Handelshochschule Leipzig hat die 36 Profivereine in den Blick genommen
Studie: SCP akut gefährdet – Verein wehrt sich

Paderborn (WB). „Dieser Mann nutzt die Corona-Krise, um für sich und seine Uni Publicity zu machen. Er liegt aber mit seinen Aussagen, zumindest die den SC Paderborn betreffen, völlig falsch. Die Qualität seiner Arbeit ist nicht bundesligareif. Von seinen Studenten würden wir beim SCP niemanden anstellen. Sie haben wissenschaftliches Arbeiten nicht gelernt.“ Ungewohnt scharf reagierte Martin Hornberger, Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten SC Paderborn, auf eine Studie der Handelshochschule Leipzig zu den Finanzen der 36 Fußball-Bundesligisten. Kernaussage dieser Untersuchung unter Führung von Prof. Dr. Henning Zülch ist, dass drei Erst- und drei Zweitligisten aufgrund der Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht sind. Neben Schalke und Union Berlin gehört demnach auch der SC Paderborn dazu. Aus der 2. Liga werden Nürnberg, Osnabrück und Karlsruhe genannt.

Dienstag, 12.05.2020, 17:55 Uhr aktualisiert: 12.05.2020, 19:00 Uhr
In der Paderborner Arena ist seit Sommer 2019 wieder Bundesliga-Fußball zu sehen. Foto: Thomas F. Starke

Hornberger sieht den SCP nicht wirtschaftlich bedroht. Der Klub hatte am 20. Januar schwarze Zahlen gemeldet. Der vor dem Aufstieg mit knapp sechs Millionen Euro verschuldete Verein wollte vor Corona bei einem Umsatz zwischen 45 und 50 Millionen Euro und nach Tilgung aller Verbindlichkeiten ein Plus in Höhe von etwa zwei Millionen Euro erwirtschaften. „Wir werden die Zahlen sicher noch etwas anpassen müssen, aber der SCP ist gesund. Wir können die Saison, wenn wir noch einige Spiele machen, auch schuldenfrei beenden“, betonte Hornberger. Das Schlusslicht hat, wie alle anderen Bundesligisten auch, bereits einen TV-Abschlag erhalten. Der liegt bei den Ostwestfalen bei etwa 1,5 Millionen Euro. Nach zwei Spielen werden weitere Zahlungen fällig.

„Wir haben alle Zahlen offen gelegt“

„Als besonders kritisch ist in diesem Zusammenhang zu bewerten, dass ein hohes Maß an Intransparenz vorherrscht. Das Offenlegungsverhalten von Finanzdaten ist äußerst restriktiv“, heißt es in der Leipziger Arbeit mit dem Titel „Die Bundesliga – und ihre Zukunft“. „Wir haben im Januar, im Verlauf unserer Jahreshauptversammlung, alle Zahlen offengelegt, die kann der Herr Professor auch googeln. Da haben wir sehr deutlich gemacht, wie gesund der SC Paderborn wieder ist“, entgegnete Hornberger. Einmal in Rage, fügte der 58-Jährige noch hinzu: „Herr Zülch spricht von schlechtem Management, lobt aber gleichzeitig Markus Krösche. Da hat er wohl vergessen, dass der vor einigen Monaten noch bei uns gearbeitet hat.“

Die Studie entstand auf Basis der Finanzen, der Management-Qualität, des sportlichen Erfolges und der Nachwuchsarbeit. Ob der SCP dagegen auch rechtlich vorgeht, ließ Hornberger am Dienstag offen: „Noch liegen uns nur Auszüge vor, wir kennen die Studie noch nicht in ihrer Gesamtheit. Aber wir werden juristische Schritte auf jeden Fall prüfen.“

Kommentare

Mira Peters  wrote: 13.05.2020 13:40
Und dann noch sowas...
Kein Klassenerhalt bei Abbruch

https://www.westfalen-blatt.de/Ueberregional/Nachrichten/Themen-des-Tages/4199775-Coronavirus-Krise-Gewagtes-Experiment-Bundesliga-setzt-viel-aufs-Spiel


https://www.westfalen-blatt.de/Ueberregional/Nachrichten/Themen-des-Tages/4199775-Coronavirus-Krise-Gewagtes-Experiment-Bundesliga-setzt-viel-aufs-Spiel
Jens Drewer  wrote: 13.05.2020 06:50
Wo bleibt die Dauerkarten Entschädigung?
Wenn Herr Hornberger die GmbH nicht gefährdet sieht, warum haben die Dauerkarten Inhaber immer noch nichts gehört bzgl. einer Rückzahlung wie die meisten anderen Vereine es getan haben?
Vlt. könntet ihr vom Westfalen Blatt dem mal nachgehen?
Total 2 comments
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