SC Paderborn verliert zum Ende der Vorbereitung gleich doppelt
Viele Fragezeichen

Paderborn (WB). Das Urteil von Paderborns Trainer Steffen Baumgart nach den beiden Testspielniederlagen zum Abschluss der Vorbereitung war gnadenlos: „So werden wir nicht bestehen.“ Der 48-Jährige war hörbar angefressen und zog noch diesen Vergleich: „Die Fehler, die wir machen, haben uns schon in der vergangenen Saison das Genick gebrochen. Jetzt machen wir es dem Gegner wieder zu einfach. Das hat nichts mit 2. Liga zu tun.“

Montag, 07.09.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 10:01 Uhr
Der Kapitän fällt: Christian Strohdieks Sturz führte gegen Lübeck zum Strafstoß. Der SCP legte am Wochenende gleich eine doppelte Bauchlandung hin. Foto: Jörn Hannemann

Das 0:1 am Samstag beim Mitabsteiger Fortuna Düsseldorf könnte man noch in die Kategorie „unglücklich“ einordnen. Ein kapitaler Schnitzer von Leopold Zingerle führte zum entscheidenden 0:1, wobei Baumgart seinem Schlussmann nicht die alleinige Schuld geben wollte: „Das war eine Fehlerkette, da war auch Marcel Correia mitbeteiligt.“ Insgesamt stand Paderborns Defensive sogar ganz gut, nach vorne lief allerdings nicht viel zusammen. „Da hat mir die absolute Gier gefehlt, Tore machen zu wollen“, kritisierte Manager Fabian Wohlgemuth.

Personelle Fragen

Zumindest zwei Treffer (Uwe Hünemeier und Antony Evans) markierte der SCP 20 Stunden später im Test gegen den VfB Lübeck, führte bis zur 71. Minute mit 2:0 und verlor am Ende gegen den Drittligaaufsteiger noch 2:3. Erneut waren es krasse individuelle Patzer (Dennis Jastrzembski, Jesse Tugbenyo), die den SCP aus der Bahn warfen. Dass der Mannschaft nach den langen Trainingswochen Frische und Geschwindigkeit fehlten und dass das Team sehr müde war, konnte niemand übersehen. Doch das wollte Baumgart nicht gelten lassen: „Das wären Ausreden. Fakt ist, dass wir uns die Dinger im Moment selber reinlegen. Daraus müssen wir bis zum Pokalspiel gegen Wiedenbrück die Lehren ziehen.“

SCP verliert Freundschaftsspiel gegen VfB Lübeck 3:2

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Foto: Jörn Hannemann
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War Baumgart zu Beginn der vergangenen Woche noch überzeugt davon, dass sein personelles Gerüst („Zu 70 Prozent habe ich meine Startelf schon im Kopf“) stehen würde, stellte er am Sonntag vieles infrage. Selbst auf die langjährige Stammkraft Leopold Zingerle als Nummer 1 im Tor wollte sich der Fußballlehrer nicht mehr festlegen. „Leo hat den Fehler gegen Düsseldorf gemacht, die Vorbereitung von Jannik Huth war fehlerfrei“, sagte Baumgart und ging die Mannschaftsteile weiter durch. Auch Neuzugang Marcel Correia, der bislang neben Sebastian Schonlau in der Innenverteidigung als „gesetzt“ galt, zählte der Coach indirekt an, indem er seine schärfsten Konkurrenten ausdrücklich hervorhob: „Uwe Hünemeier und Christian Strohdiek machen einen guten Job.“

Pokalspiel gegen Wiedenbrück

Lob und Tadel gab es für zwei Nachwuchskräfte. So überraschte der 19-Jährige Tugben­yo auch den Trainer: „Er hat leider einmal den Ball nicht richtig getroffen, das hat gegen Lübeck zum Ausgleich geführt. Aber diese Vorbereitung hatte dem Jungen niemand zugetraut. Er spielt defensiv rechts wie links und in der Dreierkette. In den vergangenen Wochen war ganz viel von ihm richtig gut.“ Bei Rückkehrer Ron Schallenberg (SC Verl) imponierten Baumgart besonders die Zweikampfstärke und Härte: „Ihm fehlt noch die Übersicht. Aber wie er gegen den Mann arbeitet, das ist bemerkenswert.“

Auch wenn sich der Coach auf keine Position mehr festlegen wollte, wird er bis zur Pokalpartie nicht alle Planspiele verwerfen. Allerdings hat Baumgart mit den beschlossenen fünf Auswechslungen weiterhin mehr Optionen, um in den nun mindestens 35 folgenden Pflichtspielen reagieren zu können.  Das Problem ist nur, dass ihm seine Spieler auch zeigen müssen, dass sie in die Startelf wollen.

Das taten am Samstag und Sonntag nur ganz wenige, das wird nun aufgearbeitet. Die Mannschaft hat bis Mittwochmittag frei und soll nach der langen Vorbereitung für ein paar Tage runterfahren. Baumgart wird die Zeit auch nutzen, um intensiv über seine Elf nachzudenken. Denn noch ging nur die Generalprobe daneben. Im DFB-Pokal am Sonntag gegen Wiedenbrück geht es dagegen um sehr viel Geld.

Kommentare

Klaus Müller  wrote: 07.09.2020 10:54
Nicht gelernt aus dem letzten Jahr?
Das Spiel gegen Lübeck kann man nicht richtig einordnen, es war hauptsächlich die zweite Garde auf dem Platz und offensiv ein komplettes Experiment, welches so sichtlich nicht funktioniert. Abhaken!
Ich habe langsam das Gefühl, dass wir aus dem Jahr 1. Liga nicht viel gelernt haben. Nach wie vor schlägt der letzte Pass fehl, nach wie vor fehlt der Spielmacher, der mit Klement gegangen ist. Weder Kapic noch Sabiri konnten ihn ansatzweise ersetzen. Worauf warten wir noch mit einer Neuverpflichtung? Ein Ritter wird ihn offensichtlich nicht ersetzen, der seit 2 Jahren eh 2. Wahl ist. Ebenso wenig ein Vasi.
Gegen Düsseldorf konnte man gut sehen, was den SCP in Liga 2 erwartet... wieder ein tiefstehender Gegner, der auf seine Chancen lauert. Es ist kein Geheimnis, dass wir so zu knacken sind und in Liga 2 wird es keine Mannschaft geben, die gegen uns offensiv spielt wie Leipzig, Bayern oder der BVB.
Gegen tiefstehende Gegner nützt Schnelligkeit nichts, du brauchst extreme Ballsicherheit, Zweikampfstärke und die entscheidenden Pässe.
Sbr_07  wrote: 07.09.2020 09:27
Es fehlt anscheinend der Glaube
Das ist alles gut und richtig, allerdings sehe ich auch wie letzte Saison das Problem eher in der Offensive und dem tief verankerten Glauben bis zu allerletzten Nachspielzeitsekunde, dass man so ein Spiel drehen bzw. gewinnen kann und für diese Chance zu beißen und zu treten (bildlich gesprochen). Das geht wiederum nur, wenn man Tore schießt.
Das strahlt die Mannschaft schon seit geraumer Zeit nicht aus oder nur gegen Gegner wie Bayern München, Dortmund oder RB Leipzig - dann, wenn man nichts erwarten kann. Das Alles scheint also auch ein mentales Problem zu sein. Vielleicht sollte man sich wieder darauf fokussieren, was man schaffen könnte, und nicht, was auf keinen Fall passieren darf. Wäre es nicht eine absolute Sensation, wieder aufzusteigen? Nur mal so als Vision.
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