Paderborns Manager Martin Przondziono ist vom Ist-Zustand genervt „Wir arbeiten im luftleeren Raum“

Paderborn (WB). Sorgt die Corona-Krise dafür, dass Paderborns Kader nicht mehr die zuletzt geschätzten 33 Millionen, sondern nur noch 26,5 Millionen Euro wert ist? Das ist die Meinung der Experten von transfermarkt.de. Diese trifft bei den Verantwortlichen des Erstligaletzten allerdings auf wenig Verständnis.

Von Elmar Neumann
Martin Przondziono hofft, dass alsbald wieder über Bundesligaspiele gesprochen werden kann.
Martin Przondziono hofft, dass alsbald wieder über Bundesligaspiele gesprochen werden kann. Foto: Jörn Hannemann

Transfermarkt-Gründer Matthias Seidel sagt: „Die Börsenkurse sind eingebrochen, zahlreichen Vereinen könnte eine Insolvenz drohen und die Transferplanungen sind aufgrund der vielen Unsicherheiten bei den meisten Klubs zum Erliegen gekommen. Es ist aktuell kaum vorstellbar, dass in absehbarer Zeit die Transferpreise weiter so ansteigen wie in den vergangenen Jahren.“ Spieler, die 1998 und später geboren wurden, sind um zehn Prozent, alle anderen um 20 Prozent abgewertet worden. Dieses pauschale Vorgehen hat ein weltweites Markwertminus von 9,22 Milliarden Euro zur Folge, trifft den Krösus FC Bayern München (von 936,3 auf 756,6 Millionen Euro/-19,19 Prozent) wie den SCP (-19,50 Prozent).

Zu transfermarkt.de: „Hier nehmen sie sich wichtiger, als sie sind“

Doch dessen Geschäftsführer Sport Martin Przondziono möchte das Ganze nicht allzu ernst nehmen: „Transfermarkt ist ein nicht uninteressantes Tool, wo ich auch hin und wieder mal hingucke, aber hier nehmen sie sich wichtiger, als sie sind.“ Seine Sicht: „Ein Spieler ist doch jetzt nicht mehr oder weniger wert, weil es Corona gibt. Ob ich den Wert erzielen kann, ist eine andere Frage, aber diese pauschale Abwertung geht doch klar am Thema vorbei.“

Auch mit dem Umstand, dass von seinem Interview mit dem Fernsehsender und Internetportal Sport1 deutschlandweit der Halbsatz „dann geht uns die Luft aus“ verbreitet wurde , zeigt sich der 50-Jährige nicht einverstanden. Das werde der Intention der Aussage nicht gerecht: „Es ist bei uns nicht kurz vor knapp. Die Sorge sollte sich niemand machen. Natürlich ist es keine einfache Situation, wenn dir die Fernsehgelder fehlen und du musst über Sparmaßnahmen nachdenken. Aber da geht es uns nicht anders als den meisten anderen Vereinen.“

Statt zu befürchten, dass dem SC Paderborn die Luft ausgehen könne, ist Przondziono vom Ist-Zustand genervt: „Im Prinzip arbeiten wir gerade im luftleeren Raum. Wenn wir wüssten, in drei oder vier Wochen ist das vorbei, hätten wir ein klares Ziel vor Augen, aber so gestaltet sich das sehr zäh.“ Der Wunsch, wieder spielen zu dürfen, könnte nicht größer sein, und dabei denkt der Sportchef des SCP nicht nur an sich und seinen Verein, sondern über den Rand des Rasens hinaus: „Es wird Zeit, dass wir mal wieder andere, positive Gesprächsthemen haben.“

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Irgendetwas


Irgendetwas sagt mir, daß der SCP vergleichsweise gut durch diese Krise kommen wird.

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