Der SC Paderborn spielt weiter Fußball und setzt auf die nächste Chance „Sollen wir aufhören?“

Paderborn (WB). Die Fakten sind eindeutig. Tabellenletzter, fünf Punkte Rückstand auf Platz 16. Und das Ganze bei zehn noch ausstehenden Spielen. Was fängt der SC Paderborn nun mit dieser Gemengelage an? Ist der Aufsteiger nicht reif genug für die Bundesliga? Oder fehlt nur das Quäntchen Glück? So richtig wussten die Beteiligten das am Samstag nach der 0:2-Niederlage beim FSV Mainz 05 nicht.

Von Peter Klute
Am Boden und wieder einen Schritt zu spät: Paderborns Christian Strohdiek gegen Mainz-Stürmer Jean-Philippe Mateta
Am Boden und wieder einen Schritt zu spät: Paderborns Christian Strohdiek gegen Mainz-Stürmer Jean-Philippe Mateta Foto: dpa

„Eine Lehre aus diesem Spiel finde ich heute nicht, aber wir werden die Köpfe wieder hochnehmen“, versprach Trainer Steffen Baumgart. Nach Rückschlägen immer wieder das Positive zu sehe und die nächste Aufgabe selbstbewusst anzugehen, ist nicht einfach. Etwas anderes als nach vorne zu blicken, bleibt den Paderbornern allerdings nicht. „Wir werden wieder morgens aufstehen und zum Training gehen. Wir arbeiten ganz normal weiter und das ist keine Parole. Wir werden bis zum Ende ruhig bleiben, Aktionismus bringt uns gar nichts“, sagte Manager Martin Przondziono. Kai Pröger sieht es so: „Es hilft nichts, wenn wir jedes Wochenende frustriert auf die Tabelle gucken. Es geht immer nur um das nächste Spiel und es sind nach wie vor Möglichkeiten da. Wir sind noch nicht komplett abgeschlagen.“

Freitagabend gegen Köln

Weiter, immer weiter. Hinschmeißen ist keine Option. „Die Situation ist unverändert schwierig, aber sollen wir jetzt sagen ‚Schön war’s‘ und aufhören, Fußball zu spielen?“, blickte Kapitän Christian Strohdiek in den Mainzer Katakomben fragend in die Journalisten-Runde. Dann sagte er: „Wir haben weiter Chancen genug, auch wenn wir noch Gegner wie Leipzig oder Dortmund vor uns haben. Die weiße Flagge hissen wir jedenfalls nicht.“ Und auch das Paderborner Spiel wird sich laut Strohdiek nicht verändern: „Wir werden den Ball jetzt nicht nach vorne pölen, sondern weiter mit Risiko von hinten raus kombinieren.“ Die Überzeugung bleibt. Ob’s hilft?

Richtig ist, dass den SC Paderborn ein direkter Wiederabstieg nicht unvorbereitet treffen würde. Der Verein ist schuldenfrei. Und die personellen Weichen sind, anders als beim ersten Abstieg 2015, auch für Liga zwei gestellt. Selbst wenn die Abgänge von einigen Leistungsträgern wie Sebastian Vasiliadis, Luca Kilian oder Jamilu Collins sich dann wohl nicht vermeiden lassen werden.

Noch aber ist es nicht soweit. Und sollte Paderborn am Freitagabend in der ausverkauften Benteler-Arena den 1. FC Köln schlagen, würde die Welt schon wieder ganz anders aussehen. Allerdings gibt es in der Liga derzeit sicher Mannschaften in einer schwächeren Verfassung als die Rheinländer, die zuletzt bei Hertha BSC (5:0) und daheim gegen den FC Schalke 04 (3:0) gewannen und dabei ohne Gegentor blieben. Dem SCP muss das aber egal sein.

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Überforderte Mannschaft oder überforderter Trainer?

Die große Frage ist doch: können die Spieler tatsächlich nicht das umsetzen was der Trainer möchte, oder ist der Trainer mit der ersten Bundesliga überfordert und schafft es nicht die Spieler entsprechend zu führen?

Fakt ist: beides zusammen (Mannschaft und Trainer) funktioniert nicht. Herrn Baumgart gehen die Argumente aus und es wird auch langsam peinlich immer dasselbe zu höhren. Die Vereinsspitze sollte sich langsam überlegen ob sie noch in der ersten Liga bleiben möchte (dann muss endlich ein neuer Trainer ran der die Mannschaft im Griff hat) oder sich bereits jetzt darauf vorbereitet Spieler für die zweite Liga zu halten bzw neue zu bekommen.

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