereinen, aber das Konzept hatte mich absolut überzeugt.“

Rückkehrer Johannes Dörfler (ausgeliehen an FSV Zwickau) ist die eigentliche Überraschung der Vorbereitung. Dem 24-Jährigen wurde vor Trainingsstart nahe gelegt zu gehen, daran hat sich offiziell auch nichts geändert. Aber Trainer Steffen Baumgart sagt auch: „Jo macht es im Moment gut in seiner Rolle als Rechtsverteidiger und liefert sich mit Frederic Ananou einen interessanten Zweikampf.“ Den aber wohl Ananou gewonnen hat. Er spielte im Pokal an, Dörfler saß auf der Bank.

Das Mittelfeld

Mit einem Zweijahresvertrag wurde Maximilian Thalhammer (FC Ingolstadt) ausgestattet. Der 23-Jährige mit der Rückennummer 23 soll Klaus Gjasula (Hamburger SV) ersetzen und im zentralen Mittelfeld neben Sebastian Vasiliadis eine Achse bilden. Thalhammer kam 2014 von der SC Eintracht Freising zum damaligen Zweitligisten nach Ingolstadt. In der Saison 2018/19 spielte Thalhammer auf Leihbasis für den Zweitligisten SSV Jahn Regensburg, bei dem er auf 22 Einsätze und ein Tor kam. Zur Spielzeit 2019/20 kehrte der 1,91 Meter große Mittelfeldspieler zu den Schanzern zurück und scheiterte erst in der Relegation an der Rückkehr in die 2. Liga. Mit 35 Einsätzen und drei Treffern zählte er zu den Leistungsträgern. Starkes Kopfball- und gutes Passspiel zeichnen ihn aus, Erfahrung in der DFB-Auswahl sammelte er auch: Für die U20 absolvierte er fünf Länderspiele.

Gespannt darf man auf den zweiten Rückkehrer Ron Schallenberg (war für zwei Jahre an den SC Verl ausgeliehen) sein. Der 22-Jährige hat im defensiven Mittelfeld mit Vasiliadis und Thalhammer starke Konkurrenz, doch Baumgart hat er bereits beeindruckt: „Er wirkt sehr kalt und ist nie nervös. Für einen Spieler in seinem Alter ist das erstaunlich.“

Kurz vor Ligastart holte der SCP noch einen „Zehner“: Der 22-jährige Julian Justvan kam vom VfL Wolfsburg, unterschrieb einen Zweijahresvertrag und erhielt die Rückennummer 10. Den früheren U18-Nationalspieler beschreibt Wohlgemuth so: „Ein talentierter Spieler, der in der Offensive variabel einsetzbar ist und über großes Entwicklungspotenzial verfügt. Er ist ein kreativer Mittelfeldmann mit guten Dribbling-, Pass- und Abschlussqualitäten, die wir weiter verfeinern wollen.“ In der abgebrochenen Regionalliga-Saison traf er für die „Wölfe“ in 21 Meisterschaftsspielen sieben Mal und bereitete neun Tore vor.

Der Angriff

Schwer einzuschätzen ist noch die BVB-Leihgabe Chris Führich. Der Mittelfeldspieler mit guten Offensivqualitäten kann auch auf den Außenbahnen für Alarm sorgen – das haben die Testspiele und auch die Pokalpartie gezeigt. Der 22-Jährige spielte in der Jugend unter anderem für den FC Schalke 04, Borussia Dortmund und den VfL Bochum. Den Durchbruch schaffte er beim 1. FC Köln, bei dem er am 13. Dezember 2017 sein Bundesliga-Debüt gegen den FC Bayern München feierte. Zurück in Dortmund absolvierte Führich 24 Spiele für die U23, in denen er acht Tore erzielte. „Chris ist technisch stark und wendig, so dass er auch enge Räume gut auflösen kann. Zudem verfügt er über starke Dribblings, bei denen er gerne den direkten Weg zum Tor sucht“, lobt Wohlgemuth den Neuen. Seinen Worten ließ der Manager auch Taten folgen und sicherte sich eine Kaufoption.

Trotz seiner 23 Jahre zählt auch Pascal Steinwender (VfB Oldenburg) noch zu den Perspektivspielern. In der abgebrochenen Regionalliga-Saison kam er auf 19 Spiele, schoss sieben Tore und legte acht weitere Treffer auf.

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