SC Paderborn holt Punkt bei RB Leipzig - 16. Gelbe Karte für Klaus Gjasula
1:1 durch Strohdiek in der Nachspielzeit

Leipzig (WB). Da war sogar noch etwas mehr drin, SC Paderborn! Das Bundesliga-Schlusslicht spielte beim Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig eine Halbzeit lang in Überzahl und holte am Ende mit dem 1:1 (0:1) wenigstens noch einen Punkt. Patrik Schick (27.) brachte die Sachsen in Führung, in der Nachspielzeit traf Kapitän Christian Strohdiek zum Ausgleich. Mit Streli Mamba und Uwe Hünemeier sahen aber noch zwei SCPer die fünfte Gelbe Karte. Beide sind am Samstag im Heimspiel gegen Werder Bremen gesperrt.

Samstag, 06.06.2020, 17:36 Uhr aktualisiert: 06.06.2020, 18:56 Uhr
Christian Strohdiek feiert sein Tor zum 1:1. Foto: Hannibal Hanschke/reuters/Pool/dpa

Paderborns Trainer Steffen Baumgart stellte im Vergleich zum 1:6 gegen Borussia Dortmund auf drei Positionen um. Laurent Jans, Klaus Gjasula (nach Gelbsperre) und Kai Pröger spielten an. „Mo“ Dräger saß auf der Bank, die verletzten Sebastian Schonlau (Achillessehne) sowie Gerrit und Holtmann (Bluterguss an der Ferse) waren erst gar nicht mit dabei.

Bereits in Minute drei hatten die Sachsen die erste Möglichkeit, doch Leopold Zingerle konnte einen abgefälschten Schuss von Timo Werner abwehren. Zingerle war auch auf dem Posten, als Christopher Nukunku (9.) mit einem Flachschuss den Paderborner Schlussmann erneut fordert. Die dritte Möglichkeit (Werner/17.) entschärfte noch Uwe Hünemeier.

SCP hält gut dagegen

Paderborn machte es trotzdem zunächst sehr gut, war griffig und hielt sehr stabil dagegen. Doch nach einer knappen halben Stunde war es dann soweit: Nkunku, Werner und am Ende Patrik Schick – die schönste Kombination der ersten Hälfte führte in der 27. Minute zum 1:0 für die Gäste. Schick, der bereits im Hinspiel gegen Paderborn (Saisontor Nummer 1) getroffen hatte, stellte mit seinem zehnten Treffer die Weichen auf Sieg.

Die Sachsen kamen in der Folgezeit immer besser ins Spiel, ohne jedoch so wirklich den Rhythmus zu finden. Und schwächten sich auch noch selbst: Dayot Upamecano. Nach einem Foul an Dennis Srbeny (16.) bereits verwarnt, schoss er nach einem Zweikampf mit Streli Mamba (44.) den Ball verärgert weg, sah dafür von Schiedsrichter Aytekin (Oberaspach) noch einmal Gelb und damit Gelb-Rot.

Auf die Unterzahl reagierte Trainer Julian Nagelsmann in der Pause und brachte mit Marcel Halstenberg eine zusätzliche Defensivkraft für den Torschützen Schick. Der SCP hatte nun mehr Spielanteile, versuchte es aber oft zu umständlich und war auch im Passspiel zu ungenau. Die erste gute Möglichkeit hatten daher erneut die Leipziger: Einen Flachschuss von Dani Olmo (60.) parierte Zingerle prächtig.

Dann war es Jamilu Collins (67.), der mit einem viel zu kurzen Rückpass den schnellen Werner auf die Reise schickte, der umkurvte auch noch Zingerle, verzog aber. Und der SCP? Nach einem feinen Lupfer von Klaus Gjasula (70.) war es Christopher Antwi-Adje der freie Bahn hatte, doch der Außenstürmer verzog. Das war endlich mal ein Abschluss der Ostwestfalen.

Erst Sven Michel und in der Schlussphase noch Marlon Ritter, Hamid Sabiri, Ben Zolinski und Antony Evans – Baumgart wechselte im zweiten Abschnitt verständlicherweise nur noch offensiv, doch es nutzte zunächst nichts. Antwi-Adjei (85.) traf noch einmal das Außennetz, Ben Zolinski (90.) verzog knapp – das war es. Dachte man. Der SCP mühte sich mal wieder, war fleißig, aber einfach nicht zwingend genug.

Auf der Gegenseite deutete Werner (89.) noch einmal seine Klasse an und schloss einen Konter mit einem Schuss ab, der noch die Latte streichelte.

Doch als nichts mehr ging, war der Kapitän zur Stelle: Nach einem Schuss von Ritter, den Peter Gulacsi im RB-Tor nur abklatschen konnte, staubte Strohdiek ab und glich aus.

16. Gelbe Karte für Klaus Gjasula

Ganz nebenbei: Klaus Gjasula sah in Durchgang eins seine 16. Gelbe Karte und stellte damit den unrühmlichen Bundesliga-Rekord von Tomasz Hajto (MSV Dusiburg) aus der Saison 1998/99 ein.

Die personellen Sorgen von Baumgart werden nach den 90 Minuten in Leipzig aber wie bereits erwähnt noch größer: Im Heimspiel am kommenden Samstag (15.30 Uhr, Sky) gegen Werder Bremen wird Uwe Hünemeier fehlen, er sah gegen Leipzig seine fünfte Gelbe Karte und ist damit gesperrt. Sollte auch Sebastian Schonlau verletzungsbedingt weiter ausfallen, würde dem Coach mit Christian Strohdiek nur noch ein erfahrener Innenverteidiger zur Verfügung stehen. Außerdem sah noch Streli Mamba seine fünfte Gelbe Karte, auch er ist gegen Bremen gesperrt.

RB Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Mukiele , Klostermann, Upamecano, Angelino – Adams, Kampl (88. Orban) - Olmo (65. Laimer), Nkunku (58. Haidara), Werner – Werner, Schick (46. Halstenberg)

SC Paderborn: Zingerle – Jans (85. Evans), Strohdiek, Hünemeier, Collins – Pröger (76. Ritter), Gjasula (76. Sabiri), Vasiliadis, Antwi-Adjei – Srbney (85. Zolinski), Mamba (63. Michel)

Schiedsrichter: Aytekin (Oberaspach)

Tore: 1:0 Schick (27.), 1:1 Strohdiek (90. +2.)

Gelbe Karten: - / Gjasula (16), Hünemeier (5), Mamba (5), Strohdiek (3)

Gelb-Rot: Upamecano (Leipzig/42.)

Kommentare

chefplaner  wrote: 07.06.2020 13:27
Ziel: obere Tabellenhälfte 2020/21
Wer auf Erfolg angewiesen ist, geht früher oder später unter, wie man aktuell in Gelsenkirchen sieht, bisher in Klautern sah oder in Aachen gesehen hat. Mannheim oder Saarbrücken waren ewig weg. Offenbach oder 1860 haben sich ruiniert, verkauft oder abhängig gemacht.

Wenn man wie Hamburg einen hat, der jedes Loch in dreistelliger Millionenhöhe ausgleicht, dann kann man eine Fehlerkette endlos ausbauen und fehl-investieren.

Lübeck, Kassel oder mindestens fünf Oststädte sind aber dennoch nicht weniger "klassischer Zweitligastandort" vom Umfeld her als Paderborn.

Wie schnell sich das Gesicht des Profifußballs ändert, sieht man mit Blick auf die Teilnehmerfelder im 10-Jahres-Takt. Da waren Vereine dabei, an die erinnert sich heute kaum einer (Wattenscheid, Uerdingen, Ulm, Cottbus, Duisburg, Braunschweig, Fürth, Unterhaching, Karlsruhe, Rostock, Ingolstadt etc). Wer noch weiter zurückblickt, erinnert sich sogar an diverse Vereine aus Berlin, Köln oder Stuttgart. Oder was ist mit Münster oder Wuppertal? Und viele von denen haben das Potenzial, zurück zu kommen.

Die Investitions-Hörigen sind die gefährlichsten von allen!

Richtige Investitionen waren Stadion, TNLZ und ähnliche NACHHALTIGE Dinge. Falsche Investitionen waren Stöger und ähnliche "Königstransfers".

Jetzt ist also wieder eine Blutauffrischung geboten.

Der neue Kader muss wohl kleiner und günstiger werden. Das heißt, zwei, drei Verkäufe, einige Leihen und wenige Vertragsverlängerungen sowie Zugänge von Talenten. Wichtig ist dann zunächst, schnell genug Punkte zu sammeln, um sich in Ruhe entwickeln zu können. Dann ist in Zukunft wieder einiges möglich.

Wer langfristig Erfolg haben will, muss Schadensausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit von Rückschlägen so kalkulieren, dass sie nie existenzbedrohend werden.

Ich kann mich an Zeiten erinnern, da sagte man mir, ein atomarer Super-GAU sei quasi unmöglich und Asbest sei ein Segen. Traue keinen Heilsversprechen von selbsternannten Experten!
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