Paderborns Innenverteidiger nimmt wieder am Team-Training teil Luca Kilian braucht Geduld

Paderborn (WB). Wenn man sich eine Saison malen könnte, Luca Kilian hätte bis zum 24. Januar gerne zu Stift und Papier gegriffen. Doch an diesem besagten Freitag zog sich der 20-jährige Senkrechtstarter einen Sehnenanriss im hinteren rechten Oberschenkel zu. „So schwer war ich noch nie verletzt“, sagt der Innenverteidiger. Sechs Bundesligaspiele hat Paderborns größte Entdeckung der Saison seitdem verpasst, gestern absolvierte er gemeinsam mit der Mannschaft die erste Laufeinheit. „Es ist ein schönes Gefühl, wieder dabei zu sein. Aber es fehlt auch noch ein Stück, bis ich wieder voll einsteigen kann“, meint Kilian.

Von Matthias Reichstein
Blickt zuversichtlich in die Zukunft: Paderborns Innenverteidiger Luca Kilian darf wieder mittrainieren.
Blickt zuversichtlich in die Zukunft: Paderborns Innenverteidiger Luca Kilian darf wieder mittrainieren. Foto: Jörn Hannemann

Rückkehr nach der Länderspielpause?

In ersten Prognosen gingen die SCP-Verantwortlichen Ende Januar noch von einer dreiwöchigen Zwangspause aus, mittlerweile rechnet Chefcoach Steffen Baumgart erst nach der Länderspielpause Ende März wieder mit seinem zentralen Abwehrspieler: „Hier soll jetzt niemand durchdrehen. Ich bin froh, dass Luca wieder auf dem Platz steht. Unsere nächsten Aufgaben gegen Köln und in Düsseldorf kommen noch zu früh, Hoffenheim warten wir mal ab. Aber ich wäre schon froh, wenn er in vier Wochen wieder voll belastbar ist.“

Gestern verließ Kilian nach ein paar Laufrunden mit der Mannschaft das Team und legte mit Physiotherapeut Jörg Liebeck eine Sonderschicht ein. In den kommenden Tagen soll die Sehne schrittweise belastet werden. „Wir beobachten von Tag zu Tag, wie die Sehne reagiert und steigern entsprechend die Intensität“, sagt Liebeck, der ebenfalls um Geduld bittet: „Wir bauen Luca mit der nötigen Vorsicht und Sorgfalt wieder auf. Das braucht Zeit.“

Und entsprechend viel Geduld. Die aufzubringen, ist für den U21-Nationalspieler nach drei punktlosen SCP-Auftritten in Folge nicht so einfach. „Ich brenne darauf, der Mannschaft zu helfen, denn gerade die Niederlage am Samstag in Mainz war ein ganz herber Rückschlag“, sagt Kilian, der aber seinen Optimismus nicht verloren hat: „Wir glauben alle weiter an den Ligaerhalt. Wir tun aber gut daran, nur noch auf das nächste Spiel zu schauen.“

Am Freitag gegen Köln

Gegner ist am Freitag (Anstoß: 20 Uhr) der 1. FC Köln. Der SC Paderborn geht davon aus, dass das Heimspiel trotz Coronavirusverdachtsfällen im Kreis wie geplant stattfinden kann. „Stand heute ist alles klar. Aus dem Gesundheitsamt gibt es uns gegenüber bislang noch keinen Hinweis, dass die Partie gefährdet sein könnte“, sagte Geschäftsführer Martin Hornberger. Da der Bundesliga-Spielplan bis Mitte Mai und wegen der dann folgenden EM kaum Spielraum lässt, wäre die Absetzung auch nur eines Spieltags schon kaum vorstellbar. Die Alternative wäre Bundesliga-Fußball unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Mit einer Entschädigung könnten die Fans allerdings kaum rechnen. Bei „höherer Gewalt“ schließen die meisten Klubs eine Erstattung der Kartenpreise aus.

Der Mitaufsteiger aus Köln hat sich mit einer beeindruckenden Rückrunde (nur vier Teams sind besser) auf 29 Punkte und Rang elf hochgearbeitet. „Jetzt müssen wir auch zuhause mal ein gutes Spiel zeigen und die Serie stoppen“, fordert Kilian forsch, fügt dann aber an: „Das ist in unserer aktuellen Situation nicht ganz so leicht.“ Der letzte Heimsieg liegt lange zurück: 22. Dezember, 2:1 gegen Frankfurt.

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