Paderborns Sportchef sieht in Sachen Trainer keinen Handlungsbedarf
Wohlgemuth: „Die Abläufe funktionieren“

Paderborn (WB). Jetzt ist es amtlich: Sowohl die U19 als auch die U17 des SC Paderborn steigen wieder in die Bundesliga auf. Für die Profis könnte sich die Zugehörigkeit zur höchsten Liga dagegen bereits an diesem Wochenende vorerst erledigt haben und der zweite sofortige Wiederabstieg nach 2015 vorzeitig perfekt sein.

Donnerstag, 11.06.2020, 02:33 Uhr aktualisiert: 11.06.2020, 05:02 Uhr
Auch im Falle des Abstiegs wird Trainer Steffen Baumgart seinen Vertrag beim SC Paderborn wohl erfüllen. Foto: dpa

Voraussetzung ist, dass Fortuna Düsseldorf gegen Borussia Dortmund einen Dreier landet und der SCP das Kellerduell gegen den Vorletzten Werder Bremen (15.30 Uhr, Sky) nicht gewinnt. Dann würden aus acht Punkten Rückstand mindestens zehn Zähler und die wären bei dann noch drei ausstehenden Spielen nicht mehr aufzuholen. „Wir wollen und müssen dieses Spiel mit aller Macht gewinnen“, beschreibt Trainer Steffen Baumgart die Situation des Schlusslichts. „Werder läuft den eigenen Zielen weit hinterher und ist ein direkter Konkurrent um den Relegationsplatz“, ergänzt Baumgart und fügt erklärend hinzu: „Das heißt, dass wir noch nicht abgeschenkt haben.“

Baumgart: „Ich führe keine Vereinsdiskussion“

Ob verbal oder was die Körpersprache angeht: Wer den Paderborner Trainer auch in diesen Tagen erlebt, erkennt keine Spur von Resignation oder Aufgabe. So ist es schwer vorstellbar, dass Baumgart seinen Vertrag (bis 2021) bei einem Abstieg nicht erfüllt. Geschäftsführer Sport Fabian Wohlgemuth, der Baumgart schon nach dem 1:6 gegen Borussia Dortmund am Pfingstsonntag den Rücken gestärkt hatte, äußerte sich am Mittwoch gegenüber dieser Zeitung so: „Sollten wir absteigen, geht es nicht um Symbolpolitik. Es geht darum, wie anpassungsfähig und motivationsbereit die Spieler und das Trainerteam sind. Wir wollen keinen pauschalen Personalaustausch, aber natürlich müsste man Dinge in alle Richtungen hinterfragen. Grundsätzlich ist es aber so, dass sich bei mir in den ersten Wochen der Eindruck verfestigt hat, dass die Abläufe funktionieren. Insofern besteht aus meiner Sicht in Sachen Trainer kein Handlungsbedarf.“

Den sieht auch Baumgart, der laut „Sport Bild“ seine bis zum 31. Mai geltende Ausstiegsklausel hat verstreichen lassen, für sich nicht: „Der Verein führt keine Trainerdiskussion und ich führe keine Vereinsdiskussion. Ich habe Vertrag und fühle mich wohl. Über mehr müssen wir nicht reden, alles andere ist Spekulation. Ich bin an den Planungen für die neue Saison beteiligt – und das bin ich sehr gerne. Das sagt alles.“ Mit dem bevorstehenden Abstieg geht der Trainer wie folgt um: „Was soll das mit mir machen? Ich habe den Jungs gesagt, dass sie nicht so sehr über den Tabellenstand nachdenken sollen, und das setzen sie sehr gut um. Ich spüre vor Bremen mehr Freude als Aufregung.“

Hornberger: „Fußballwelt wird nicht untergehen“

Rechnerisch ist noch alles drin. Zumindest hat der Verein vorsorglich die Relegationsunterlagen bei der Deutschen Fußball-Liga eingereicht, wie Geschäftsführer Martin Hornberger erklärte: „Wir alle wünschen uns, dass wir es noch schaffen, aber wenn nicht, wird die Fußballwelt für uns nicht untergehen und der SC Paderborn auch in der 2. Liga Imageträger Nummer eins der Stadt bleiben.“

Auch wenn Wohlgemuth erst seit dem 1. Mai im Amt ist und er an einem Abstieg nicht die geringste Schuld tragen würde, wäre es auch für den Przondziono-Erben keine schöne Sache. Für große Gefühle sei aber kein Platz: „Emotionen wären da der schlechteste Ratgeber.“ Es ginge darum, sachliche Entscheidungen zu treffen.

Noch aber ist es nicht so weit, die Hoffnung lebt weiter. Doch ausgerechnet vor der letzten Chance im Kampf gegen den Abstieg plagen die Ostwestfalen bekanntlich große Personalsorgen. Uwe Hünemeier und Streli Mamba sind aufgrund ihrer fünften Gelben Karte gesperrt, Luca Kilian und Sebastian Schonlau verletzt. „Luca könnte uns in den letzten beiden Spielen eventuell noch zur Verfügung stehen, aber am Samstag fallen beide aus. Außer es geschieht noch ein Wunder“, sagt Baumgart. Der letzte verbliebene Innenverteidiger Christian Strohdiek legte zwar eine zweitägige Trainingspause ein, der Kapitän kann aber auflaufen. Sein Partner in der zentralen Deckung könnte laut Baumgart Klaus Gjasula oder Samuel Fridjonsson heißen. Als Mamba-Ersatz kämen Ben Zolinski und Sven Michel in Frage. Egal, wer spielt, der Coach hofft auf eine Wiederholung des Auftritts in Leipzig (1:1): „Da waren wir geschlossen und mutig.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7444967?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F
Als Curko den Fehdehandschuh warf
Der 20. Oktober 2000 war der Tag, an dem Goran Curko bei Arminia die Brocken hinwarf. Der damals 32 Jahre alte Serbe hatte sich mit den Fans angelegt. Weil er beim Spiel gegen Mannheim vorzeitig den Platz verließ, durfte Dennis Eilhoff ins Tor. Foto: Hörttrich
Nachrichten-Ticker