Paderborns Stürmer Streli Mamba fällt in Köln durch den Medizincheck
Zwei-Millionen-Deal geplatzt

Paderborn (WB). Ablösesumme, Vertragsdauer, Gehalt – der Spieler und die beiden beteiligten Vereine hatten alles bis ins Detail ausgehandelt. Sogar die dann übliche Pressemitteilung war schon fertig formuliert. Doch am Freitagvormittag platzte der Transfer: Paderborns Stürmer Streli Mamba fiel durch den obligatorischen Medizincheck und wechselt nicht zum 1. FC Köln. „Die Nachricht kam überraschend, denn bei den Verhandlungen mit dem FC wurde schnell deutlich, dass Streli dort unmittelbar eine wichtige Rolle zugedacht war. Diese schnelle Integration sah man jetzt offensichtlich infrage gestellt“, sagte Paderborns Geschäftsführer Sport Fabian Wohlgemuth.

Freitag, 04.09.2020, 14:15 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 14:18 Uhr
Aus dem Wechsel zum 1. FC Köln wird es nichts: Streli Mamba bleibt beim SCP. Foto: Jörn Hannemann

Nun steht ein Rehaprogramm an

Mamba soll nun ab Dienstag sein Rehaprogramm beim ostwestfälischen Zweitligisten fortsetzen und zeitnah wieder ins Training einsteigen. Etwa vier Wochen wird der 26-Jährige wohl brauchen, um wieder fit zu werden, er wird damit den Saisonstart verpassen. Mit einem längeren Ausfall des Deutsch-Kongolesen rechnet beim SCP aber niemand. Kölns Manager Horst Heldt war die Zeit dennoch zu lang, er zog die Notbremse und stoppte in letzter Minute den Deal: „Wir waren uns mit Streli und mit Paderborn einig. Doch aktuell könnte er weder trainieren noch spielen. Das Risiko einer längeren Ausfallzeit wollen wir nicht eingehen, deshalb haben wir uns gegen eine Verpflichtung entschieden.”

Mamba hatte sich die Oberschenkelverletzung am 19. August im Testspiel beim österreichischen Zweitligisten SK Austria Klagenfurt (1:1) ohne Gegnereinwirkung bei einem Sprint zugezogen und danach nur noch individuell trainiert.

SCP ein harter Geschäftspartner

Am vergangenen Dienstag hatten sich Heldt und Wohlgemuth in Dortmund getroffen und eine üppige Transferentschädigung ausgehandelt. Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen einigten sich beide Seiten auf eine Ablöse in Höhe von 1,8 Millionen Euro plus Bonuszahlungen, die weitere 200.000 Euro in die SCP-Kasse gespült hätten. Für die Ostwestfalen war damit nach Luca Kilian (für drei Millionen Euro zum FSV Mainz 05) nicht nur der zweite Millionen-Deal perfekt, der Erstliga-Absteiger hätte sich am Ende auch mal wieder als harter Geschäftspartner präsentiert. Denn ursprünglich hatte Heldt nur ein Leihgeschäft für zwölf Monate angeboten. Nach dem Abgang von Simon Terodde (Hamburger SV) wurden Wohlgemuth 1,2 Millionen Euro angeboten, wenig später 1,5 Millionen Euro. Alle Offerten lehnte der Berliner ab und schlug erst ein, als der Erlös für Mamba bei zwei Millionen Euro lag.

Am Donnerstag reiste dann auch Mamba mit seinem Saarbrücker Berater Guido Nickolay nach Köln, handelte einen Dreijahresvertrag plus Option auf weitere zwölf Monate aus und positionierte sich deutlich: „Ich möchte unbedingt zum FC. Ich habe alle anderen Anfragen abgesagt. Wenn ich gehe, dann nach Köln.“ Der Wechsel sollte am Freitagnachmittag im Geißbockheim schriftlich fixiert werden, doch dazu kam es nicht mehr. „Für beide Seiten hätten wir uns einen anderen Ausgang erhofft. Das ist schade“, sagte Heldt. Wohlgemuth versuchte seinen Torjäger sofort wieder aufzurichten: „Es geht jetzt darum, Streli im Reha-Prozess zu unterstützen und schnell eine sportliche Orientierung zu geben. Wir waren und sind von seinem Potenzial überzeugt.“

Verletzung aus dem Bayern-Spiel

Das Jahr 2020 verlief für die schnelle Paderborner Spitze bislang ohnehin nicht gut: Am 21. Februar stürmte der 25-Jährige beim 2:3 gegen Bayern München für den SCP, zog sich erneut ohne Gegnereinwirkung einen Teilriss der Bizepssehne im hinteren Oberschenkel zu und fiel sieben Monate aus. Was der verletzte Angreifer aber noch nicht wusste: Auf der Tribüne kollabierte am selben Abend seine kleine Nichte und starb später im Krankenhaus. Dem WESTFALEN-BLATT sagte er später: „Ich war in den ersten Tagen doppelt angeschlagen. Auf der einen Seite war da diese Verletzung, auf der anderen Seite die Familie, und ganz speziell meine Schwester, die dringend meine Hilfe brauchte. Ich habe versucht, stark zu sein und allem, was auf einen so einprasselt, Stand zu halten. Diese schweren Wochen haben mich nachdenklicher gemacht.“

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