SC Paderborn verliert in Mainz mit 0:2 - Abstieg rückt näher
Eine weitere Chance vertan

Mainz (WB). Der SC Paderborn befindet sich weiter auf direktem Weg zurück in die 2. Liga. Am Samstag verlor das Bundesliga-Schlusslicht das Kellerduell beim 15. FSV Mainz 05 mit 0:2 (0:2) und verpasste eine weitere Chance, den Abstand auf den Relegationsplatz zu verkürzen. Der beträgt jetzt schon fünf Punkte.

Samstag, 29.02.2020, 17:51 Uhr aktualisiert: 01.03.2020, 18:04 Uhr
Der Mainzer Leonardo Berreiro (vorne) schießt den Ball neben Paderborns Kai Pröger (links). Foto: Torsten Silz/dpa

Im Vorfeld der Partie war die Stimmungslage beim Tabellen-15. Mainz noch gedrückter als beim Schlusslicht. Nach zwei guten Spielen und vier Punkten (3:1 bei Hertha BSC, 0:0 gegen Schalke) war das 0:4 am vergangenen Sonntag beim VfL Wolfsburg ein herber Rückschlag. „Wir müssen konstanter werden“, schimpfte Trainer Achim Beierlorzer noch Tage später. Als wäre die Pleite in Niedersachsen nicht schon Stimmungskiller genug gewesen, gab es da auch noch unschöne Vorfälle beim Mainzer Rosenmontagszug. Zwar empfand Beierlorzer seine erste Teilnahme auf dem Wagen als „toll“, doch dass einige Spieler den Narren am Wegesrand den Rücken zukehrten und gelangweilt auf ihren Handys spielten, sorgte für bissige Kommentare im Netz. „Das hat weh getan und wurde mit jedem Einzelnen besprochen, den es betroffen hat“, sagte der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder und forderte Wiedergutmachung gegen Paderborn. Beierlorzer aber warnte: „Der SCP wird uns alles abverlangen.“

T-Shirts zum Gedenken der Nichte Streli Mambas

Personell agierten die beiden Kontrahenten in der Opel-Arena gegenüber ihren vorherigen Auftritten verändert. Beim SCP kehrte Linksverteidiger Jamilu Collins, nachdem er zuletzt aufgrund von Schwindelgefühlen gefehlt hatte, anstelle des Ex-Mainzers Gerrit Holtmann in die Startelf zurück. Für den verletzten Streli Mamba rückte Winter-Neuzugang Samuel Fridjonsson zum ersten Mal in die Anfangsformation. Somit beließ es Trainer Steffen Baumgart bei einem 4-3-3-System. In Gedenken an die vor einer Woche verstorbene Nichte Mambas trugen die Spieler beim Aufwärmen und Einlaufen ein T-Shirt mit dem Konterfei ihres Mannschaftskollegen und der Aufschrift: „Wir stehen an deiner Seite.“ Das war sehr emotional.

Eine schöne Geste gab es auch vom 05er-Stadionsprecher, der beim Verlesen der Gäste-Aufstellung den mitgereisten SCP-Fans das Rufen der Nachnamen ihrer Lieblinge überließ. Das ist ungewöhnlich. Bei Mainz tauschte Beierlorzer gegenüber Wolfsburg auf drei Positionen.

Viele Fehler, wenig Höhepunkte

Bei Wind und Regen entwickelte sich eine Partie mit vielen Fehlern und ohne große Höhepunkte. Die Mainzer Führung nach einer knappen halben Stunde fiel aus dem Nichts. Robin Quaison, der schon beim 2:1-Hinspielsieg zum 1:0 getroffen hatte, zog einfach mal ab und der Ball schlug unten links ein. SCP-Keeper Leopold Zingerle war machtlos. Acht Minuten später liefen die Paderborner in einen Konter der Gastgeber, den Karim Onisiwo frei vor Zingerle zum 2:0 abschloss. Das ging viel zu einfach.

Drei Minuten nach dem Wechsel hatte Jean-Philippe Mateta das 3:0 und die Entscheidung auf dem Fuß, schoss aber übers Tor. Danach tat der FSV nicht mehr als nötig. Paderborn blieb aber weiter harmlos, hatte in der Nachspielzeit durch Sebastian Vasiliadis seine erste echte Torgelegenheit und brachte den Sieg der Rheinhessen nicht mehr in Gefahr.

Stimmen aus Mainz

Achim Beierlorzer (Trainer FSV Mainz 05): „Die Mannschaft hat dieses schwierige Spiel angenommen, die Grundtugenden wie Laufbereitschaft und Zweikampfstärke gezeigt. Mit diesem Sieg haben wir einen richtig großen Schritt gemacht.“

Steffen Baumgart (Trainer SC Paderborn 07): „Glückwunsch an Mainz für einen verdienten Sieg. Warum verdient? Weil wir die entscheidenden Zweikämpfe verloren haben. Genau deshalb habe ich ein Problem mit diesem Spiel. Wir laufen der Musik hinterher und das nicht zum ersten Mal. Wenn wir so spielen, ist das nicht ausreichend und wird auf Dauer nicht reichen.“

Christian Strohdiek (Kapitän SCP): „Beide Gegentore sind aus dem Nichts gefallen. Jede Niederlage tut weh. Das ist bitter und enttäuschend.“

Martin Przondziono (Manager SCP): „Wir haben zu viele Fehler eingestreut und verdient verloren. Die Tore waren dumm, das ist zu einfach und darf in der Bundesliga nicht passieren.“

Kai Pröger (SCP): Mut, Tempo: Alles was uns ausmacht, haben wir heute nicht auf den Rasen bekommen.“

Am Freitag zuhause gegen Köln

Am kommenden Freitag empfängt der SCP Mitaufsteiger 1. FC Köln. Anstoß ist um 20 Uhr in der Benteler-Arena. Dann ist ein Sieg Pflicht, sonst ist der Abstiegskampf schon bald verloren.

Mainz: Zentner – Pierre-Gabriel (64. Kunde), Bruma, Niakhaté, Mwene ­- Baku, Barreiro - Öztunali (73. Fernandes), Quaison - Mateta (84. Szalai), Onisiwo

Paderborn: Zingerle - Jans (71. Michel), Strohdiek, Schonlau, Collins - Gjasula (55. Sabiri), Fridjonsson, Vasiliadis - Pröger, Srbeny, Antwi-Adjei (55. Jastrzembski)

Zuschauer: 24.231

Gelbe Karten: Onisiwo / Michel, Gjasula, Vasiliadis

Tore: 1:0 Quaison (29.), 2:0 Onisiwo (37.)

Schiedsrichter: Osmers (Hannover)

Kommentare

Arminia lebenslang Fr.  wrote: 01.03.2020 04:13
Es kommt wie es kommen muss
Hatte das nach dem 3Pflichtspiel kommentiert . Freiburg Hinspiel .
In der Innnenverteidigung und Torwartposition nachbessern . Das Transferfenster war da noch auf .
Es kamen Aussagen vom Trainer ,Strohdiek ist mein Mann .
Nachgebessert wurde nicht .
Die Mannschaft hatte die Qualität um den Relegationsplatz zu erreichen.
Der Hurrafussball der Vorsaison wurde beibehalten . So hat man viele Punkte verloren .
Union Berlin hat aus starker Defensive die Punkte geholt und wird sich locker retten .
Elsener  wrote: 29.02.2020 23:27
Schade - aber gibt schlimmeres

OK - heute war einfach nix. Schlechtes Spiel, verdient verloren. Leider machen wir unsere guten Spiele bislang eher gegen Spitzenteams, wo es dann maximal ein Unentschieden gibt.

Aber was anderes - nach den Vorkommnissen heute in der Bundesliga mit den Ultras mehrerer Vereine, die allesamt Dietmar Hopp beleidigen, diskreditieren und verunglimpfen finde ich es einfach herrlich, unsere Fans in Mainz zu sehen, die komplett friedlich & fröhlich das gesamte (!) Spiel lautstark begleiten.

So, wie sich der Fußball momentan entwickelt, wird so ein anständiges Verhalten, wie das des gesamten SCP (Verein/Team/Fans) auch irgendwann honoriert.

Keep your heads up high, guys! No matter the circumstances.

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