Im Abstiegskampf gehen Paderborn die Innenverteidiger aus
Neue Sorgen beim SCP

Paderborn (WB). Vier Spieltage vor Schluss acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz: Die Lage bei Bundesliga-Schlusslicht SC Paderborn ist äußerst angespannt. Jetzt kommen auch noch große Probleme im Abwehrzentrum dazu. Vor dem Kellerkampf am Samstag (15.30 Uhr, Sky) gegen den Vorletzten Werder Bremen steht Trainer Steffen Baumgart nur noch ein Innenverteidiger zur Verfügung.

Dienstag, 09.06.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 05:03 Uhr
Gesperrt: Uwe Hünemeier sah am Samstag seine fünfte Gelbe Karte und muss gegen Werder aussetzen. Foto: dpa

Uwe Hünemeier (fünfte Gelbe Karte) ist für ein Spiel gesperrt, Luca Kilian und Sebastian Schonlau sind verletzt – wenn schon heute Anpfiff zum vorletzten Heimspiel dieser Saison wäre, könnte nur noch Kapitän Christian Strohdiek die Abwehrmitte besetzen. „Wir werden gegen Werder trotzdem mit elf Spielern auflaufen, da machen Sie sich mal keine Sorgen“, nimmt Baumgart solche Nachrichten gewohnt gelassen zur Kenntnis. Jammern mag der 48-Jährige ohnehin nicht, wobei ihn die drei Ausfälle dennoch hart treffen: „Wir werden wieder Lösungen finden, auch wenn das nicht so einfach wird.“

Hoffen auf Schonlau

Am vergangenen Samstag nahm Baumgart den erst 20-Jährigen Jan-Luca Rumpf mit nach Leipzig. Das Nachwuchstalent war noch kurzfristig als Back-up für den angeschlagenen Klaus Gjasula (Probleme mit der Wade) nominiert worden, kam beim 1:1 aber nicht zum Einsatz. Rumpf hat seine Stärken in der Defensive, spielte bis zum Ligaabbruch aber nur für die U21 in der Oberliga. Er wäre eine Alternative, allerdings nicht am kommenden Samstag. Da kämpft der SCP um seine vielleicht schon letzte Chance, doch noch einmal in den Abstiegskampf eingreifen zu können, und daher wird Baumgart auf Erfahrung setzen. Klaus Gjasula wäre eine Option als Innenverteidiger. Paderborns „Karten-König“ mit 16 Verwarnungen ist robust, kopfball- und auch zweikampfstark. „Da schauen wir mal in Ruhe“, wollte sich Baumgart zu so einem frühen Zeitpunkt verständlicherweise noch nicht festlegen. Zumal er noch Hoffnung hat, dass Schonlau rechtzeitig zurückkehrt.

Der 25-Jährige plagt sich bereits seit einigen Wochen mit Achillessehnenproblemen herum und setzte nach 23 Spielen in Folge über die volle Distanz erstmals in Leipzig aus. „Das war keine Vorsichtsmaßnahme. Bei Bascho geht es auch nicht darum, dass er gegen Bremen schmerzfrei spielen kann. Da geht es vor allem darum, dass er risikofrei spielt“, betont Baumgart, der unter keinen Umständen einen Riss der Sehne riskieren will. Teammanager Ole Siegel wagt hier auch keine Prognose: „Eine Reizung der Sehne ist immer schwierig. Bascho hat bei schnellen Läufen starke Schmerzen, da werden wir diese Woche von Tag zu Tag sehen, was geht, wenn wir die Belastung schrittweise erhöhen.“

Keine Option ist Luca Kilian. Das bei Borussia Dortmund ausgebildete Top-Talent startete nach seinem viel beachteten Debüt im September gegen Bayern München durch und wurde erst Ende Januar durch einen Sehnenanriss im Oberschenkel gestoppt. Diese Verletzung ist langwierig, es kam für den 20-Jährigen aber noch schlimmer. „Kurz nach der Verletzung hatte er erst einen Magen-Darm-Infekt und daraufhin Covid-19. Dadurch hat sich alles zwei, drei Wochen nach hinten verschoben , ehe der richtige Heilungsprozess losgehen konnte“, erklärt Siegel. Im Moment wird Kilian immer mehr ins Mannschaftstraining integriert. Ob er in dieser Saison aber überhaupt noch einmal spielen kann, ist äußerst fraglich.

Zum Schluss etwas Statistik: Abstieg schon Samstag?

Sollte Fortuna Düsseldorf das Heimspiel gegen Borussia Dortmund gewinnen und zeitgleich der SCP im Kellerduell nicht Werder Bremen schlagen, wäre drei Spieltage vor Saisonende der Rückstand auf den Relegations-Rang 16 nicht mehr aufzuholen. Der zweite Erstliga-Abstieg nach 2015 wäre für den SC Paderborn perfekt. Vor fünf Jahren sah die Lage beim SCP zunächst noch etwas besser aus. Vier Spieltage vor Schluss hatten die Ostwestfalen 28 Zähler auf dem Konto und lagen vor dem VfB Stuttgart auf Rang 17. Im Schlussspurt kamen aber nur noch drei Zähler hinzu, und der SCP stieg am 23. Mai 2015 nach einem 1:2 gegen Stuttgart als Letzter ab. Bemerkenswert: Die Schwaben sammelten am Schluss noch neun Punkte und beendeten die Saison auf Rang 14.

Kommentare

Klaus Müller  wrote: 09.06.2020 10:04
Nicht übertreiben
Ernsthaft dürfte wohl keiner mehr mit dem Klassenerhalt rechnen, schließlich hat man es ja auch selbst nicht mehr in der Hand. Wir sollten die letzten Spiele eher dazu nutzen den jungen Spielern die Möglichkeit zu geben Erfahrungen zu sammeln. Warum nicht einen Jan-Luca Rumpf mal reinnehmen? Oder einen Bilogrevic anstatt Gjasula?
Ich kann zwar nicht verstehen, warum wir immer ohne Spielmacher spielen, aber letztlich würde ich mir wünschen, dass Baumgart mal über seinen Schatten springt und Marlon Ritter mal eine Chance gibt nicht nur die letzten 10 min zu spielen, sondern mal von Beginn an.
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