„Supporters Paderborn“ halten Diskussion in der „Causa Hopp“ für scheinheilig „Fans werden mundtod gemacht“

Paderborn (WB/MR). Mit einem Kommentar unter dem Titel „Die Causa Hopp“ haben die „Supporters Paderborn“ am Freitag auf das bundesweite Echo nach den Schmäh-Attacken von Bayern-Fans gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp vor einer Woche reagiert. Der zweiseitige Flyer wurde vor dem Spiel des SCP gegen den 1. FC Köln an Zuschauer verteilt und im Presseraum ausgelegt.

Dieser Flyer der „Supporters Paderborn“ sorgte am Abend für viel Gesprächsstoff unter den Fans.
Dieser Flyer der „Supporters Paderborn“ sorgte am Abend für viel Gesprächsstoff unter den Fans. Foto: Thomas F. Starke

Der „Hass gegen Hopp“ hätte fast zum Spielabbruch geführt, die Reaktionen von DFB-Präsident Fritz Keller am gleichen Abend im Aktuellen Sportstudio („Das ist eine Katastrophe. Wir sind am Tiefpunkt angekommen“) und andere Kommentare in den vergangenen Tagen wertet die 2004 gegründete Gruppe für „übertrieben und krude“. Die „Supporters“ heißen zwar „persönliche Anfeindungen und Drohungen nicht gut und halten die auch nicht für förderlich“, prangern aber gleichzeitig die „Scheinheiligkeit von Fußballpresse und Verbänden“ an. Die zeige sich, wenn es jemand träfe, der am globalen Fußballbusiness an den Strippen ziehe. Wörtlich heißt es: „Spielabbrüche bei kritischen Spruchbändern zu fordern, stellt die Untastbarkeit Einzelner über die Meinungsfreiheit aller. (...) Es scheint, als käme die Beleidigung nur zu gelegen, um kritische Teile der Fanszene mundtot zu machen.“

Als Gegenbeispiel führen die „Supporters“ die rassistischen Beleidigungen gegenüber dem Herthaner Jordan Torunarigha vor wenigen Wochen „auf Schalke“ an. Er sei für seinen folgenden Ausraster mit Gelb-Rot bestraft worden, Konsequenzen seitens des DFB (Stichwort: Drei-Punkte-Plan) gab es aber nicht.

„Wahre gesellschaftliche Fratze“

Die Paderborner kommen in dem Flyer zu diesem Schluss: „Komplexe Sachverhalte in ein simples Schwarz-Weiß-Muster zu pressen und Gruppen mit unterschiedlichen Meinungen gegenein­ander aufzuhetzen, das ist die wahre gesellschaftliche Fratze unserer Zeit und die macht sich der DFB zunutze.“

Für SCP-Geschäftsführer Martin Hornberger war es im Vorfeld wichtig, dass die Urheber des Schreibens klar zu erkennen sind: „Der Inhalt ist nicht die Sicht unseres Vereins. Aber wir haben Meinungsfreiheit in Deutschland und das gehört dazu.“ Während der 90 Minuten machten die SCP-Anhänger auch plakativ ihre Position deutlich: „Keine Kollektivstrafen.“

Mit einer ultimativen Forderung an den DFB und der Ankündigung weiterer Proteste bis hin zu möglichen Spielabbrüchen haben die Ultras aus ganz Deutschland im Streit um die angedrohten Kollektivstrafen die nächste Eskalationsstufe gezündet. „Wir Fans werden die Praxis vom letzten Spieltag nicht einfach hinnehmen und im Zweifel weiter Unterbrechungen und auch Abbrüche in Kauf nehmen“, kündigte der Zusammenschluss „Fanszenen in Deutschland“ an.

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