Fabian Wohlgemuth in virtueller Pressekonferenz vorgestellt: „Die Chancen sind größer“ SCP wieder im Training – Manager hat trotz Corona-Krise den Klassenerhalt im Blick

Paderborn (WB). Mit viel Optimismus startet Fabian Wohlgemuth beim Fußball-Bundesligisten SC Paderborn. Der 41-Jährige, der am Vormittag im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz als  neuer Geschäftsführer Sport vorstellt wurde, sieht das Tabellenschlusslicht im Kampf um den Klassenerhalt sogar im Vorteil: „Die Chancen sind für uns in dieser Krise sogar größer geworden.“

Von Matthias Reichstein und Peter Klute
Der neue SCP-Manager Fabian Wohlgemuth.
Der neue SCP-Manager Fabian Wohlgemuth. Foto: Friso Gentsch/dpa

Wohlgemuth, der bis Oktober 2019 noch den Zweitligisten Holstein Kiel managte und seit dem 1. Mai ganz offiziell bei den Ostwestfalen angestellt ist, sieht die Lage der Liga so: „Unsere Situation ist als Letzter nicht komfortabel, aber die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Die Mannschaft, die sich am besten darauf einstellt, die Herausforderungen annimmt und sich damit identifiziert, die hat am Ende auch die größten Chancen.“

In die Vollen kommen

Derzeit hat der Aufsteiger als Tabellenletzter sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz 16. So schnell wie möglich wolle er deshalb mit dem SCP in die Vollen kommen. Seine eigene Karriereplanung stelle er daher zunächst hinten an. Es würden zwar einige die Corona-Krise nutzen, um ihr eigenes Profis zu stärken, für ihn zähle aber ausschließlich der Verein: „Ich habe nur im Blick, wie ich den SCP weiterentwickeln kann.“ Wobei er den Fußball nicht verändern will: „Wir werden weiter offensiven Angriffsfußball mit einer Mannschaft spielen, die mit jungen Leuten gespickt sein wird.“

Training

Der SC Paderborn hat am Montagnachmittag mitgeteilt, dass das Training wieder aufgenommen werde. Zwei Mal seien die Spieler und der Betreuerstab in den vergangenen Tagen auf das Coronavirus getestet worden, zwei Mal habe es durchweg negative Testergebnisse gegeben. Deshalb steige Trainer Steffen Baumgart „unter Berücksichtigung der Vorgaben der Behörden und mit Blick auf die Empfehlungen der Deutschen Fußball Liga“ am Nachmittag mit seinem Team wieder in das Mannschaftstraining ein.

Die Bedingungen mit dem zertifizieren Trainingszentrum (drei Sterne) beschreibt Wohlgemuth als „beste Voraussetzungen“, viel Lob gab es auch für alle Beteiligten. „Die Kooperationsbereitschaft im Verein ist sehr groß.  Mit zwei Aufstiegen in Folge ist hier in den vergangenen beiden Jahren mit bescheidenen finanziellen Mitteln auch Erstaunliches geleistet worden.”

Stichwort Finanzen: Mit was für einem Budget Wohlgemuth die nächste Saison planen kann, ist für ihn genauso unklar wie die Fortsetzung der Liga. Konnte sein Vorgänger Martin Przondziono etwa 14 Millionen Euro für die Lizenzspielerabteilung ausgeben, wird diese Summe auch bei Klassenerhalt sicher nicht mehr zur Verfügung stehen: „Es sind bewegte Zeiten. Im Moment weiß niemand, ob beim TV-Geld überhaupt die letzte Rate noch komplett überwiesen wird. Die Königsdisziplin ist für mich im Moment, flexibel zu planen. Denn Planungssicherheit gibt es erst, wenn Politik und DFL Entscheidungen treffen“, sagte Wohlgemuth. Die Politik will sich bekanntlich am Mittwoch äußern, doch welchen Weg der SCP künftig gehen wird, machte der gebürtige Berliner schon am Montag klar: „Wir werden unseren Etat zu einem Teil mit Ablösesummen ausstatten und daher Spieler weitergeben müssen.“

Kontakt zu Przondziono

Viel Lob gab es für Wohlgemuth von höchster Stelle im Verein. Der Vorsitzende des Wirtschaftsrates und Präsident Elmar Volkmann sagte: „Auf Grund seiner Vita, seiner Art junge Spieler zu entwickeln, weiterzuführen und besser zu machen, passt Fabian Wohlgemuth zu unserer Philosophie. Mit ihm können wir unsere kurzfristigen und mittelfristigen Ziele weiterverfolgen.”

Anders, als noch am 20. April angekündigt, wollte sich Volkmann nicht mehr über die Gründe sprechen, die zur  Trennung von Wohlgemuth-Vorgänger Martin Przondziono geführt hatten: „Ich äußere mich schon aus Respekt gegenüber allen Beteiligten nicht zu Interna.“ Der 73-Jährige wiederholte nur Bekanntes: „Die Entscheidung ist nicht am Tag der Trennung gefallen, sie wurde vielmehr schon seit geraumer Zeit im Wirtschaftsrat diskutiert.“

Wohlgemuth und Przondziono hatten dennoch Kontakt, Vorgänger und Nachfolger seien sich nach Auskunft von Wohlgemuth bereits einmal kurz begegnet. Der neue SCP-Manager ist hier auch an einem weiteren Gespräch interessiert: „Ich würde gerne eine geordnete Übergabe vollziehen.“

Sehr viel intensiver wird in den kommenden Wochen aber der Austausch mit  Trainer Steffen Baumgart sein. Die beiden leben in Berlin, sind sich dort aber noch nie begegnet. Die Hauptstadt sei groß, da läge eine Stunde Fahrzeit zwischen beiden Wohnorten, meinte Wohlgemuth. Beim SCP sind da die Wege deutlich kürzer und der neue starke Mann im sportlichen Bereich versicherte: „Steffen Baumgart ist beim Thema Kaderplanung mein erster Ansprechpartner.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7394764?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F